Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

LumiraxocibÒ

Guy liefert am 27.11.2002 die folgende Information:
Ein neuer Cox-2-Hemmer Lumiracoxib von NOVARTIS mit gewebeselektiver Wirkung ist auf dem Markt. Hierbei der Artikel dazu, gefunden unter http://de.news.yahoo.com/021122/27/32z6a.html
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Freitag 22. November 2002, 14:38 Uhr
Neue Therapieoptionen mit dem innovativen COX-2-Hemmer Lumiracoxib
Nürnberg (ots) - Im Gegensatz zu den klassischen nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR), das sind Medikamente die gegen Schmerzen und Entzündungen wirken, ist das Risiko von gastrointestinalen Komplikationen unter einer Therapie mit selektiven COX-2-Hemmern deutlich reduziert. Dies belegen inzwischen zahlreiche klinische Studien. Auf dem 31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Berlin wurde auf einem Symposium von Novartis Pharma die Sicherheit dieser Substanzgruppe diskutiert und der neue selektiv wirksame COX-2-Hemmer Lumiracoxib (Prexige(R)) von Novartis vorgestellt. Anders als die auf dem Markt befindlichen COX-2-Hemmer nutzt Lumiracoxib seine azide Molekularstruktur für die starke Wirksamkeit. Lumiracoxib kann sich in der Synovialflüssigkeit ["Gelenkschmiere" - Ed] anreichern und wirkt gezielt am Ort des pathologischen Geschehens schmerzstillend und entzündungshemmend.
Die bisher zugelassenen COX-2-Hemmer sind nichtazide Substanzen, die sich gleichmäßig im gesamten Körper verteilen und zu einer indifferenten COX-2-Hemmung führen. Dr. Wolfgang Bolten, Wiesbaden, referierte über die Ergebnisse der beiden gastrointestinalen Endpunktstudien VIGOR (Rofecoxib versus Naproxen) und CLASS (Celecoxib versus Ibuprofen/Diclofenac) und diskutierte aus den Befunden der VIGOR-Studie auch die Frage, ob COX-2-Hemmer das kardiovaskuläre Risiko erhöhen könnten. Als mögliche Erklärung hierfür nannte Professor Karsten Schrör, Düsseldorf, die Hemmung der Biosynthese des thrombozytenaggregationshemmenden Prostacyclin durch COX-2-Hemmer. Denn Untersuchungen an Gesunden haben gezeigt, dass ca. 70 Prozent der vaskulären Prostacyclinbildung über COX-2 erfolgen. Andererseits hemmen COX-2-Inhibitoren nicht die Thrombozytenfunktion, da diese über die Hemmung der COX-1 erfolgt. Somit könnte eine Hemmung der Prostacyclinsynthese und eine gleichzeitig ungehemmte Thromboxanbildung ein kardiovaskuläres Risiko darstellen, so Schrörs Folgerung.
Lumiracoxib - neuer COX-2-Inhibitor mit gewebeselektiver Wirkung
Nach Professor Kay Brune, Erlangen, ist eine über den gesamten Organismus verteilte COX-2-Inhibiton nicht optimal, da die COX-2 physiologischerweise in zahlreichen Organsystemen einschließlich Gehirn, Knochen und Urogenitaltrakt vorkommt. Ein ideales Pharmakon wäre nach seiner Auffassung, die gewebespezifische Verteilung eines aziden NSAR mit der COX-2-Selektivität eines COX-2-Hemmers zu kombinieren. Solche Medikamente hätten dann keine COX-1-assoziierten gastrointestinalen Nebenwirkungen und allenfalls minimale COX-2-bezogene unerwünschte Wirkungen in anderen Organen.
Diesem skizzierten Idealprofil kommt Lumiracoxib, der erste und bislang einzige Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse von selektiven COX-2-Hemmern sehr nahe. Es verfügt über eine Plasmaproteinbindung von über 99 Prozent mit einer relativ kurzen Eliminationshalbwertzeit im Plasma (3-6 Stunden) und einer lang anhaltenden Verweildauer im Zielgewebe.
Wie Professor Hyman Tannenbaum, Montreal, auf dem Symposium informierte, geht aus humanpharmakologischen Studien eindeutig hervor, dass Lumiracoxib selektiv die COX-2, aber nicht die thrombozytäre COX-1 hemmt. So zeigt eine Studie an 60 gesunden Probanden, dass die Thromboxan-B2-(TxB2)-Spiegel nach 6tägiger Behandlung mit 2 x 200 mg Lumiracoxib pro Tag vergleichbar mit den TxB2-Spiegeln nach Plazebo-Gabe waren.
Hohe Wirksamkeit von Lumiracoxib bei Arthrose
Erste Ergebnisse aus klinischen Studien zeigen die hohe Wirksamkeit von Lumiracoxib an Patienten mit Hüft- bzw. Kniegelenksarthrose. In einer doppelblinden, plazebokontrollierten Studie bei 583 Patienten über 4 Wochen war die Therapie mit täglich 100, 200 oder 400 mg Lumiracoxib bereits ab der ersten Woche der Plazebo-Gruppe signifikant überlegen. Die Responderraten lagen in der Gruppe, die 400 mg täglich erhalten hatte, nach 4 Wochen so hoch wie unter einer Diclofenac-Therapie mit 150 mg pro Tag.
Hohe gastrointestinale Sicherheit von Lumiracoxib
In seinem Vortrag hob Tannenbaum auch insbesondere die gute gastrointestinale Verträglichkeit von Lumiracoxib hervor. Einer Endoskopie-Studie an 20 gesunden Probanden zufolge kam es im Vergleich zu 2 x 500 mg täglich Naproxen und Plazebo mit 65% und 5% unter 2 x 200 mg täglich Lumiracoxib in keinem Fall zu gastrointestinalen Ulzera und Erosionen. Diese Ergebnisse wurden auch in einer 3-Phasen-Crossover-Studie beobachtet, in der 25 gesunde Probanden entweder 1 x täglich 800 mg Lumiracoxib oder 2 x täglich 500 mg Naproxen oder Plazebo erhalten hatten. Anders als Naproxen schonte Lumiraxoxib die Prostaglandinsynthese in der Magenschleimhaut, bei keinem Patienten kam es zu gastroduodenalen Erosionen.
Die gute gastrointestinale Verträglichkeit von Lumiracoxib untermauern auch die Ergebnisse einer Langzeittherapie von über 13 Wochen bei mehr als 1000 Arthrosepatienten. Gegenüber den Vergleichssubstanzen Celecoxib und Ibuprofen zeigte Lumiracoxib in einer täglichen Dosis von 200 mg oder 400 mg eine ähnliche Inzidenz gastroduodenaler Ulzera wie 200 mg Celecoxib pro Tag (3 - 4%) und eine signifikant reduzierte Inzidenz im Vergleich zu Ibuprofen (16%).