Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Medikamente
– Actinonin
-
[Aus
der Online-Seite von "Bild der Wissenschaft" vom
16.10.2004:
-
Actinonin
erfüllt gleich zwei Wünsche auf einmal
-
Das
Antibiotikum wirkt gegen Infektionen und Krebstumoren
-
Ein
Antibiotikum namens Actinonin stoppt nicht nur das Wachstum von
Bakterien, sondern auch das von Krebszellen. Das haben amerikanische
Wissenschaftler entdeckt. Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das
eine Schlüsselrolle beim korrekten Aufbau von Eiweißmolekülen
spielt. Bislang war angenommen worden, dieses Enzym sei nur im
Stoffwechsel von Bakterien unverzichtbar. Die Forscher konnten nun
jedoch zeigen, dass es auch in den Mitochondrien von Säugetierzellen
vorkommt und in Tumorzellen besonders aktiv ist. Das berichten Mona
Lee vom New Yorker Sloan-Kettering-Krebszentrum und ihre Kollegen in
der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation (Bd. 114, S.
1107).
-
Das
Enzym Peptid-Deformylase sorgt dafür, dass ein
neusynthetisiertes Eiweiß funktionsfähig wird. Lange Zeit
galt die Deformylase dabei als ein rein bakterielles Enzym, das in
höheren Zellen gar nicht vorkommt. Mittlerweile wurde es jedoch
auch in Pflanzen, Parasiten und Säugetieren entdeckt. Hier
befindet es sich innerhalb der Mitochondrien, den Kraftwerken der
Zelle. Genau wie bei Bakterien ist es auch in den höheren
Zellen für das Zellwachstum und die Zellteilung unverzichtbar.
-
Genau
aus diesem Grund ist es ein gutes Angriffsziel für die
Bekämpfung von Krebs, schreiben Lee und ihre Kollegen. Da sich
Krebszellen ständig teilen, ist die Peptid-Deformylase dort
besonders aktiv. Den Wissenschaftlern gelang es, durch die Blockade
des Enzyms mit Actinonin das Wachstum von Krebszellen im Labor zum
Stillstand zu bringen. Auch in Mäusen, bei denen künstlich
Lungen- und Prostatakrebs ausgelöst worden waren, verhinderte
das Antibiotikum die Tumorbildung. Dabei konnten die Forscher
keinerlei schädliche Wirkung auf gesundes Körpergewebe
beobachten.
-
ddp/bdw
– Ilka Lehnen-Beyel]