Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Diagnostik
– der uPM3-Test
- jo12 fragte am 5.10.2004:
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Anläßlich eines Großen
Urologenkongresses wurde schon vor einiger Zeit und immer wieder in
diversen Fachzeitschriften berichtet, dass man dies mit einem
bestimmten Gen direkt im Harn nachweisen kann. Das ist zudem - im
Gegensatz zum PSA - von der Krebsmasse unabhängig. Daher lässt
sich das Prostatakarzinom in einem noch früheren Stadium
aufdecken, schreibt Prof. Marberger, Vorstand der Urologie am AKH in
Wien.
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Wer weiß mehr davon?
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Udo E. wusste mehr und schrieb am 6.10.2004:
-
es stimmt, ein neuer Urin-Test ist in
Entwicklung, uPM3 genannt, er entdeckt das PCA3-Gen und soll den
PSA-Test an Prognose-Genauigkeit etwa um das Doppelte übertreffen.
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Der Urin-Test soll nach dem Finger-Test DRU
erfolgen, wobei Zellen in den Urin gelangen.
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Genetic Test for Prostate Cancer
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Medinews.com October 15, 2003
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A new urine-based test for PCA3, a specific gene expressed in
prostate cancer tissue much more than in benign prostate tissue, is
designed to detect prostate cancer.
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No other human tissues have been shown to produce PCA3. The new
test, called uPM3, predicts cancer in prostate biopsy with 81%
accuracy, compared to 47% accuracy for prostate specific antigen
(PSA), according to Bostwick Laboratories (Richmond, VA, USA;
www.bostwicklaboratories.com).
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The company has licensed the test from DiagnoCure, Inc. (Quebec,
Canada), which holds worldwide patent rights for diagnostic and
therapeutic applications of the PCA3 gene.
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Patients undergo a digital rectal prostate exam by a urologist,
which causes cells from the prostate to be shed into the urine. The
urine sample is tested by Bostwick Laboratories for genetic
expression of the PCA3 gene.
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If the sample is positive for PCA3, the patient has a very high
likelihood of having prostate cancer.
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The sensitivity and specificity of the uPM3 test surpasses PSA and
all other existing prostate cancer detection tests other than
biopsy, said Dr. Bostwick, medical director and CEO of Bostwick
Laboratories.
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http://www.ustoo.org/screamoutput/article.html?SMContentIndex=0&SMContentSet=0
-
Übersetzung:
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Genetischer Prostatakrebstest
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Midinews.com, 15. Oktober 2003
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Zum Nachweis von Prostatakrebs wurde ein neuer Urintest entwickelt.
Der Urin wird auf das Vorhandensein des Gens PCA3 getestet, das in
Prostatakrebsgewebe viel stärker als in gutartigem
Prostatagewebe exprimiert wird.
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Von keinem anderen menschlichen Gewebe konnte gezeigt werden, dass
es PCA3 produziert. Nach Angabe der Bostwick Laborotories (Richmond,
VA, USA; www.bostwicklaboratories.com)
sagt der neue uPM3 genannte Test in einer Prostatabiopsie
vorhandenen Krebs mit 81 % Genauigkeit voraus, verglichen mit
einer Genauigkeit von 47 % beim prostataspezifischen Antigen
(PSA). Die Gesellschaft hat die Lizenz für den Test von
DiagnoCure, Inc. (Quebec, Canada) erworben, die die weltweiten
Patentrechte für die Diagnostik und therapeutische Anwendung
des PCA3-Gens besitzt.
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Ein Urologe nimmt am Patienten eine digitale rektale Untersuchung
vor, die bewirkt, dass Prostatazellen in den Urin abgegeben werden.
Die Urinprobe wird von den Bostwick Laboratories auf eine genetische
Expression des PCA3-Gens hin untersucht.
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Wenn die Probe PCA3-positiv ist, besteht bei dem Patienten eine sehr
hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei ihm Prostatakrebs vorliegt.
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Die Empfindlichkeit und die Spezifizität des uPM3-Tests
übertreffen den PSA- und alle anderen derzeitigen
Krebserkennungstests außer einer Biopsie, sagte Dr. Bostwick,
Medizinischer Direktor und Geschäftsführer der Bostwick
Laboratories.
