Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Medikamente
– Zytiga® (Abirateronacetat)
- [Seit
einiger Zeit weiß man, dass bestimmte Prostatakrebs-Zellklone
in der Lage sind, sich ihre Nahrung – Testosteron –
selbst herzustellen, wenn sie sie im Blut nicht mehr in genügender
Menge finden, z. B. aufgrund einer Androgendeprivationstherapie
(ADT) ("Hormonblockade", HB). Der Krebs schreitet dann
fort (ist "progredient"), und gilt als "hormonrefraktär"
bzw. "kastrationsresistent". Ein ganz neuer Ansatz zur
Behandlung solchen Krebses im fortgeschrittenen Stadium sind
Medikamente, die das Enzym CYP17 hemmen, das die Krebszellen zur
Androgensynthese benötigen. Das erste derartige Medikament mit
dem Namen Zytiga® wurde im April 2011 von der
US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA und am 7.
September 2011 von der Europäische Arzneimittelagentur EMEA zur
Behandlung von Prostatakrebs zugelassen, der auf eine Chemotherapie
mit Docetaxel (Taxotere™) nicht (mehr) anspricht. Der
verwendete Wirkstoff ist Abirateronacetat.
-
Abirateronacetat
hemmt die Umwandlung von Dehydroepiandrosteron (DHEA, eine Vorstufe
von DHT) und Androstendion in Testosteron, indem es das Enzym
CYP17A1 (CYP450c17) blockiert, auch bekannt als
17α-Hydroxylase/17,20 Lyase.
-
Zytiga™
wird gemäß FDA-Zulassung in Kombination mit Prednison
verabreicht. Es liegt in Tabelettenform vor. Die Indikation ist
kastrationsresistenter, metastasierter Prostatakrebs, der bereits
mit Docetaxel behandelt wurde, wobei diese Therapie versagte.
-
Die
häufigsten (≥ 5 %) Nebenwirkungen, über die
berichtet wurde, sind Gelenkschwellungen oder -beschwerden,
Hypokaliämie [ein zu niedriger Kaliumspiegel (<3,6 mmol/l)
im Blutserum], Ödeme, Muskelschmerzen, Hitzewellen, Durchfall,
Harntraktsinfektionen, Herzrhythmusstörungen, erhöhter und
nächtlicher Harndrang, Verdauungsstörungen und
Entzündungen der oberen Atemwege.
-
Abirateronacetat
wurde von der US-Firma Ortho Biotech Oncology Research &
Development entwickelt und wird in Europa von der Firma Janssen
Pharmaceutica NV, Belgien, vermarktet.
-
Zum
Preis: Eine Monatspackung Zytiga® (120 Stück)
kostet kostet 5.402,72 €, das sind 45 € pro Tablette. Bei
einer Tagesdosis von vier Tabletten kostet damit die Behandlung
täglich 180,- €. Es sollte darum unbedingt vorab die
Kostenübernahme durch die Krankenkasse abgeklärt werden.
-
– Ed]
- JosefJ
schrieb am 15.5.2008:
-
Abiraterone
kommt dieser Tage in die III. klinische Studienphase!! Im Frühjahr
2007 wurden die sehr positiven Phase-II-Daten bei hormonrefraktären
Männern veröffentlicht. Die Daten waren so überaus
gut wie noch bei keinem einzigen der bislang getesteten Medikamente
in dieser klinischen Phase. Trotzdem muss man vorsichtig sein, weil
es eben nur um Phase-II-Daten geht und die statistische Relevanz
nicht sehr hoch ist.
-
Erfreulich
ist die schnelle Einführung der III. Studienphase. Die meisten
Studienstandorte liegen in den USA, ein paar in Kanada, Australien
und England. Leider haben es die urologischen Unikliniken in
Deutschland versäumt, diese aussichtsreiche Studie für uns
an Land zu ziehen. So können wir nur abwarten, bis
voraussichtlich 2011 die Daten aus der Phase III veröffentlicht
werden.
-
Nähere
Informationen unter: www.clinicaltrials.gov
und dann Abiraterone Phase III eingeben.
-
RuStra
schrieb am 4.6.2008:
-
In
den neuesten Insights des PCRI (www.pcri.org)
wird in einem Bericht des Onkologen Dr.Scholz das Abiraterone und
diese angelaufende Phase-III-Studie aufgegriffen.
