Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Medikamente –
Bisphosphonate allgemein
- [Bisphosphonate
werden seit etwa Mitte der 1980-er Jahre zur Behandlung von
Osteporose und anderen Kalziumstoffwechselkrankheiten eingesetzt. Es
handelt sich um synthetische Verbindungen, Analoga des
Pyrophosphats, bei denen Sauerstoff- durch Kohlenstoffatome ersetzt
werden. Als Wirkstoffe führen sie im Namen die Endsilbe
-dronat, wie z. B. Pamidronat, Alendronat, Zoledronat.
-
Bisphosphonate
lagern sich in der Knochenoberfläche an und sind dort noch nach
Jahrzehnten nachweisbar. Sie erhöhen in anderthalb Jahren
Therapiedauer die Knochendichte beträchtlich. Obwohl es oral
einzunehmende Bisphosphonate gibt (z. B. Fosamax®),
ist die bevorzugte Verabreichung per Infusion, weil dabei keine
Magen-Darm-Beschwerden auftreten können und die Wirkung
schneller eintritt. Vor einiger Zeit wurde erkannt, dass
Bisphosphonate vorteilhaft auch bei Krebserkrankungen wie Prostata-
und Brustkrebs eingesetzt werden können, bei denen sich häufig
Knochenmetastasen bilden. Dabei werden die Knochen durch
Hyperkalzämie porös. Es können starke Schmerzen
auftreten, schon bei alltäglicher Belastung kann es zu
Knochenbrüchen kommen. Bisphosphonate bilden offenbar einen
Schutzschild gegen die aggressiven Krebszellen. Gleichzeitig dringen
sie in diese ein und stören deren Funktion. Studien haben
gezeigt, dass Bisphosphonate Knochenmetastasen und Knochenschwund
verhindern können, wenn sie direkt nach der Erstoperation des
Krebses eingesetzt werden (Text unter Verwendung eines Artikels im
Darmstädter Echo vom 16.12.2005).
-
Leider
werden die Kosten für das Verabreichen von Bisphosphonaten erst
dann von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn
Knochenmetastasierung nachgewiesen ist.
-
Jahre, nachdem Bisphosphonate erstmals bei
Vorliegen von Knochenmetastasen bei Brust- und Prostatakrebs
eingesetzt wurden, ist eine sehr unangenehme potenzielle
Nebenwirkung dieser Medikamentengruppe bekannt geworden, nämlich
Osteonekrose (Knochenveränderung)
des Kiefers (daher auch als Kiefernekrose bezeichnet). Verhaltens-
oder Therapieratschläge hierzu gibt es noch nicht, aber siehe
den untenstehenden Bericht von Gerd U.
dazu.
-
Auf der Seite
http://www.myelom.net/KON_2005_09_09.pdf
des Universitätsklinikums Bonn findet sich die folgende Angabe
über die Häufigkeit des Auftretens von Kiefernekrosen bei
den unterschiedlichen Bisphosphonaten:
-
"Ein besonders gehäuftes
Auftreten dieser Nebenwirkung wurde bei dem Präparat Zo-edronat
(Zometa®)
beobachtet, unter Pamidronat (Aredia®)
traten ebenfalls des öfteren Kiefernekrosen auf, jedoch
seltener als bei Zoledronat. Unter Ibandronat (Bondronat®)
Therapie waren Kiefer-Osteonekrosen als Komplikation bisher selten
zu finden und bei Patienten, die Clodronat (Ostac®)
erhielten, wurden bisher keine Kiefer-Osteonekrosen beobachtet."
-
– Ed]
- Bill
fragte am 13.2.2002:
-
kennt
jemand "Ostac"? Es soll ein Mittel gegen Knochenabbau
sein. Die Recherche bei DocMorris ergab folgendes:
-
Ostac
520, Produktnummer: 111432, Wirkstoffe:
-
Illose,
mikrokristalline Cellulose, Natriumcitrat, Poly (ethylacrylat,
methylmethacrylat), Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz,
Polysorbat, Talkum, Farbstoff E171. 1 Filmtablette enthält:
Clodronsäure, Dinatriumsalz 4H2O 649,7 mg (entspricht 520 mg
Clodronsäure, Dinatriumsalz). Weitere Bestandteile: Lactose,
Macrogol, Magnesium stearat, Maisstärke, Hyprome.
