Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Diagnostik
– das TKTL1-Enzym
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[Wikipedia:
Transketolase-like-1 (TKTL1) ist ein der Transketolase verwandtes
Enzym und katalysiert dieselben Reaktionen wie diese. Während
Transketolasen in vielen Lebewesen gebildet werden, hat sich dieses
Enzym erst in Säugetieren entwickelt. Es gibt mindestens drei
Isoformen der TKTL1 beim Menschen, die jeweils in verschiedenen
Gewebetypen lokalisiert sind, nämlich Herz, Gehirn, Lunge,
Nieren, Plazenta, Muskeln und Pankreas. Außerdem findet sich
das Enzym bei verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen,
Diabetes mellitus und einigen Krebserkrankungen. Besonders bei
schnell wachsenden, bösartigen Tumorzellen ist es für
deren biochemische Eigenschaft verantwortlich, auch bei genügender
Sauerstoffversorgung einen anaeroben Stoffwechselweg einzuschlagen;
das TKTL1 kann somit die sogenannte Glucosevergärung bei
Tumorzellen erklären (Warburg-Hypothese). – Ed]
- Rudolf
schrieb am 18.12.2008:
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Ich traf
Dr. Coy, den Entdecker des TKTL1-Enzyms, Montag vor einer Woche
auf dem Tumormarker-Kongress in Hamburg, zu dem ich auch eingeladen
war.
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Er
berichtete, dass es jetzt möglich ist, das TKTL1-Enzym im Blut
nachzuweisen. Nicht im Serum, sondern intrazellulär in
Makrophagen, die aus dem Blutstrom rausgefischt werden.
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Makrophagen,
das wissen wir aus der Debatte über "bösartige
Entzündungen" (wer kennt den gleichnamigen Spektrum der
Wissenschaft Artikel von April 2008 nicht?? ), werden ja in den
Dienst des Tumorwachstums und sogar der Metastasierung gestellt,
indem Krebszellen Signale wie bei der Wundheilung aussenden. u.a.
kommen Makrophagen und mampfen in den Tumoren so allerhand weg, eben
auch solch ein Enzym wie das TKTL1.
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Wenn man
also in Blut-Makrophagen TKTL1 nachweisen kann, bedeutet das, es
gibt aggressive Krebszellen / Tumore im Körper und Alarm ist
angesagt.
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Eine
hochinteressante Bestätigung der These, dass durch Umschalten
der Glucose-Verarbeitung von der mitochondrialen Verbrennung (führt
zu differenzierter Zell-Leistung) zur zytosolischen Vergärung
(Warburg-Effekt, führt zur Zell-Teilung) Krebszellen aggressiv
werden und enorme Glucose-Fresser sind, ergibt sich jetzt durch
einen Vergleich von Neuronen und Krebszellen: in NATURE cell biology
ist am 23.11.2008 online folgender Artikel veröffentlicht
worden:
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Glucose
metabolism inhibits apoptosis in neurons and cancer cells by redox
inactivation of cytochrome c
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Autoren sind
Allyson E. Vaughn und Mohanish Deshmukh vom Department of Cell &
Developmental Biology und vom Neuroscience Center der Uni of North
Carolina
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Wie unten in
der Zusammenfassung nachlesbar ist, hemmen beide Zell-Typen ihre
Apoptose über Produkte des Pentose-Phosphat-Weges (PPP) der
Glucose-Verwertung.
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Neben dem
aus der Vergärung der Glucose abfallenden Laktat wird im PPP
auch viel NADPH produziert, das den intrazellulären
Glutathion-Pegel reguliert. Über Glutathion aber wird das
Cytochrom C reduziert und so die Einleitung der Apoptose, die
normalerweise durch Ausschütten von oxidierten Cytochrom C aus
den Mitochondrien ins Zytosol eingeleitet wird, verhindert.
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Und da wir
von Dr.Coy wissen, dass der PPP erst dann richtig loslegt, wenn die
Krebszelle aus der Enzym-Familie der Transketolasen das TKTL1
eingeschaltet hat, bedeutet das nicht nur, dass die Krebszelle einen
riesigen Glucose-Bedarf hat ( eine Achillesferse, an der man sie
durch Ernährungs-Umstellung packen kann ), sondern auch, dass
sie ihrer eigene Apoptose immer wieder entgegenarbeitet und sich
deshalb weiter teilen kann.