-
http://www.ustoo.org/screamoutput/article.html?SMContentIndex=0&SMContentSet=0
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[Übersetzung durch Ed]
- Josef fragte
am 1.2.2007:
-
Frage: uPM3. Dies ist in Deutschland
mittlerweile zugelassen. Hat schon jemand Erfahrung damit? Was
kostet der Test? Zahlt es die Kasse (Auflage) bzw. Privatkasse? Gibt
es wirklich nur ein Labor, welches die Auswertung machen kann?
-
Ralf antwortete am selben Tag:
-
der uPM3-Test ist schon wieder durch etwas
Neueres, Besseres abgelöst, den Prostate Cancer Gene 3 (PCA3-)
Test. Die Firma Gen-Probe hat den uPM3-Test zurückgezogen und
bringt stattdessen den PCA3-Test auf den Markt, der eine höhere
Spezifizität haben soll. Entdeckt wurde das PCA3 von Dr.
Bussemakers an der uns wohlbekannten Radboud-Universität in
Nijmegen. Zu den Unterschieden zwischen dem uPM3- und dem PCA3-Test
schrieb mir die deutsche Niederlassung von Gen-Probe in Wiesbaden
auf Anfrage:
-
"When this specific sequence was
discovered by Dr. Bussemakers, it was called DD3 or Prostate Cancer
Gene 3 (PCA3).
-
Initially a research assay was developed to
detect the PCA3 gene, and the assay was called uPM3. Although the
performance of the uPM3 assay was relatively good, it remained a
research-use-only assay without regular validation or
standardization. The uPM3 assay allowed us to learn a lot about the
PCA3 gene and to understand how we could improve the detection of
PCA3.
-
We learned soon that we could improve two
important things with the assay:
-
1. Sample collection. Because the uPM3 assay
was not very sensitive, a prostate massage was required to ensure a
sufficient amount of cancer cells in the urine and urologist were
forced to centrifuge the samples and send the samples on dry ice to
the laboratory (not very practical and samples could easily get
compromised). As a result, 20 to 25% of samples did not generate a
result, which we thought was unacceptable for routine use.
-
2. Clinical significance. Since we measure the
over-expression of PCA3 mRNA and since PCA3 mRNA is also produced in
small amounts in normal prostate cells, it is impossible to tell if
a large amount of PCA3 comes from a big number of normal prostate
cells or from a few cancer cells. Therefore we needed to introduce
an internal control to measure the relative expression of PCA3,
independent from the number of normal prostate cells. The uPM3 assay
did not have this internal control.
-
These improvements lead to the PCA3 assay,
which is not a research-use-only test anymore, but a validated,
CE-marked assay.
-
The sensitivity was significantly improved by
using a very powerful amplification technique which is called TMA
(Transcription Mediated Amplification).
-
Sample collection was simplified (now a
regular DRE with 3 strokes is sufficient and no centrifugation is
not required) and made more secure (refrigerated transport assures
stability for 5 days). In a recent study, less than 2% of samples
could not generate a results, compared with the 20-25% of our uPM3
assay.
-
Even more important, results were made
clinically more significant with the introduction of an internal
control (PSA mRNA, not to be confused with serum PSA protein).
-
Once the PCA3 assay was validated and made
available, we decided to withdraw the uPM3 assay and focus only on
the new PCA3 assay. Bostwick laboratories was the only laboratory to
offer uPM3 till July 2006, when Bostwick Laboratories switched to
the new PCA3 assay.
-
I hope this clarifies the difference between
the uPM3 and PCA3 assays. If you have any additional questions,
please do not hesitate to contact me. I enclosed an article on the
analytical aspects of the PCA3 assay, which appeared in Clinical
Chemistry.
-
Übersetzung:
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Als Dr. Bussemakers diese spezifische Sequenz
entdeckte, nannte man sie DD3 oder Prostate Cancer Gene 3 (PCA3).
Anfänglich wurde ein Forschungs-Assay zum Detektieren des
PCA3-Gens entwickelt, und man nannte dieses Assay uPM3. Obwohl die
Leistung des uPM3-Assays relativ gut war, blieb es ein Assay für
den Gebrauch nur in der Forschung, ohne regelmäßige
Validierung oder Standardisierung. Durch den uPM3-Test lernten wir
eine Menge über das PCA3-Gen und darüber, wie wir es
nachweisen können.