Packungsinhalt: 120 Filmtabletten. Rezeptpflicht: Ja.
Bestellpreis: 568,03 EUR. -
Wil
antwortete am selben Tag:
-
Übersicht
über die Bisphosphonate [Medikamente,
über die hier eigene Seiten vorliegen, sind als Hyperlink
gekennzeichnet. - Ed]:
-
Wirkstoff Handelsnamen® (rel.
Effekt/mg) *)
Etidronat Didrokit®,
Didronel® (1)
tabl
Clodronat Ostac®,
Bonefos® (10)
tabl
Tiludronat Skelid® (10)
tabl
Pamidronat Aredia®
(100)
iv
Alendronat Fosamax®
(1.000)
tabl
Risedronat Actonel®
(5.000)
iv
Ibandronat Bondronat®
(10.000)
iv
Zoledronat Zometa®
(20.000)
iv -
Ostac®,
Bonefos® Dosis 1600 mg/Tag (in einem Versuch). Fosamax®
normale Dosis 10 mg/Tag.
-
*)
Diese von Wil stammende Übersicht habe ich nach Angaben von Dr.
med. Christoph Schindler und Prof. Wilhelm Kirch vom Institut für
Klinische Pharmakologie der TU Dresden aus dem BPS-Magazin, Heft 1,
April 2005, S. 24 geändert und ergänzt. –
Ed]
-
Guy
schrieb am 25.10.2004:
-
Hierbei
ein Artikel über eventuell auftretende Nebenwirkungen von
Bisphosphonaten, die jeder kennen sollte (vor allem Zahnärzte),
deshalb stelle ich den folgenden Artikel ins Forum.
-
http://www.akdae.de/20/20/20040802.html
-
Osteonekrosen
des Kiefers unter Bisphosphonaten (UAW-News - International)
-
Bisphosphonate
werden zunehmend eingesetzt zur Therapie der Osteoporose, bei
osteolytischen Knochenmetastasen von soliden Tumoren bzw. Osteolysen
bei multiplen Myelomen oder bei Hyperkalzämie im Rahmen
maligner Erkrankungen. In einer New Yorker Klinik für Mund- und
Kieferchirurgie fiel jetzt eine Gruppe von Patienten mit
nekrotischen Läsionen des Kiefers auf, denen eine klinische
Eigenschaft gemeinsam war: sie hatten alle eine Dauertherapie mit
den auch in Deutschland zugelassenen Bisphosphonaten Pamidronat,
Zoledronat oder Alendronat erhalten.
-
Deutsches
Ärzteblatt, Jg. 101, Heft 31-32, 02.08.2004
-
Osteonekrosen
des Kiefers unter Bisphosphonaten
-
Die
AkdÄ möchte Sie im Folgenden über Publikationen und
Meldungen aus dem internationalen Raum informieren und hofft, Ihnen
damit nützliche Hinweise auch für den Praxisalltag geben
zu können.
