Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Diagnostik
– PET/CT
- [Beim
PET/CT werden mit zwei unterschiedlichen Verfahren unmittelbar
nacheinander Darstellungen derselben Körperregionen gewonnen
und die so gewonnenen Bilder übereinandergelegt ("fusioniert").
Während die Computertomographie (CT) die Organe sehr deutlich
darstellt, aber kaum zwischen gutartigem und bösartigen Gewebe
unterscheiden kann, zeigt die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
an, wo – nämlich in bösartigem Gewebe – sich
das Kontrastmittel ("Tracer") vermehrt angelagert hat. Das
Ergebnis ist eine Darstellung der Organe mit genauerer Angabe
darüber, wo bösartiges Gewebe vorliegt:
-

-
CT allein (links) und Fusion CT + PET (rechts)
-
Als Tracer kommen im wesentlichen die
Isotope C11, N13, O15 und F18 Glukose in Betracht. Beim
Prostatakrebs besteht das Problem, dass manche dieser Tracer sich
auch im Urin wiederfinden und die Blase dann bei der Bildgebung die
etwaige Anreicherung in der Prostata überstrahlt.
-
Bei niedrigen PSA-Werten von unter etwa
2 ng/ml nach lokaler Behandlung (Prostatektomie oder
Bestrahlung) kann auch die PET/CT nichts finden. Die diagnostische
Empfindlichkeit und die Sicherheit der Cholin PET/CT in der
Rezidivdiagnostik hängen von mehreren Faktoren ab:
-
Neben
der absoluten Höhe des PSA-Wertes sind die
PSA-Verdopplungszeit/Anstiegsgeschwindigkeit, aber auch das
Tumorstadium zum OP-Zeitpunkt und der Gleason Score Indikatoren für
die "biologische Aggressivität" des Tumors und damit
auch für seine Nachweiswahrscheinlichkeit mit der PET/CT. Bei
eher aggressiven, schnell wachsenden Tumoren hat man auch bei
PSA-Werten von ca. 2 ng/ml eine gute Chance, ein Rezidiv
aufzuspüren.
-
Durch
Verwenden anderer Kontrastmittel – die Entwicklung des
Verfahrens ist noch im Fluss – lässt sich in Zukunft die
Aussagekraft möglicherweise noch verbessern. – Ed]
- Uwe
schrieb am 14.7.2003:
-
für
mich sollte vor einer Therapie-Entscheidung eine fundierte
Diagnostik gemacht werden, nicht nur PSA und Biopsie positiv,
sondern auch eine Zweitbefundung der Gewebeprobe und/oder ein MRTS
und/oder ein PET (Positronen-Emissions-Tomographie) mit C11-Cholin.
Die Radiologen und/oder Nuklear-Mediziner ersinnen immer bessere
Methoden, um nicht nur verdächtiges Gewebe, sondern vielleicht
bald Krebs-Gewebe zu entdecken, wie Prof. Vogl [in
der Uniklinik in Frankfurt/Main – Ed] mit
seinen Spektographie-Versuchen. Meine neueste Seite handelt von der
Cholin-PET/CT-Untersuchung, die in Ulm gemacht wird. Siehe:
-
http://www.prostatakrebse.de/themen/0066.htm.
PET wird von den GKVs nicht bezahlt.
-
Dazu
schrieb Julius am 16.7.2003:
-
Zu deinem
interessanten Beitrag über Cholin-PET/CT passt glaube ich sehr
gut ein hoch informativer Bericht von Herrn Dr. (med.) Blumstein
(Nuklearabteilung der Universitätsklinik Ulm) selbst, den ich
von ihm vor kurzem erhalten habe.
-
Ich stelle
ihn hier gern zur Verfügung, weil er in sehr guter
allgemeinverständlicher Sprache die ja oft schwierigen
wissenschaftlichen Zusammenhänge erklärt.
-
Dazu kommen
auch konkrete Hinweise für Patienten, die eine solche
Untersuchung an sich vornehmen lassen wollen.
-
Hier der
genaue Text des Berichtes:
-
"Prostatakarzinom
-
Die Cholin-
PET/CT-Untersuchung ist sinnvoll
-
I. bei
Patienten mit Verdacht auf Prostatakarzinom
-
-
Ausschuss/Nachweis eines Prostatakarzinoms (PC) bei erhöhtem
PSA-Spiegel
- bei stanzbioptisch negativem Ergebnis und weiter
bestehendem Verdacht auf ein PC -
II. bei
Patienten mit gesichertem Prostatakarzinom
-
- bei
stanzbioptisch gesichertem Prostatakarzinom mit der Frage des
therapeutischen Vorgehens (OP?, Bestrahlung?, Hormontherapie?)
-
im Primärstaging bei erhöhtem PSA-Spiegel
a)
zum Ausschluss/Beweis von Lymphknoten-Metastasen im Becken oder
oberhalb des Beckens
b) zum Ausschluss/Beweis von
Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen
c)
als Hinweis für das Vorhandensein von Knochenmetastasen. -
III. bei
Patienten nach einer Prostata-Operation.
-
- vor der
Therapieentscheidung: Strahlentherapie nach der Operation: ja oder
nein ?
- vor der Therapieentscheidung: keine Strahlentherapie,
Hormontherapie: ja oder nein ?