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Wer jetzt
immer noch Ernährungs-Massnahmen bei fortgeschrittenem Krebs
für vernachlässigbar hält, dem ist nicht zu helfen.
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Nat Cell
Biol. 2008 Dec;10(12):1477-83. Epub 2008 Nov 23.
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Glucose
metabolism inhibits apoptosis in neurons and cancer cells by redox
inactivation of cytochrome c.
Vaughn AE, Deshmukh M.
Department
of Cell & Developmental Biology, Box 7250, 115 Mason Farm Road,
Chapel Hill, North Carolina 27599, USA. -
Neurons and
cancer cells use glucose extensively, yet the precise advantage of
this adaptation remains unclear.
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These two
seemingly disparate cell types also show an increased regulation of
the apoptotic pathway, which allows for their long-term survival.
Here we show that both neurons and cancer cells strictly inhibit
cytochrome c-mediated apoptosis by a mechanism dependent on glucose
metabolism.
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We report
that the pro-apoptotic activity of cytochrome c is influenced by its
redox state and that increases in reactive oxygen species (ROS)
following an apoptotic insult lead to the oxidation and activation
of cytochrome c. In healthy neurons and cancer cells, however,
cytochrome c is reduced and held inactive by intracellular
glutathione (GSH), generated as a result of glucose metabolism by
the pentose phosphate pathway.
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These
results uncover a striking similarity in apoptosis regulation
between neurons and cancer cells and provide insight into an
adaptive advantage offered by the Warburg effect for cancer cell
evasion of apoptosis and for long-term neuronal survival.
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Übersetzung:
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Der
Glukose-Metabilismus hemmt die Apoptose [den
programmierten Zelltod – Ed] in Neuronen und
Krebszellen durch Redox-Inaktivierung des Cytochroms C. [Redox
= eine chemische Reaktion, bei der ein Reaktionspartner Elektronen
auf den anderen überträgt – Ed]
Vaughn
AE, Deshmukh M.
Department of Cell & Developmental Biology,
Box 7250, 115 Mason Farm Road, Chapel Hill, North Carolina 27599,
USA. -
Neuronen
und Krebszellen nutzen ausgiebig Glucose, der genaue Vorteil dieser
Anpassung bleibt allerdings unklar.
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Diese
beiden scheinbar ganz unterschiedlichen Zelltypen weisen auch eine
erhöhte Regulierung der apoptotischen Signalwege auf, was ihnen
ihr langes Überleben ermöglicht. Hier zeigen wir, dass
sowohl Neuronen als auch Krebszellen grundsätzlich die durch
Cytochrom C vermittelte Apoptose durch einen vom
Glukose-Metabolismus abhängigen Mechanismus hemmen.
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Wir
berichten, dass die pro-apoptotische Aktivität von Cytochrom C
von seinem Redox-Status beeinflusst wird, und dass Anstiege
reaktiver Sauerstoffspezies [neue Bezeichnung
für „Sauerstoffradikale“ – Ed] nach
einem apoptotischen Insult [Insult =
plötzliche Durchblutungsstörung –
Ed] zu einer Oxidation und einer Aktivierung von Cytochrom C
führen. In gesunden Neuronen und Krebszellen wird dagegen das
Cytochrom C vom intrazellulären Glutathion (GSH) reduziert und
inaktiv gehalten, das als Ergebnis des Glukose-Metabolismus durch
den Pentose-Phosphat-Signalweg erzeugt wird.
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Diese
Ergebnisse decken eine auffallende Ähnlichkeit der
Apoptose-Regulierung zwischen Neuronen und Krebszellen auf und
gewähren Einblick in einen Anpassungsvorteil, den der
Warburg-Effekt den Krebszellen beim Umgehen der Apoptose und den
Neuronen beim langzeitigen Überleben bietet.
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[Übersetzung
durch Ed]
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PMID:
19029908 [PubMed - in process]
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