Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Schnittrand-Beurteilung

AllesGut fragte am 11.8.2010:

Was bedeutet eigentlich Rx oder R0, und was heißt das für das Risiko nach der Prostataentfernung?

"Strahlentherapeut" Daniel Schmidt antwortete am selben Tag:

Rx heisst, dass der Pathologe nicht sagen kann, ob der Tumor komplett entfernt wurde oder nicht.

Dieses Problem entsteht dann, wenn das Präparat z. B. in mehreren Stücken beim Pathologen ankommt und die verschiedenen Stücke einander nicht zuzuordnen sind oder auch, wenn der Operateur mit z. B. Laser den Resektionsrand beim Schneiden "fritiert", so dass man nicht sagen kann, ob Tumorzellen bis zum Schnittrand gingen oder nicht.

R0 heißt, dass der Chirurg alles erwischt hat, d. h. am Präparatrand sind keine Tumorzellen nachweisbar. Das, was der Chirurg rausgeschnitten hat, ist also von normalen Zellen umgeben. Wenn allerdings der Resektionsrand recht knapp ist und nur ein paar Zelllagen über dem Tumor liegen, ist das kein "wahres" R0, sondern ein sehr knappes R0.

Das Risiko für einen Rückfall bei einer Rx-Resektion ist schwer abzuschätzen.

Das Risiko für einen Rückfall bei einer R0-Resektion eines pT3-Tumors liegt bei ca. 10 %. Diese Angabe beruht allerdings auf einer sehr sorgfältigen Präparatbegutachtung, wo wirklich nur R0-Patienten als R0 deklariert wurden.