-
Bisphosphonate
werden zunehmend eingesetzt zur Therapie der Osteoporose, bei
osteolytischen Knochenmetastasen von soliden Tumoren bzw. Osteolysen
bei multiplen Myelomen oder bei Hyperkalzämie im Rahmen
maligner Erkrankungen. In einer New Yorker Klinik für Mund- und
Kieferchirurgie fiel jetzt eine Gruppe von Patienten mit
nekrotischen Läsionen des Kiefers auf, denen eine klinische
Eigenschaft gemeinsam war: sie hatten alle eine Dauertherapie mit
den auch in Deutschland zugelassenen Bisphosphonaten Pamidronat
(Aredia®), Zoledronat (Zometa®) oder Alendronat (Fosamax®)
erhalten (1; 2). Eine retrospektive Analyse aller Patienten zwischen
Februar 2001 und November 2003 mit refraktärer Osteomyelitis
und anamnestisch einer Therapie mit Bisphosphonaten ergab 63
Patienten mit einer solchen Vorgeschichte. Von den 63 Patienten
hatten 56 eine intravenöse Therapie für mindestens ein
Jahr erhalten, und sieben Patienten erhielten eine orale
Langzeittherapie. Die Grunderkrankungen waren in 44 Prozent multiple
Myelome, 32 Prozent Mammakarzinome, 13 Prozent Osteoporose, 5
Prozent Prostatakarzinome und 6 Prozent andere Erkrankungen. Die
Läsionen waren typischerweise nicht heilende Extraktionswunden
oder ein freiliegender Kieferknochen,jeweils refraktär
gegenüber konservativem Debridement oder antibiotischer
Therapie. Eine australische (3) und eine amerikanische Publikation
(4) hatten im Jahre 2003 erstmals (Letter) auf die Problematik
hingewiesen.
-
Osteonekrosen
des Kiefers (avaskuläre Nekrosen) sind gekennzeichnet durch
Verlust oder Zerstörung des Knochens unter den Zähnen. Die
Biopsien ergaben keinen Hinweis auf Metastasen beziehungsweise
Osteolysen, wie man es bei den entsprechenden Grundkrankheiten
differenzialdiagnostisch annehmen könnte. Klinisch imponierten
die Nekrosen wie dentale Abszesse, "Zahnschmerzen" oder
wunde Stellen im Bereich des Zahnfleisches. Zahnextraktionen stehen
häufig am Beginn der Episoden dieser nichtheilenden Nekrosen.
Der Kausalzusammenhang der Osteonekrosen des Kiefers mit
Bisphosphonaten ist nicht gesichert. Andere Faktoren, wie
Begleittherapien (Chemotherapie, Radiatio, Corticosteroide) oder
patientenseitige Faktoren (Anämie, Infektionen, vorbestehende
kieferchirurgische Erkrankungen) können eine Rolle spielen.
-
Die
amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat bereits für
Pamidronsäure (Aredia®) und Zoledronsäure (Zometa®)
diese bislang unbekannte unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW)
in die Gebrauchsinformationen aufnehmen lassen. Die Autoren der New
Yorker Studie weisen darauf hin, dass Ärzte angesichts der
steigenden Verordnungen von Bisphosphonaten verstärkt auf
derartige UAW achten sollten. Ein Problem dabei scheint zu sein,
dass sich betroffene Patienten möglicherweise nicht an den die
Bisphosphonate verordnenden Arzt, sondern an den Zahnarzt
beziehungsweise Kieferchirurgen wenden und die unerwünschten
Arzneimittelwirkungen auf diese Weise nicht als solche erkannt
werden. Zahnärzte bzw. Kieferchirurgen sind deshalb besonders
zur Aufmerksamkeit gegenüber diesen UAW aufgefordert.
-
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle
beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie
können dafür den in regelmäßigen Abständen
im Deutschen Ärzteblatt auf de vorletzten Umschlagseite
abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen unter der
AkdÄ-Internetpräsenz www.akdae.de
abrufen.
-
Literatur
-
1.
Ruggiero SL, Mehrotra B, Rosenberg TJ, Engroff SL: Osteonecrosis of
the jawsassociated with the use of bisphosphonates: a review of 63
cases. J Oral MaxillofacSurg 2004; 62: 527-534.
-
2.
Schwartz HC: Osteonecrosis and bisphosphonates: correlation versus
causation. J Oral Maxillofac Surg 2004; 62: 763-764.
-
3.
Carter GD, Goss AN: Bisphosphonates and avascular necrosis of the
jaws. Aust Dent J 2003; 48: 268.
-
4.
Marx RE: Pamidronate (Aredia) and zoledronate (Zometa) induced
avascularnecrosis of the jaws: a growing epidemic. J Oral Maxillofac
Surg 2003; 61: 1115-1117.
-
Arzneimittelkommission der deutschen
Ärzteschaft
Geschäftsführer Prof. Dr. med. H.