-
Das
Sensationelle steht in kursiv: "In other words, research is
showing that prostate cancer cells, even the "hormone
resistant" ones, still require
testosterone to grow." Mit anderen Worten, die
Forschung hat gezeigt, dass PK-Zellen, selbst die
"hormonresistenten", nach wie vor Testosteron zum Wachsen
brauchen. "... they obtain the necessary testosterone by
manufacturing their own testosterone inside
the cancer cell. The reason Abiraterone works in a
hormone-resistant cell is because, unlike Lupron or Casodex,
Abiraterone blocks testosterone synthesis inside the cancer cells."
[Dieser Satz steht in einem Abschnitt über die zwei
Mechanismen, wie PK-Zellen bei niedrigem Testosteron reagieren:
Erstens durch Rezeptorzahl-Veränderungen, dann aber zweitens:
-
Sie
antworten auf die Notwendigkeit des Testosterons dadurch, dass sie
sich ihr Testosteron innerhalb der Krebszellen selbst herstellen.
Der Grund, warum Abiraterone in einer hormonresistenten Zellen
funktioniert im Gegensatz zu Lupron oder Casodex ist, dass es die
Testosteron-Synthese innerhalb der Krebszelle blockiert.
- Tinka
verwies am 25.7.2008 auf diesen Bericht zu Abirateron:
-
http://www.journalonko.de/newsview.php?id=2662
- christinew
schrieb am 28.11.2008:
-
Unter
www.ClinicalTrials.gov
kann man erfahren, wo Abiraterone-Studien in Deutschland laufen, wir
haben das heute von einem Arzt in Aachen erfahren, und dürfen
das an den BPS weitergeben.
- Ralf
verwies am 24.1.2011 auf eine Meldung
auf der Web-Präsenz des BPS, in dem über die Aufnahme
von Abirateron in ein Early-Access-Programm berichtet wird.
- RuStra
antwortete am 12.2.2012 auf die von ihm zuvor selbst gestellte Frage
"Kann man auch zusammen mit Essen die Pillen nehmen (was ja
eigentlich verboten ist)?":
-
Gerry Potter, on
February 10, 2012 at 6:09 am said:
-
This discussion has
raised another question and that is, “Can abiraterone be taken
with food?”
-
This is a somewhat
controversial area, so I will give my opinion as a pharmacologist
rather than as a doctor.
-
The manufacturer’s
prescribing instructions for abiraterone (see section 5.4, Food
Effect) state clearly that it should not be taken with food:
-
“ZYTIGA®
must be taken on an empty stomach. Exposure of abiraterone increases
up to 10-fold when abiraterone acetate is taken with meals. No food
should be eaten for at least two hours before the dose of ZYTIGA®
is taken and for at least one hour after the dose of ZYTIGA® is
taken. Abiraterone Cmax and AUC0-∞ (exposure) were increased
up to 17- and 10-fold higher, respectively, when a single dose of
abiraterone acetate was administered with a meal compared to a
fasted state.”
-
This is because the
clinical data for this disease indication has been conducted at a
dose of 1 g daily taken without food.
-
It is worth re-stating
the fact that abiraterone is an exceedingly potent drug, so that it
has always surprised me when such high doses (1 gram) of abiraterone
acetate are used.
-
Abiraterone is five
times more potent than letrozole (Femera), an aromatase inhibitor
used to treat breast cancer, which is taken at a daily dose of 20
mg. So why isn’t abiraterone taken at a dose of 20 mg. The
main reason is the poor uptake of abiraterone acetate in the un-fed
state. Abiraterone acetate has been specially formulated as the
acetate to help increase intestinal absorption and bioavailability
through absorption by digestion. Without food digestion, there is
poor absorption.
-
The main reason for
such high doses is therefore due to the very poor absorption of
abiraterone acetate by the intestine in the un-fed state. Given on
an empty stomach, only about 5% of abiraterone is absorbed by the
intestine, so for a 1 g (1000 mg) dose only about 50 mg is absorbed
and the remaining 950 mg is excreted. What a waste of drug when 95%
is excreted.
