Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Pollstimol®
(früher: Cernilton®)

[Ich wurde auf Cernilton® (neue Handelsbezeichnung: Pollstimol®) durch eine Anmerkung des auch in Deutschland bekannten amerikanischen Onkologen/Hämatologen und Prostatakrebs-Experten Dr. Stephen B. Strum in einer im Internet (inzwischen nicht mehr) zugänglichen Rundfunksendung in USA über Prostatakrebs aufmerksam. Dr. Strum hält es für ein sehr wirkungsvolles Medikament bei (auch abakterieller) Prostatitis, das leider in den USA noch nicht erhältlich sei. Im Internet fand ich daraufhin zu Cernilton® u. a. die folgende Information (inzwischen auch nicht mehr zu finden):
"Cernilton ist ein standardisierter Gräserpollenextrakt aus Roggen, Timothy-Gras und Mais im Verhältnis 30:1,5:1. Es handelt sich um ein komplexes Vielstoffgemisch, für das ein synergistisches Wirkprinzip der lipophilen und der hydrophilen Fraktion postuliert wird (...). Die hydrophile Fraktion besitzt antiproliferative (eine die Weiterverbreitung hemmende – Ed) Eigenschaften, die die pathologisch gesteigerte Zellteilung des Prostatagewebes vermindern kann. Miktionsstörungen werden beseitigt oder vermindert. Bei Patienten mit chronischer Prostatitis konnte in klinischen Studien durch die Therapie mit dem Pollenextrakt eine deutliche Abnahme des Beschwerdebildes und der Entzündungsparameter im Exprimat und Ejakulat gezeigt werden. Ebenso wurde ein Anstieg des maximalen Harnflusses beobachtet."
An anderer Stelle werden im Internet als potenzielle Nebenwirkungen leichte Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen genannt.
Laut Herstellerangabe ist Pollstimol® als einziges Phytotherapeutikum in Deutschland als Arzneimittel zur Behandlung bei chronischer abakterieller Prostatitis zugelassen.
Bei einem erhöhten PSA-Wert mit Verdacht auf Prostatakrebs sollte vor einer Biopsie eigentlich abgeklärt werden, ob evtl. eine Prostatitis (Prostata-Entzündung) vorliegt, die für den erhöhten PSA-Wert verantwortlich ist. Üblicherweise werden hierzu Antibiotika auf Fluoroquinolon-Basis eingesetzt (z. B. Ciprobay®). Es gibt aber die chronische abakterielle Prostatitis (CAP), die auf Antibiotikumgaben nicht anspricht und die für den Urologen oft sehr schwer zu behandeln ist. Hier könnte das Verabreichen von Pollstimol® über vier bis sechs Wochen eine geeignete Therapie sein.
In einer bereits 1993 in den USA durchgeführten Studie bekamen 90 unter chronischer Prostatitis leidende Patienten zweimal täglich eine Tablette*) Cernilton® N (damaliger Handelsname). Von den Patienten, die keine weiteren Komplikation hatten wie z. B. Harnröhrenstrikturen (-verengungen), Prostataverkalkungen, Blasenhalssklerose (-verhärtung) sprachen insgesamt 78 % positiv auf die Behandlung an, 36 % wurden gänzlich von den Symptomen geheilt, bei 42 % verbesserten sich zumindest die Symptome deutlich. Von den 18 Patienten mit bestehenden weiteren Komplikation sprach nur einer (entsprechend 5,5 %) auf die Behandlung an. 97 % aller behandelten Patienten vertrugen die Behandlung mit Cernilton® N gut.
*) Anmerkungen dazu:

1) Die aktuelle Darreichungsform von Pollstimol® sind Kapseln.
2) Es scheint, dass die weiter oben zitierte Information sich auf diese Studie bezieht.
Die Gebrauchsinformation zu Pollstimol® ist hier zu finden. Pollstimol® ist nicht verschreibungspflichtig.
120 Hartkapseln Pollstimol kosten je nach Anbieter um die 30,- € (ohne Gewähr).
Alle Angaben ohne Gewähr.
Gemäß einer Notiz auf der Web-Seite des Herstellers Strathmann vom Juni 2017 ist wegen eines Herstellerwechsels Pollstimol derzeit nicht lieferbar. Siehe auch den von tomaso am 17.6.2017 eröffneten thread.
Ed]

Samba500 schrieb am 19.9.2011:
Heute habe ich folgende Ergebnisse erhalten:
Der PSA-Wert ist nun innerhalb von drei Wochen von 30 ng/l auf 12 ng/l zurückgegangen. Das ist schon eine gute Botschaft, aber noch keine Entwarnung.
Bei den weiteren Untersuchungen (Blut-Urin-Sperma) konnten keine Hinweise auf eine Entzündung gefunden werden. Mein Urologe geht erstmal weiter von einer Prostatitis aus. Der PSA soll in vier Wochen nochmals kontrolliert werden. Ich bin schon überrascht, dass der PSA-Rückgang nicht mit Antibiotikum, sondern mit dem planzlichen Medikament Pollstimol erreicht werden konnte.
Pollstimol besteht aus Gräserpollenextrakt 23 mg (Roggen: Timothy: Gras; 30 : 1,5 : 1) [hier irrte Samba500 – siehe Kopfinformation, statt "Gras" muss es "Mais" heißenEd].
Gibt es im Forum jemanden, der mit Pollstimol ähnliche Erfahrungen gemacht hat? [diese Frage blieb bisher unbeantwortet – Ed]
Carl70 schrieb am 20.7.2016:
Über die letzten Monate habe ich längere Zeit Pollstimol eingenommen. Mein PSA-Wert ist gesunken. Der Durchbruch dürfte allerdings die Doxyciclin-Therapie gewesen sein, danach fing der PSA-Wert erstmals an zu sinken. Jetzt ist er auf einem vorläufigen Tiefstwert angelangt. Ich habe mein Profil aktualisiert. Hier der Verlauf komplett:
20.09.13 2,04
03.03.15 4,50
26.03.15 5,88
30.03.15 4,71
14.04.15 5,64 (16.4. Biopsie mit Feststellung Prostatitis)
04.05.15 4,81
01.07.15 7,28 (8.7. MRT mit MR-PIRADS 2)
15.07.15 4,32
21.09.15 5,20
02.10.15 4,43 (danach Nov/Dez Doxyciclin + Pollstimol)
12.02.16 3,22
18.03.16 2,75
18.07.16 2,43
Der PCa-Verdacht ist damit deutlich zurückgedrängt, was mich natürlich sehr freut.
Warum das Update hier? Ich sehe meinen Verlauf als ein Beispiel für eine äußerst hartnäckige chronische Prostatitis. Offenbar muss man diese mit größter Geduld angehen. Die chronische Prostatitis kann durchaus zu einem sehr langfristig erhöhten PSA-Wert führen. Bei mir scheinen erst die zweite (!) langfristige Antibiotika-Therapie und Pollstimol zu einem spürbaren Absinken des PSA-Wertes geführt zu haben. Zwei (sehr erfahrene) Urologen hatten mir von der zweiten Antibiotika-Therapie sogar abgeraten. Erst nach einigen Bluttests, die Hinweise auf Entzündungen gaben, wurde diese durchgeführt.
tomaso schrieb am 17.6.2017:
Die Firma Strathmann scheint wohl schlecht organisiert zu sein, den das Pollstimol ist aktuell nicht lieferbar. Die wechseln den Hersteller.
http://www.strathmann.de/index.php/pollstimol-kurzinfo
Dazu meldete guenter am selben Tag:
Alternativ gibt es das wirkstoffidentische Präparat Pollstimol cernil in Ungarn. Es handelt sich um Tabletten, die Dosierung ist gleich. Pollstimol cernil kann über die internationale Apotheke bestellt werden (so Strathmann 23.05.17).