Berthold
Herbert-Lewin-Platz 1 (Wegelystr.)
10623
Berlin
Postfach 12 08 64
10598 Berlin
Tel.: +49
30-400456-500
Fax: +49 30-400456-555
E-Mail: info@akdaede
- Thom B. fragte am
16.1.2005:
-
Ich stehe kurz vor Beginn der DHB und habe
noch weitere Fragen. Da bei mir eine Osteoporose vom Typ 1 vorhanden
ist, habe ich einen Orthopäden aufgesucht und mit Ihm das
Problem "Knochenschutz" besprochen. Er weigert sich, mir
Zometa zu verschreiben. Mit der Begründung "Die
evtl.Nebenwirkungen sind erheblich (z. B. Kiefer-Osteonekrose)
und können auch bei langsamer Durchlaufzeit der Infusion
auftreten. - Wahrscheinlich haben seine Bedenken eher mit dem Preis
zu tun -. Nun meine Frage: Kann zum Knochenschutz (zur Prävention
gegen Knochenmetastasen und bei vorhandener Osteoporose ) anstatt
Zometa auch Fosamax genommen werden?
-
Urologe fs antwortete am selben Tag:
-
Fosamax kann auch genommen werden, ich würde
aber Zometa aus den bekannten Gründen bevorzugen - in
dreimonatlichem Abstand. Bei zusätzlicher Osteoporose sollte es
auch keine Kostenübernahmeprobleme geben. Kieferosteonekrosen
können übrigens ALLE Biphosphonate machen.
-
Und Hans-Helmut schrieb:
-
Zometa wirkt stärker als Fosamax gegen
Osteoporose (siehe Dr. Leibowitz, Dr. Strum et. al.). Allerdings
sind die Indikationen zu beachten:
-
Fosamax: Arzneimittel zur Behandlung der
Osteoporose (orale Einnahme).
-
Zometa: Prävention skelettbezogener
Komplikationen bei Knochenmetastasen und zur Behandlung einer
tumorinduzierten Hyperkalzämie (intravenös).
-
Auf Kassenrezept erhält man daher nur
Fosamax gegen Osteoporose. Zometa erhält man nur dann, wenn
Knochenmetastasen nachgewiesen sind. In Ausnahmefällen, wenn
der Gastrointestinaltrakt vorgeschädigt ist und Fosamax daher
nicht vertragen wird, kann ggf. auch Zometa zur
Osteoporosebehandlung von der Krankenkasse übernommen werden.
-
Falls Du Zometa bekommst:
-
Das statistische Risiko für
Knochennekrosen im Kiefer ist relativ niedrig. Aber während der
Zometa-Behandlung ist es sicher besser, sich keinen Zahn ziehen zu
lassen.
-
Riskanter erscheint mir die Möglichkeit
der Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen (angeblich in
seltenen Fallen). Dies wird in der onkologischen Literatur derzeit
kontrovers diskutiert, da Krebspatienten häufig noch andere
Medikamente nehmen, welche die Nieren schädigen können.
Einigkeit besteht unter den Onkologen, dass bei Zometa-Behandlung
die Nierenwerte, vor allem Kreatinin, regelmäßig
kontrolliert werden sollen!
-
Die anderen Medikamente zur
Osteoporosebehandlung kennst Du wahrscheinlich: Kalzium (zu
beachten: als Karbonat mit geringster Wirkung!), Mineralstoffe und
Spurenelemente wie Magnesium und Bor sowie Vitamin D (D3) und
Vitamin K (Vorsicht: hat Einfluss auf Blutgerinnung).
-
Am besten ein entsprechendes Therapiekonzept
mit dem Orthopäden erstellen.
- Alfredo
fragte am 27.9.2005:
-
Ich bekomme wegen meinem PK und den
nachgewiesenen Knochenmetastasen seit zwei Jahren 4 wöchentlich
Zometa. Nur jetzt hat mein Onkologe gesagt, dass er mir Bondronat
oral geben möchte. Auf die Frage, warum, hat er nur
geantwortet, dass es dem Zometa ebenbürtig ist! Meine Frage
ist, ob das stimmt?