-
It would make far
better sense if the absorption of the drug can be increased somehow,
as is found when the drug is taken with food. Abiraterone was
designed as an orally active drug, and as such was designed to be
absorbed with food. When abiraterone is taken with food, the
absorption increases dramatically — by 10-fold. The area under
the curve (AUC) exposure is a measure of the volume of the drug
absorbed into the bloodstream and this increased 10-fold when
abiraterone was administered with a meal. So it is important to
realise that the concentration of abiraterone in the body increases
10-fold when taken with food. In this way a 100 mg dose will deliver
the same amount of drug as a 1000 mg dose without food. This means a
dose as low as 100 mg could be taken with food to deliver the same
pharmacological effect as 1000 mg without food.
-
Since it appears that
some clinicians are already administering abiraterone with food, it
should be borne in mind that a single tablet dose of 250 mg taken
with food will deliver 2.5 times more drug than 4 tablets taken
without food.
-
---------------------------------------------------------------
-
Übersetzung:
Gerry Potter, 10.2.2012:
-
Die Debatte hat eine
andere Frage aufgeworfen: „Kann Abiraterone zusammen mit Essen
genommen werden?“
-
Das ist ein
kontroverses Thema, ich kann hier nur meine Meinung eher als
Pharmakologe denn als Arzt wiedergeben.
-
In der AA-Verordnung
steht klar, dass es nicht zusammen mit Nahrung eingenommen werden
sollte:
-
[ Wiedergabe ….
Schenkichmir – hat sowieso jeder, der AA nimmt]
-
Das ist aufgrund der
klinischen Daten für diese Indikation so, 1 g täglich,
genommen ohne Essen.
-
Es ist wichtig
nochmals zu betonen, dass AA ein außerordentlich wirksames
Medikament ist, so dass es mich immer wieder überrascht hat,
dass [auch in den klinischen Studien, meint er wohl] solch hohe
Dosen (1 g) von AA eingesetzt wurden.
-
AA ist fünfmal
wirksamer als Letrozole (Femera), ein Aromatase-Hemmer zur
Behandlung von Brustkrebs, das mit einer täglichen Dosis von
20 mg genommen wird. Warum wird also AA nicht auch mit einer
Dosis von 20 mg genommen? Der Hauptgrund ist die schlechte
Absorption in nüchternem Zustand. AA ist speziell als Azetat
entwickelt worden, um die Aufnahme im Darm und die Bioverfügbarkeit
durch die Verdauung zu erhöhen. Ohne Nahrungsaufnahme ist die
Absorption schlecht.
-
Der Hauptgrund für
solch hohe Dosen liegt demnach in der sehr schlechten Absorption des
AA durch den Dünndarm in nüchternem Zustand.
-
Auf einen leeren Magen
gegeben, werden nur 5 % des Abiraterone durch den Dünndarm
resorbiert, von den 1000 mg also nur 50 mg, und die
restlichen 950 mg werden ausgeschieden. Was für eine
Verschwendung, wenn 95 % ausgeschieden werden.
-
Es würde viel
mehr Sinn machen, wenn die Absorption des Medikamentes irgendwie
verbessert werden könnte, so wie es der Fall ist, wenn man das
Medikament zusammen mit Essen einnimmt. Abiraterone wurde als oral
und demzufolge mit Nahrung einzunehmendes Medikament entwickelt.
Wenn Abiraterone zusammen mit Nahrung genommen wird, steigt die
Absorption dramatisch an – auf das Zehnfache. [ … ]
-
VolkerCz schrieb
dazu einen Tag später:
-
Professor Gerry Potter
ist ja kein Unbekannter. Als Professor für klinische Chemie
dürfte er Stoffwechselvorgänge eigentlich richtig
einschätzen. Nur ist die Aussage so ungeheuerlich, daß
man das gar nicht glauben kann. Vor allem nach den jahrelangen
Studien über AA, in denen doch eigentlich die Aufnahme von AA
im Körper ein wichtiger Schwerpunkt hätte sein müssen.
Dominieren hier vielleicht nur die gewinnmaximierenden Argumente.
Ist die Gesundheit der Betroffenen nur zweitrangig? Wär ja ein
Ding. Aber was jetzt tun? Die Firma wird ihre Vorgehensweise und
Medikation natürlich verteidigen und alles als dummes Zeug
hinstellen.
-
Ich bin ratlos.
