Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Duodart

[Gelegentlich wird in Beiträgen das relativ neue Präparat Duodart® erwähnt, das aber lediglich eine Kombination der bereits seit längerem auf dem Markt befindlichen Wirkstoffe Dutasterid (Avodart®) und Tamsulosinhydrochlorid (Alna®, Omnic®, Prostacure®, Prostadil® u. a.) darstellt. Eine Hartkapsel Duodart® enthält (wie Avodart) 0,5 mg Dutasterid und (wie z. B. Alna®) 0,4 mg Tamsulosinhydrochlorid].
Laut Angabe des Herstellers GlaxoSmithKline ist das Anwendungsgebiet die Behandlung moderater bis schwergradiger Symptome der benignen Prostatahyperplasie (BPH) zum Senken des Risikos von akutem Harnverhalt und operativen Eingriffen bei Patienten mit solchen Symptomen.
Die Kapseln sollen einmal täglich immer zur gleichen Tageszeit etwa 30 Minuten nach der jeweiligen Mahlzeit eingenommen werden.
Ed

Hippos schrieb am 27.7.2010:
Hier meine Kurzdaten. PSA unverändert hoch 9,3. 48 Biopsieeinstiche, alle negativ. MRT nicht auffällig. Tastbefund: in Ordnung. URO schlägt für ca. ein halbes Jahr vor, DUODART einzunehmen. Scheint ein neues Wundermittel zu sein ! Er hat mir erst mal 30 Stk. verschrieben, um die Verträglichkeit zu testen.
Heribert antwortete am selben Tag:
Duodart ist ein ganz neu auf dem Arzneimittelmarkt genehmigtes Kombinationspräparat aus Dutasterid und Tamsulosin. Also eigentlich bekannte Präparate. Da muss man gespannt sein, welche Reaktion sich bei Dir zeigt. Du solltest davon berichten!
Hippos folgteam 3.3.2011dieser Aufforderung:
Nach ca. einem halben Jahr mit Einnahme von Duodart ist mein PSA gesunken von 9,3 auf 4,1, Volumen von 75 auf 55 ml. Ich bin sehr erleichtert. URO meinte, die Verringerung über die Hälfte des PSA und Verkleinerung des Volumens ist im Moment ein Zeichen, dass zur Zeit kein Krebs vorhanden ist. Seht ihr das auch so? Duodart habe ich ohne nennenswerte Nebenwirkungen vertragen. Ich nehme weiterhin Duodart und nach ½ Jahr wieder Kontrolluntersuchung.
skipper schrieb am 17.3.2011:
Duodart als Kombinationspräparat aus Dutasterid und Tamsulosin sorgt für zweierlei:
1. der PSA-Wert sinkt, bzw. halbiert sich und die Prostata schrumpft.(Dutasterid),
2. die Muskulatur um die Prostata entspannt sich. (Tamulosin).
Beides sollte eine bessere Miktion ermöglichen. "Ist im Moment ein Zeichen, dass zur Zeit kein Krebs vorhanden ist" bei dieser Aussage deines Urologen wäre ich sehr skeptisch!!
Es gibt eine Studie mit Dutasterid (Reduce Studie) die eine gewisse vorbeugende Wirkung ergab, d. h. die Probanden mit Dutasterid-Einnahme hatten weniger PCa-Tumore als die in der Kontrollgruppe. Ob bei vorhandenem PCa eine Aggressivitätssteigerung erfolgte, konnte nicht genau ermittelt werden.
Würde weiterhin engmaschig kontrollieren. Hast du schon einmal versucht, auf Prostatitis zu behandeln?
Hippos meldete sich am 26.3.2012 wieder:
Nach steigendem PSA-Wert mit Duodart habe ich mich in Heidelberg angemeldet. PSA 7,1 ng/ml unter Duodart, Volumen 75 ml. Inzwischen habe ich gesamt 76 Biopsien. Mit Stereotaktischer 28 Einstiche [gemeint ist "stereotaktische Biopsie = Biopsie unter Kontrolle einer Bildgebung wie MRT oder Röntgen – Ed].
Siehe hier.
Unter Histologie steht, im vorliegenden Material kein Anhalt für Malignität. Bin mal wieder sehr erleichtert, dass nichts gefunden wurde, und belasse es mal dabei.
Eine 100-prozentige Sicherheit hat man natürlich nicht.
Eventuell muss ich mal über eine TURP nachdenken, wenn die Miktion größere Probleme bereitet.

nordymann fragte am 21.5.2013 unter dem Betreff „Duodarttherapie bei prostata-ca sinnvoll ja oder nein?“
Ich soll jetzt während der von meinem Urologen favorisierten active surveillance Duodart zur Verkleinerung meiner 120 ml großen Prostatata und zur Verbesserung meines Harnstrahls machen. Erschwert das nicht sehr die Aussagekraft der vierteljährlichenPSA-Messungen im Hinblick auf das Krebswachstum?
Urologe antwortete am selben Tag:
Eine 120 ml große Prostata ist nicht so ganz einfach zu operieren (normale Größe 15 - 20 ml). Da kommt man(n) nicht so gut um die Kurve. Eine Verkleinerung durch Duodart (bis zu 50 % sind oft möglich) kann da helfen. Bei den PSA-Werten muss man "nur" die Dreimonatswerte als neue Referenz heranziehen (d. h. in der Regel mal 2 nehmen, um mit dem alten Wert zu vergleichen).
nordymann fragte am21.5.2013 zurück:
Aber erkennt man nach der Verkleinerung nach sechs Monaten die PSA-Tendenz und das Krebswachstum noch richtig, wenn man die Messwerte x 2 nimmt? Das kann doch nur ne Daumenregel sein.
Wenn ich mich bei einem weiteren Anstieg der PSA-Werte ohnehin operieren lassen will, kommt es doch nur darauf an, diesen genaustens zu ermitteln, das heißt möglichst wenig verfälschende einflüsse eben sonst konstante bedingungen zu haben. Bei gleichem Prostatavolumen von 120 ml wäre ein Anstieg in fünf Monaten über 10 für mich ein OP-Grund. Dann wäre der Wert nämlich innerhalb des letzten Jahres krebsbedingt um mindestens 2,5 gestiegen.
Urologe antwortete am 22.5.2013:
Wenn man den "neuen" PSA-Wert als Referenz nimmt, soll die Erkennung sogar etwas genauer sein (REDUCE-Studie), man muss halt damit umgehen können .... :-).