-
Jürg antwortete am selben Tag:
-
In einer im Frühling diese Jahres am
ASCO-Kongress in den USA vorgestellten Studie, die unter Leitung von
Dr. Jean-Jacques Body, Belgien, durchgeführt wurde, ergab sich,
dass oral verabreichtes Bondronat in täglichen Dosen von 50 mg
gleich wirkungsvoll sei, wie die Infusion von Zoledronsäure
alle vier Wochen.
-
Die Studie betraf Brustkrebspatientinnen und
war auf 12 Wochen ausgelegt. Sie ergab, dass der Marker für
Knochenresorption bei Bondronat innert 12 Wochen um 76 %
zurückging, bei Zoledronsäure um 73 %. Andere Marker
zeigten ähnliche Ergebnisse.
-
(Quelle:
http://www.pslgroup.com/dg/24dece.htm/
doctors guide)
-
Schaut man sich ein wenig um, dann findet man
in der Zeitschrift The Oncologist, Vol. 10, No. 5, 317, May 2005
-
http://theoncologist.alphamedpress.org/cgi/content/full/10/5/317#R1
-
den folgenden Hinweis: „Dr. Body acted
as a consultant for Roche and Amgen and has performed contract work
for Roche, Amgen, and Novartis”.
-
Bondronat wird von Roche hergestellt, Zometa
von Novartis.
-
Julius P. antowrtete am 28.9.2005:
-
Sowohl Zometa wie auch Bondronat gehören
zu den Bisphosphonaten und werden zum "Knochenschutz"
gegen Metastasenbildung eingesetzt.
-
Zur Ebenbürtigkeit:
-
Die relative Wirkpotenz bei Bondronat beträgt
10.000, bei Zometa ist sie 20.000 bis 100.000! Zometa ist demnach
"wikungsvoller" [siehe
hierzu Wils Tabelle weiter oben –
Ed]. Ein Hinweis noch zur
Langzeittherapie mit Bisphosphonaten:
-
Die Gefahr bei längerer Anwendung (z. B.
zwei Jahre) ist das Auftreten von Knochennekrose im Kiefer, wenn
weitere Risikofaktoren, wie z. B. eine gleichzeitige
Durchführung einer Chemotherapie oder zahnärztliche
Aktivitäten, hinzukommen.
-
In diesen Fällen würde ich die
Bisphosphonate vorher aus- oder sogar ganz absetzen.
-
Da ich das selbst leider nicht gemacht habe,
leide ich z. Zt. an einer Osteo-Nekrose des Unterkiefers, und
bis jetzt konnte mir kein Arzt (Oralchirurg, Onkologe, Urologe,
Uniklinik Freiburg) eine erfolgversprechende Therapie empfehlen. Und
die Nekrose schreitet weiter fort.
-
Darauf ging Gerd U. ein, als er am
selben Tag schrieb:
-
auch ich leide an einer Kiefernekrose als Folge von längeren
Gaben von Zometa und einer Zahnextraktion. Durch Vermittlung meiner
Onkologin habe ich mich an Prof. Wagner von der
Uniklinik für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Augustusplatz 2
55131 Mainz
Tel. 06131 171
(Zentrale)
Sekretariat Prof. Dr. Dr. W. Wagner
Frau S. Hippel
Tel.: 06131/17-7334 gewandt. -
Am vergangenen Mittwoch bin ich dort operiert worden: Das
nekrotische Gewebe konnte abgetragen werden und der bisher
freiliegende Kieferteil wurde mit Zahnfleisch überdeckt, das
zusammengenäht worden ist. --- Ich bin mit diesem Vorgehen sehr
zufrieden und die OP war auch nicht sehr belastend; das Problem ist
aber, dass die Rezidivrate relativ hoch ist.
-
Dazu hatte Bernt wiederum die folgende Frage:
-
Frage an die Betroffenen: Kündigt sich
die Kieferknochennekrose durch Frühwarnsymptome an? Ist die
Nekrose mit einem Zahnfleischdefekt verbunden? Gibt es weitere
Betroffene in diesem Forum?