-
Zytiga nehme ich seit
15.September 2011. Immer eine Stunde vor dem Frühstück auf
nüchternen Magen. Dazu 5 mg Prednison, alles mit stillem
kaltem Wasser. Seit letzter Woche habe ich mir eine heftige
Gastritis eingehandelt, die eigentlich nur auf die obigen
Medikamente zurückzuführen ist. Inzwischen trenne ich die
Einnahme von Prednison und Zytiga und nehme warmen Pfefferminztee
als Flüssigkeit dazu. Nach Haferschleimtagen und Zwieback gehts
mir jetzt wieder etwas besser. Aber was jetzt machen. Geringere
Dosis von Zytiga bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme würde
alles wesentlich erleichtern.
-
RuStra ergänzte
am 16.2.2012:
-
Diese Diskussion wird
nicht nur von Potter geführt. Ein Beitrag von Prof. Mark
Ratain, Uni Chicago, schon von letztem Oktober im Journal of
Clinical Oncology ist hier
herunterzuladen, er bezieht sich auch auf das Abiraterone. Und vor
drei Tagen ist im gleichen Journal eine Antwort von Janssen Cilag
erschienen, hier
zu finden.
-
Dazu schrieb Ralf
am selben Tag:
-
Die Begründung,
die Janssen Cilag liefert, ist plausibel und nachvollziehbar, wenn
auch in der Quintessenz unbefriedigend:
-
"Taking a
medicine without food is more reproducible and more easily
understood and adhered to by the vast majority of patients. In
contrast, strict adherence to specific recommendations with respect
to the timing and the fat and calorie content of meals over multiple
cycles and across a variety of ethnic groups and all regions of the
world is unrealistic... Neither physicians nor payers can control
what patients eat, or when. Use of food as a mechanism to increase
bioavailability in sometimes fragile patients with cancer, who are
often taking a variety of other medications, is fraught with
problems and risks that cannot be easily overcome. Controlling drug
exposure through administration during fasting is a sound and tested
approach; it would be irresponsible to encourage any other practice
that would cause wide, unpredictable variations in drug exposure
that may negatively impact the safety and efficacy of life-extending
drugs."
-
Übersetzung:
Das Einnehmen eines Medikaments ohne Nahrung ist besser
reproduzierbar und leichter verständlich und wird von der
großen Mehrheit der Patienten befolgt. Im Gegensatz dazu ist
das Einhalten spezifischer Empfehlungen bezüglich der
zeitlichen Abfolge und des Fett- und Kaloriengehalts von Mahlzeiten
über mehrere Behandlungszyklen und über eine Vielzahl von
ethnischen Gruppen und über alle Regionen der Welt
unrealistisch...
-
Weder die Ärzte
noch die Kostenträger können kontrollieren, was oder wann
die Patienten essen. Das Einbinden der Nahrung als Mechanismus, um
die Bioverfügbarkeit in manchmal geschwächten
Krebspatienten, die häufig noch eine Vielzahl anderer
Medikamente einnehmen zu verbessern, ist mit Problemen und Risiken
befrachtet, die nicht leicht zu überwinden sind. Die
Medikamentenaufnahme durch das Verabreichen in nüchternem
Zustand zu kontrollieren ist eine vernünftige und erprobte
Vorgehensweise; es wäre unverantwortlich, zu irgendeiner
anderen Praxis zu ermuntern, die breite, unvorhersehbare
Abweichungen bei der Wirkung der Medikamente zur Folge haben und die
Sicherheit und Wirksamkeit lebensverlängernder Medikamente
beeinträchtigen könnte.
- Urologe
schrieb am17.5.2012:
-
Aufregende Neuigkeiten
zu Abiraterone! Und damit eine Veränderung in der frühzeitigen
Hormontherapie. Abirateron früh eingesetzt kann u. U.
Prostatakrebs vernichten!
-
http://www.medscape.com/viewarticle/763969
-
Nick Mulcahy
-
May 16, 2012 — The targeted therapy abiraterone
(Zytiga; Janssen), which is approved for the treatment of advanced
prostate cancer [http://www.medscape.com/viewarticle/741780], may
also be a boon to men with localized high-risk prostate cancer.
-
A randomized phase II study shows that 6 months of
neoadjuvant abiraterone eliminated or nearly eliminated cancer in
one-third of the men at that juncture, reported study lead author
Mary-Ellen Taplin, MD, of the Dana-Farber Cancer Institute in Boston
Massachusetts.