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Wir lernten schnell, dass wir an dem Assay
zwei wichtige Dinge verbessern konnten:
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1. Probengewinnung. Weil der uPM3-Test nicht
sehr sensitiv war, war für das Gewinnen einer ausreichenden
Anzahl von Krebszellen im Urin eine Massage der Prostata
erforderlich, und die Urologen mussten die Proben zentrifugieren und
in Trockeneis zum Labor schicken (nicht sehr praktisch, und die
Proben konnten leicht verdorben werden). Am Ende erbrachten 20 bis
25 % der Proben kein Resultat, was wir für den
routinemäßigen Gebrauch für unakzeptabel hielten.
-
2. Klinische Bedeutung. Da wir die
Über-Expression der PCA3-mRNA (Boten-RNA) messen, und da die
PCA3-mRNA in geringem Umfang auch in normalen Prostatazellen
produziert werden, ist es nicht möglich zu sagen, ob eine große
Menge PCA3 von einer großen Menge normaler Prostatazellen oder
von einigen wenigen Krebszellen stammt. Darum mussten wir eine
interne Kontrolle zum Messen der relativen Expression von PCA3
einführen, die von der Anzahl normaler Prostatazellen
unabhängig war. Das uPM3-Assay besaß diese interne
Kontrolle nicht.
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Diese Verbesserungen führten zum
PCA3-Assay, das nicht nur für den Gebrauch in der Forschung,
sondern ein validiertes Assay mit CE-Kennzeichnung ist.
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Die Sensitivität wurde wurde durch das
Verwenden einer sehr leistungsfähigen Verstärkungstechnik
namens TMA (Transcription Mediated Amplification) beträchtlich
verbessert.
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Das Gewinnen der Proben wurde vereinfacht
(jetzt genügt ein dreimaliges Abstreichen der Prostata, und ein
Zentrifugieren ist nicht erforderlich) und sicherer gemacht
(gekühlter Transport gewährleistet die Haltbarkeit für
fünf Tage). In einer jüngeren Untersuchung ergaben weniger
als 2 % der Proben kein Ergebnis, verglichen mit den 20 bis
25 % unseres uPM3-Assays.
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Wichtiger noch, wurden die Ergebnisse mit der
Einführung einer internen Überwachung (PSA mRNA, nicht mit
dem Serum-PSA-Protein zu verwechseln) klinisch bedeutsamer.
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Als das PCA3-Assay erst einmal validiert und
verfügbar gemacht worden war, entschieden wir, das uPM3-Assay
zurückzuziehen und uns nur noch auf das PCA3-Assay zu
konzentrieren. Bis zum Juli 2006 war das Bostwick Laboratory das
einzige Labor, das den uPM3-Test anbot, dann wechselte es zu dem
neuen PCA3-Assay.
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Ich hoffe, dass dies den Unterschied zwischen
dem uPM3- und dem PCA3-Test klarstellt. Wenn Sie weitere Fragen
haben, dann zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu
setzen. Ich füge einen Artikel über die analytischen
Aspekte des PCA3-Tests bei, der in "Clinical Chemistry"
erschien."
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Dieser Artikel (in Englisch) kann bei
Interesse bei
mir angefordert werden.
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Bisher gibt es in Deutschland nur ein Labor,
das den Test anbietet:
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http://www.labor-limbach.de/
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Dieses Labor schrieb mir (an KISP):
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"Ich möchte Sie davon in Kenntnis
setzen, dass wir Ende Januar [2007 –
Ed] den PCA3-Test aus Urin anbieten werden. In der Anlage
finden Sie eine Broschüre dazu. Zielgruppe sind bislang Männer
mit erhöhtem PSA und negativer Biopsie. Der Test wird ca. 350.-
Euro kosten und muss privat bezahlt werden."
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Die angesprochene
Broschüre (PDF-Format, auf Englisch) kann jetzt bei den
KISP-"Texten" abgerufen werden (Nr. 31, 2,1 MB).