Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Doxycyclin

Wil schrieb am 17.2.2003 zum Thema "Antikrebscocktail" u. a.:
Hier möchte ich doch eine WARNUNG vorweg geben. Ein Cocktail enthält im Allgemeinen (rezeptpflichtige) Medikamente als auch Vitamine, Mineralien und Naturheilmittel wie zum Beispiel Gelbwurz. Jede Komponente ist als komplementär zu einer eventuellen Haupttherapie zu betrachten. Für die meisten der Komponenten hat es keine klinischen Studien gegeben bezüglich Wirksamkeit gegen Prostatakrebs (PK). Antikrebswirkungen beim Menschen werden nur stark vermutet auf Grund von Experimenten in vitro (Laboratorium) und/oder in vivo (Nagetiere). In den letzten Jahren wurde von immer mehr altbekannten Medikamenten entdeckt, dass sie eine Antikrebswirkung haben. Zum Beispiel hat Doxycyclin (ein Antibiotikum, den Zahnärzte bekannt) auch eine Wirkung gegen Knochenmetastasen...
Doxycyclin, 20 mg in Wasser lösen und trinken, zweimal täglich (total 40 mg). Hat eine Wirkung gegen Knochenmetastasen und gegen Angiogenese [Gefäßneubildung (hier: zur Versorgung wachsender Tumoren) – Ed]. Empfohlen von Dr. Strum und Dr. Myers.
Bemerkungen von Dr. Myers:
The tetracycline, doxycycline, inhibits the matrix metalloproteinases involved in the metastatic spread of prostate cancer and also angiogenesis.
Also, all of this data is from animal models using human cancer. The doses needed are quite a bit lower than that used as an antibiotic. The same enzymes are involved in periodontal disease and a low dose of doxycycline is approved for that purpose marketed as Periostat 20 mg, twice daily. The major side effects at this dose are limited with photosensitivity being the one I worry most about.
Of interest, doxycycline is incorporated into bone and, over time, will saturate the bone, presumably making it less attractive to cancer cells.
With this background, a human clinical trial would be very interesting.
Snuffy Myers MD
[Das Tetracyclin Doxycyclin hemmt die Matrix-Metalloproteinasen, die an der metastatischen Ausbreitung des Prostatakrebses betzeiligt sind, und auch die Angiogenese.
All diese Daten stammen von Tiermodellen unter Verwendung von humanem Krebs. Die erforderlichen Dosen sind ein Gutteil niedriger, als wenn es als Antibiotikum eingesetzt wird. Dieselben Enzyme sind an periodontalen Erkrankungen beteiligt, und ein als Periostat vermarktetes niedrig dosiertes Doxycyclin ist für diesen Zweck zugelassen, 10 mg, zweimal täglich. Die hauptsächlichen Nebenwirkungen sind begrenzt, wobei mir Photosensitivität am meisten Sorgen macht.
Zur Information, Doxycyclin wird in den Knochen eingebaut, sättigt mit der Zeit den Knochen und macht ihn dadurch vermutlich für Krebszellen weniger attraktiv.
Vor diesem Hintergrund wäre ein klinischer Versuch am Menschen sehr interessant. – Übersetzung durch Ed]
[Auf der Seite über Metastasen ist ein noch etwas ausführlicherer Text von Wil – Ed]

Bernt schrieb am 6.11.2004:
Ich kann mich erinnern, dass Wil schon vor ca. zwei Jahren die Einnahme von Doxycyclin im KISP-Forum propagiert und wohl auch selbst eingenommen hat. Verlockend an Doxycyclin: ist gut verträglich und preiswert.
Einnahme von Doxycylin stoppt Erkrankung
Antibiotikum deaktiviert Krebsgen bei Mäusen
Wissenschafter der Stanford University haben nachgewiesen, dass ein verbreitetes Antibiotikum Krebszellen bei Mäusen deaktivieren kann. Die Wirkung beruhte dabei auf dem Ausschalten des krebsauslösenden Gens Myc.
Die Erfolge der Antibiotika-Therapie bei Mäusen lassen auch für die Krebsbehandlung beim Menschen hoffen.
13.10.04 - Die Tiere blieben für die Dauer der Einnahme des Medikaments krebsfrei. Wurde es abgesetzt, erkrankten die Mäuse an Leberkrebs. Die Forscher erwarten in Nature einen neuen Ansatz für die Behandlung von Krebs beim Menschen. Zusätzlich besteht laut BBC Hoffnung auf eine Anwendbarkeit bei Brust-, Darm- und Prostatakrebs.
Alle diese Krebsarten nehmen ihren Ausgang in den so genannten Epithelzellen, die den Körper auskleiden. Die Wissenschafter untersuchten Mäuse, deren Leberzellen dahingehend verändert wurden, dass sie über ein modifiziertes, krebsverursachendes Myc Gen verfügten. Myc kontrolliert die Zellteilung. Anders als die normale Version des Gens, bleibt die modifizierte Variante permanent aktiv. Das bedeutete, dass sich die Zellen laufend teilten und in der Folge teilweise kanzerös wurden. Das Antibiotikum Doxycylin deaktivierte das fehlerhafte Gen und blockierte damit das Krebswachstum. Das Absetzen führte zu einer Krebserkrankung. Wurde das Medikament erneut verabreicht, wurde Myc erneut deaktiviert, ein weiteres Krebswachstum blockiert und bestehende Krebszellen wieder normalisiert.
Der leitende Wissenschafter Dean Felsher erklärte, faszinierend sei, dass Krebszellen wieder in normal erscheinende Zellen verwandelt werden konnten. Obwohl diese Zellen normal aussahen, konnten sie noch immer kanzerös werden, wenn das Medikament abgesetzt wurde. Damit könnte geklärt sein, warum bei manchen Patienten nach der Chemotherapie die Krebserkrankung wiederkehrt.
pte