Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Reverse Transcriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RTPCR)

Marco fragte am 5.6.2004:
wer kennt sich mit obigem Verfahren aus, und wo in D oder der EU wird das gemacht?

Mir wurde gesagt, damit könnte man im Blut schwimmende Zellen (PSA erzeugende, also PCa-Zellen) messen mit einer extrem guten Auflösung von 1 zu 10.000.000! Zum Glück kann nur ein kleiner Bruchteil der im Blut schwimmenden Krebszellen sich auch irgendwo festsetzen! (Oder auch gar keine, falls die Rezeptoren fehlen, das sei die Wirkungsweise von MCP, das würde die Bindungsstellen besetzen.)

Ich würde dieses Verfahren gerne nutzen, um zum Ende der ersten ADT-Phase festzustellen, ob Krebszellen nachweisbar sind.
Mein Ausgangszustand war miserabel (PSA 115), aber nach RP, ADT2, dann ADT3 für jetzt insgesamt 22 Monate, Bestrahlung drei Monate nach RP war seit jetzt 19 Monaten das PSA unmessbar klein (<0,005 ng/ml) und die anderen Tumormarker, bis auf das unklar sich verhaltende CGA, auch unverdächtig.

Gerhard H. hatte am selben Tag einen Tipp:
es gibt in München das Labor für Molekulare Onkologie in der Bayerstraße 53. Die machen den Prostata-IDT-Check. Nachweis isolierter disseminierter Prostatacarzinomzellen im peripheren Blut und Knochenmark. Vor ca. 1½ Jahren hat schon mal einer im Forum geschrieben der es hat machen lassen. Es kostete so um die 700.- Euro. Vielleicht hilft es Dir weiter.
Horst MUC ergänzte:
und hier die Homepage des Labor (für evtl. e-mail Anfragen): http://www.labor-tiller.de.
Sepp konnte am 6.6.2004 noch das Folgende beitragen:
mit der Reverse Transcriptase kann man PCa-Zellen im Blut nachweisen, quantifizieren und auf einige wenige Merkmale hin untersuchen. Wahrscheinlich hat jeder von uns PCa-Zellen im Blut. Über den möglichen zukünftigen Verlauf der Krebserkrankung sagt das wenig aus.
Hilfreicher wäre es, die im Blut vorkommenden PCa-Zellen nach ihrem Genexpressionsmuster zu analysieren. Bei bestimmten Leukämien - und in Studien auch beim Brustkrebs - klappt das schon ganz gut. Mit Hilfe der MikroArray-Technik lassen sich prognostische Aussagen treffen und auch, welche Chemotherapie wohl am wirksamsten ist. Leider ist die Medizin beim Prostatakrebs noch nicht so weit.
Gerd1 schrieb am 10.6.2004:
ich habe den RT-PCR-Check vor einem Jahr durch das Labor Tiller in München machen lassen, da ich wissen wollte, ob der Krebs schon aus der Prostata ausgebrochen ist und ich mit Metastasen rechnen muss. Kostenpunkt € 756,-.
Ergebnis: 2 von 6 verschiedenen Markern waren schwach positiv.
Beurteilung:
"Es konnten wenige Moleküle des malignen Boten RNA vom Typ 3/6 sowie vom tumorassoziierten Prostata spezifischen Antigen nachgewiesen werden. Geringe Mengen an tumorassoziierten Transkripten können in seltenen Fällen auch bei gesunden männlichen Personen beobachtet werden. Dies scheint besonders bei Entzündungsprozessen, psychischer Belastung oder bei metabolischem Stress von Leber, Niere und Darm aufzutreten.
Im Falle des Verdachts einer hämatogenen Metastasierung eines bereits diagnostizierten Prostatakarzinoms kann es natürlich um eine oder wenige Zellen mit einer tumorassoziierten Transkriptionsaktivität handeln.
Das Ergebnis ist nicht gleichzusetzen mit einer klinisch manifesten Metastasierung. Vorsorgeuntersuchungen und adjuvante Therapiemaßnahmen seien wie üblich empfohlen.
CAVE: Durch Palpation der Prostata können Prostatazellen in das periphere Blut gelangen. Ein Prostata-IDT-Check bzw. eine klassische PSA-Serumuntersuchung sollte frühestens 1 Woche nach einem Tastbefund erfolgen.
Da es sich um ein grenzwertiges Ergebnis handelt, empfehlen wir eine Kontrolle des Tests im Abstand von 6-8 Monaten."
Mir hat diese Aussage geholfen, da die Gefahr einer befürchteten Metastasierung doch sehr gering erschien. Ich werde die Untersuchung zum Abschluss meiner DHB im August erneut machen lassen.