-
She spoke at a press briefing that precedes the annual
meeting of the American Society of Clinical Oncology in Chicago,
Illinois, where the study will be presented in full in June.
-
Specifically, 34% of men treated with abiraterone for 6
months had either pathological complete response(pCR; 3/29) or near
pCR (7/29).
-
This was superior to the results in men treated with
abiraterone for only 3 months. Only 15% of these men had either pCR
(1/27) or near pCR (3/27).
-
All of the men in the study also received standard
hormone therapy for 6 months and underwent prostatectomy after
completing drug therapies.
-
The difference in response between the 2 study groups
was not statistically significant, but the response rates among the
men who received arbiraterone for six months are unprecedented, said
Dr Taplin.
-
“One third of the patients have minimal or no
tumor when go to the OR,” told Medscape Medical News in an
interview after the press conference. “That’s never been
seen before.”
-
That's never been seen before
-
Historically, pCR rates have been 5% or less with
traditional hormone therapy when it has been employed in the
neoadjuvant setting with these patients, Dr Taplin explained. And
those rates were generally established in studies of men who had
localized disease of lesser risk than the patients in the current
study, she said.
-
In the new study, the participants had either a Gleason
score of ≥ 7 (4+3), stage T3 disease, a PSA score of ≥ 20
ng/mL or a PSA velocity > 2 ng/mL/year. The median age was 58
years and 35% had nodal involvement.
-
The need for an effective additional therapy for men
with such high risk disease is great, she suggested.
-
Localized high-risk disease, which accounts for about
15% of all prostate cancer, is infrequently cured with
prostatectomy, and almost all men will eventually die of the
disease, said Dr Taplin. To date, other neoadjuvant systemic therapy
has not improved outcomes in prostate cancer.
-
That could change with abiraterone, suggested a cancer
expert not involved with the study.
-
“This is an exciting new step forward”
summarized Nicholas Vogelzang, MD chair of the ASCO Communications
Committee, who moderated the press conference. He said that the new
study was likely the first to show that neoadjuvant therapy “can
make prostate cancer disappear in the prostate gland in a
reproducible number of patients.”
-
The study results are very promising, he suggested.
“When you get complete disappearance in the primary disease,
the outcomes are much better,” said Dr. Vogelzang, referring
to survival improvements seen in breast, bladder and other cancers
when treated neoadjuvantly.
-
A randomized phase 3 trial that validates the current
study findings is need next, said Dr Taplin. However, she told
Medscape Medical Newsthat no such trial is currently planned. Men
with localized high-risk prostate cancer only comprise about 15% of
all prostate cancers, she also said.
-
Adverse Events; Other Studies
-
Arbiraterone was “well tolerated,” report
the authors. Grade 3 adverse events included elevated AST/ALT (5/58;
9%) and hypokalemia (3/58; 5%). No grade 4 mineralocorticoid-related
adverse events were observed. When receiving arbiraterone, men also
received prednisone 5mg four times a day to mitigate
mechanism-related side effects of abiraterone. No new “safety
signals” were seen with the drug in the new study.
-
Abiraterone is a logical choice for treating men with
earlier stage yet high risk disease because it has been shown to
lower serum testosterone and DHT to < 1 ng/dL and to improve
survival in advanced prostate cancer, write Dr Taplin and her
coauthors in their abstract. They will further report their findings
from this study about abiraterone’s effect on serum
testosterone and DHT at the ASCO meeting.
-
Dr Taplin explained that the combination of abiraterone
and traditional hormonal therapy makes good sense. “Prostate
cancer cells rely on androgen to grow,” she said.
-
Abiraterone blocks androgen biosynthesis. Traditional
hormonal therapy, which in this study was leuprolide acetate
(Lupron),restricts testosterone production in a different and
complimentary way.
-
The approach of intensive androgen deprivation is also
being tested in a number of other clinical trials, Dr Taplin said.
Another phase II study is investigating the novel androgen signaling
inhibitor, MDV3100, in the neoadjuvant setting for high risk
prostate cancer. And a clinical trial program investigating the
addition of the investigational drug ARN509 to abiraterone and
hormone therapy is being developed.
-
The study was funded by Cougar Biotechnology, Johnson &
Johnson, and the Prostate Cancer Foundation.
-
Mary-Ellen Taplin, MD, reports being a consultant or
advisor; receiving honoraria and research funding with Johnson &
Johnson. Other authors are employees of the company. Dr Vogelzang
reports multiple financial ties to industry including those with
prostate cancer interests.