-
Worauf Gerd U. antwortete:
-
meines Wissens – und ich zähle
jetzt wohl zu den Bestinformierten über diese Erkrankung –
gibt es kein Frühwarnsystem, das rechtzeitig Alarm gibt.
-
Das sog. Leitsymptom der Kiefernekrose ist ein
freiliegender Teil des Kieferknochens, (den man meist auch sehen und
vor allem mit der Zunge erspüren kann). Damit ist auch bereits
Deine letzte Frage eindeutig mit „ja“ zu beantworten.
- Gerd'42
schrieb am 16.1.2006:
-
Dr. Tucker
[ein
auf Prostatakrebs spezialisierter Onkologe
in Los Angeles – Ed] empfiehlt
folgendes:
-
Patienten unter Zometa sollten zusätzlich
Calcium und Vitamin D bekommen, wie wöchentlich 3,5 µg
Calcitriol. Dies hilft, einem sekundären Hyperparathyreoismus
(Überfunktion der Nebenschilddrüse) vorzubeugen, der mit
der Anwendung von Bisphosphonaten einhergeht.
- Dieter
aus Husum schrieb am 28.4.2007 unter dem Betreff "Noch
Knochenschutz nach Androgenentzug?":
-
Patienten mit Prostatakarzinom verlieren
unter antiandrogener Therapie Knochenmasse – das Frakturrisiko
wächst. Trotzdem erhalten nicht alle ein Bisphosphonat mit
Beginn der Androgendeprivation. Ob sich eine spätere
Knochenschutztherapie noch lohnt?
-
Zoledronat gilt als ein besonders potentes
Bisphosphonat. Patienten mit Prostatakarzinom, die mit Beginn einer
Androgendeprivation prophylaktisch diesen Knochenschützer ein
Jahr lang alle drei Monate erhalten, verlieren nachweislich weniger
Knochenmasse. Allerdings ist dieses Vorgehen in der Praxis
keineswegs üblich. Empfohlen wird eher ein Monitoring der
Knochendichte mit Bisphosphonat-Gabe erst bei nachgewiesenem
Knochenschwund.
-
Eine placebokontrollierte Studie ging der
Frage nach, was die prophylaktische Gabe eines Bisphosphonats
innerhalb von zwölf Monaten nach Beginn der Androgendeprivation
überhaupt noch bringt. Randomisiert erhielten 61 Patienten mit
Prostatakarzinom ohne Knochenmetastasen ein Jahr lang Zoledronat (4
mg intravenös alle drei Monate) und 59 Placebo.
-
Unter Gabe des Bisphosphonats war die
Knochendichte im Vergleich zu Placebo nach einem Jahr signifikant
höher: am Schenkelhals um 3,6%, an der Hüfte um 3,8% und
an der Lendenwirbelsäule um 6,7%. Der Effekt war unabhängig
davon, ob die Zoledronattherapie im ersten oder zweiten Halbjahr
nach Beginn der Androgendeprivation eingeleitet worden war. Der
antiresorptive Effekt des Bisphosphonats war auch an den
Knochenumsatzmarkern ablesbar: Knochenspezifische alkalische
Phosphatase und N-Telopeptid gingen unter Zoledronat signifikant
zurück, während sie unter Placebo signifikant anstiegen.
Die Knochenschutztherapie war gut verträglich; mandibuläre
Osteonekrose und Nierenfunktionstörungen wurden im Laufe des
Behandlungsjahres nicht beobachtet.
-
Fazit: Die prophylaktische Gabe von
Zoledronat innerhalb eines Jahres nach Beginn einer
Androgendeprivation ließ bei Patienten mit Prostatakarzinom
nach zwölf Monaten die Knochendichte zu und die
Knochenumsatzmarker abnehmen. Da eine antiandrogene Therapie oft
mehrere Jahre dauert, sollte der Effekt des Bisphosphonats auch in
Langzeitstudien überprüft werden.
-