-
Übersetzung:
-
16.Mai 2012 — Die zielgerichtete
Abiraterontherapie (Zytiga®; Janssen), die die
Zulassung für das Behandeln von fortgeschrittenem Prostatakrebs
besitzt, kann auch für Männer mit lokalisiertem
Hochrisiko-Prostatakrebs segensreich sein.
-
Eine randomisierte Phase-II-Studie zeigt, dass eine
sechsmonatige neoadjuvante Behandlung mit Abirateron in dieser
kritischen Phase bei einem Drittel der Männer den Krebs
beseitigte oder nahezu beseitigte, wie die Hauptverfasserin der
Studie, Mary-Ellen Taplin, MD, vom Dana-Farber Cancer Institute in
Boston, Massachusetts, berichtete.
-
Sie sprach auf einer Informationsveranstaltung für
die Presse vor dem jährlichen Treffen der American Society of
Clinical Oncology in Chicago, wo im Juni die gesamte Studie
vorgestellt werden wird.
-
Insbesondere zeigten 34 % der sechs Monate lang mit
Abirateron behandelten Männer entweder ein pathologisch
vollständiges (drei von 29) oder nahezu vollständiges
(sieben von 29) Ansprechen.
-
Dies war den
Ergebnissen bei Männern überlegen, die nur drei Monate
lang mit Abirateron behandelt worden waren. Nur 15 % dieser Männer
hatten vollständiges (einer von 27) oder nahezu vollständiges
(drei von 27) Ansprechen [gemäß
einer anderen Publikation zum selben Thema war "nahezu
vollständiges Ansprechen" definiert als Vorliegen eines
Resttumors von ≤5 mm
– Ed].
-
Alle in die Studie eingeschlossenen Männer bekamen
eine sechsmonatige Hormontherapie und wurden nach dem Ende der
medikamentösen Behandlung prostatektomiert.
-
Der Unterschied beim Ansprechen zwischen den beiden
Studiengruppen war statistisch nicht signifikant, aber die
Ansprechraten bei den Männern, die sechs Monate lang Abirateron
bekommen hatten, hat es zuvor noch nie gegeben, sagte Dr. Taplin.
-
"Ein Drittel der Patienten haben keinen oder nur
einen minimalen Tumor, wenn sie zur OP gehen", teilte Medscape
Medical News in einem Gespräch nach der Pressekonferenz mit.
Das hat man noch nie gesehen."
-
Historisch gesehen lagen bei einer traditionellen
Hormontherapie die Raten für das komplette Verschwinden der
Erkrankung bei 5 % oder darunter, wenn sie neoadjuvant vorgenommen
wurde, wie Dr. Taplin erläuterte. Und diese Ansprechraten
wurden im Allgemeinen in Studien mit Männern erzielt, die
lokalisierte Erkrankungen mit geringerem Risiko aufwiesen als die
Männer in der vorliegenden Studie, sagte sie.
-
In der neuen Studie hatten die Männer entweder
einen Gleason-Score von ≥ 7 (4+3) und einem Tumorstadium T3,
einen PSA-Wert ≥ 20 ng/ml, oder eine PSA-Anstiegsgeschwindigkeit
von > 2 ng/(ml*Jahr). Das mediane Alter lag bei 58 Jahren, und 35
% wiesen Lymphknotenbefall auf.
-
Sie wies darauf hin, dass der Bedarf an einer
effektiven weiteren Behandlungsmöglichkeit für Männer
mit einer solchen Hochrisiko-Erkrankung groß ist.
-
Eine lokalisierte Hochrisiko-Erkrankung, wie sie bei
etwa 15 % aller Prostatakrebs-Erkrankungen vorliegt, ist selten
durch eine Prostatektomie heibar, und fast alle Männer werden
schließlich an der Erkrankung versterben, sagte Dr. Taplin.
Derzeit hat keine andere neoadjuvante systemische Therapie das
Behandlungsergebnis bei Prostatakrebs verbessert.
-
Das könnte sich mit Abirateron ändern, wie
ein anderer, an der Studie nicht beteiligte Krebsexperte meinte.
-
"Dies ist ein aufregender neuer Schritt nach
vorn", fasste der Vorsitzende des ASCO Communications
Committee, Dr. Nicholas Vogelzang, zusammen, der die Pressekonferenz
moderierte. Er sagte, dass die neue Studie wahrscheinlich die erste
sei, die zeigt, dass eine neoadjuvante Therapie "bei einer
reproduzierbaren Anzahl von Patienten den Prostatakrebs in der
Prostata zum Verschwinden bringen kann". Die Studienergebnisse
seien sehr vielversprechend, meinte er. "Wenn man bei der
Primärerkrankung ein komplettes Verschwinden erzielen kann,
sind die Behandlungsergebnisse viel besser", sagte Dr.
Vogelzang und verwies auf die Verbesserungen beim Überleben bei
Brust-, Blasen- und anderen Krebsarten mit neoadjuvanter Behandlung.
-
Als nächstes werde eine randomisierte
Phase-III-Studie benötigt, die die Ergebnisse der vorliegenden
Studie überprüft, sagte Dr. Taplin. Allerdings ist derzeit
keine solche Studie geplant, wie sie der Medscape Medical News
gegenüber sagte. Männer mit lokalisiertem
Hochrisiko-Prostatakrebs machen nur 15 % aller Prostatakrebse aus,
wie sie hinzufügte.
-
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, andere
Studien
-
Abirateron wurde "gut vertragen" berichten
die Verfasser. Unerwünschte Wirkungen der Stufe 3 waren u. a.
erhöhte AST- und ALT-Werte (5/58; 9 %) und Hypokaliämie
(Kaliummangel) (3/58; 5 %). Unerwünschte
mineralocorticoid-assoziierte Wirkungen der Stufe 4 wurden nicht
beobachtet. Während der Abirateron-Behandlung erhielten die
Männer auch viermal täglich Prednison 5 mg, um aufgrund
des Wirkungsmechanismus des Abirateron auftretende Nebenwirkungen zu
lindern. In der neuen Studie wurden keine neuen "Sicherheitssignale"
im Zusammenhang mit dem Wirkstoff beobachtet.
-
Abirateron sei eine logische Wahl für das
Behandeln von Männern mit Erkrankungen in frühem und doch
Hochrisiko-Stadium, weil gezeigt werden konnte, dass es das
Serum-Testosteron und -DHT auf unter 0,01 ng/ml absenkt und bei
fortgeschrittenem Prostatakrebs das Überleben verbessert,
schreiben Dr. Taplin und ihre Mitverfasser in ihrer Zusammenfassung.
Sie werden auf der ASCO-Konferenz weiter über ihre Ergebnisse
aus dieser Studie zur Wirkung von Abirateron auf das
Serum-Testosteron und -DHT berichten.
-
Dr. Taplin erläuterte, dass die Kombination von
Abirateron und herkömmlicher Hormontherapie durchaus sinnvoll
sei. "Prostatakrebszellen sind zum Wachsen auf Androgen
angewiesen," sagte sie. Abirateron blockiert die
Androgen-Biosynthese. Eine traditionelle Hormontherapie, in diesem
Fall Leuprorelinacetat, drosselt die Testosteronproduktion auf eine
andere, ergänzende Weise.
-
Die Vorgehensweise mit intensiver Androgendeprivation
werde auch in einer Reihe von anderen klinischen Studien untersucht,
sagte Dr. Taplin. In einer anderen Phase-II-Studie wird der
neuartige Androgen-Signalwegs-Hemmer MDV-3100 neoadjuvant bei Fällen
von Hochrisiko-Prostatakrebs untersucht. Und das Programm für
eine klinische Studie werde entwickelt, die den in der Prüfung
befindlichen Wirkstoff ARN509 ergänzend zu Abirateron und
Hormontherapie untersuchen. Die Studie wird von Cougar
Biotechnology, Johnson & Johnson und der Prostate Cancer
Foundation finanziell unterstützt.
-
Mary-Ellen Taplin, MD teilt mit, dass sie als
Fachberaterin oder Betreuerin tätig ist und Honorare sowie
finanzielle Forschungsunterstützung von Johnson & Johnson
bezieht. Andere Verfasser sind Angestellte der Gesellschaft. Dr.
Vogelzang teilt mehrfache finanzielle Verbindungen mit der Industrie
mit, einschließlich solcher mit Interesse an Prostatakrebs.
-
Übersetzung durch Ed
-