- vor der Therapieentscheidung:
benötige ich überhaupt noch eine Therapie oder reichen
Kontrolluntersuchungen aus ? -
IV. bei
Patienten nach einer Lymphknoten-Operation
-
-
Therapieentscheidungsfrage: Operation oder Bestrahlung der Prostata,
ja oder nein?
- Therapieentscheidungsfrage: benötige ich
überhaupt noch eine Therapie oder reichen
Kontrolluntersuchungen aus? -
V. bei
Patienten in der Nachsorge und erhöhtem PSA-Spiegel
-
- ohne
bisherige Therapie
- nach perkutaner Strahlentherapie oder
interstitieller Brachytherapie
- mit/ohne Hormontherapie
-
mit/ohne Chemotherapie -
Allgemeines
-
Das
Prostatakarzinom ist der sechst häufigste bösartige Tumor
in der Welt, der dritthäufigste Tumor bei Männern weltweit
und die häufigste Tumorentität in Europa, Nordamerika und
in einzelnen Teilen Afrikas. Es wird geschätzt, dass es im
Jahre 2010 die häufigste Todesursache sein wird.
-
Mehr als
50 % der Fälle betreffen Patienten über 70 Jahre, die
Inzidenz steigt allmählich ab dem 50. Lebensjahr an. 85 %
der Patienten über dem 65. Lebensjahr leiden unter dem
Prostatakarzinom. In Deutschland liegt die Inzidenz bei 50/100.000,
in der Altersgruppe zwischen 75-85 Jahre beträgt mehr als
400/100.000.
-
Die
Metastasierung erfolgt lymphogen in die regionalen Lymphknoten und
hämatogen in die Organsysteme Skelett, Lunge und Leber. Die
Behandlung erfolgt stadienabhängig mit radikaler Prostatektomie
oder interstitieller Bestrahlung (Brachytherapie) oder Operation
und/oder konformer perkutaner dreidimensionalen Bestrahlung und/oder
Systemtherapie (antihormonelle Therapie, Zytostatika).
-
Leider zeigt
weltweit die Erfahrung, dass die klinische Diagnose des
Prostatakarzinoms nach wie vor unzuverlässig ist und die
Krankheit oft erst spät erkannt wird: So liegt zum Zeitpunkt
der Diagnose in rund 30 Prozent der Fälle bereits eine
Metastasierung vor.
-
Die digital
rektale Untersuchung hat nur eine Nachweissicherheit von 6,3 - 50 %,
durch eine zusätzliche transrektale Ultraschalluntersuchung
kann dieser Wert um den Faktor 1,3 – 2,0 erhöht werden.
Der PSA-Wert im Serum als alleinige Untersuchung mit dem früher
verfochtenen Normwert von 4.0 µg/ml gilt heute als zu wenig
aussagekräftig; deswegen finden altersspezifische
Normalbereiche (Oesterling E. et al.: J Urol 1995; 154: 1090) in der
klinischen Routine eher Verwendung. Neue laborchemische Testmethoden
wie die PSM (Membran-Antigen-Test) und der RT-PCR (Reverse
Transcriptase Polymerase Chain Reaction) scheinen brauchbar für
die Früherkennung zu sein, können aber derzeit nicht in
der klinischen Routine eingesetzt werden.
-
Besonders
kritische Fragen werden immer wieder in Bezug auf die Notwendigkeit
und Sicherheit der Stanzbiopsie gestellt:
-
1. Schließt
ein negatives Biopsieresultat ein Prostatakarzinom aus ?
-
2. Kann
durch die Biopsie der lokalisierte Krebs der Prostata verstreut
werden ?
-
3. Gibt es
Alternativen zur Stanzbiopsie für die Diagnosesicherung ?
-
Die
Stanzbiopsie der Prostata wird nach den Kriterien der deutschen
Gesellschaft für Urologie auch weiterhin empfohlen, wenn ein
pathologischer Tastbefund bei der DRU (digital rektalen
Untersuchung) oder ein signifikant erhöhter PSA-Wert entdeckt
wurde,- trotz der Tatsache, dass bereits 1991 auf die Gefahr der
metastatischen Aussiedlung durch die Nadelbiopsie hingewiesen wurde
(Bastacky et al; J Urol 1991; 145:1003; Polascik et al.; J Urol
1999; 162:749).
-
Für die
Therapiewahl ist die Praxis neben Alter und Allgemeinzustand vor
allem das klinische Erkrankungsstadium unter Einschluss der DRU,
PSA-Wert und der sechs systematischen Stanzen (Sextantenbiopsie)
hilfreich. Statistische Aussagen über das Ausmaß des
Kapseldurchbruchs, des periprostatischen Befalls, der
Lymphknoten-Metastasierung geben die Tabellen von Partin und
Mitarbeiter (Partin et al.; J Urol. 1993; 150:110-114) hinlänglich
Auskunft.
-
Um
Prostatapatienten, entsprechend ihres Krankheitsstadiums, eine
schnelle, effektive und optimale Therapie zukommen zu lassen, ist es
wichtig, möglichst frühzeitig die Krebszellen in der
Prostata, in den Lymphknoten oder in den Knochen zu entdecken.
-
Somit kommt
einer ganzheitlich erweiterte Diagnostik, wie die der
Cholin-PET/CT-Untersuchung, eine große Bedeutung zu.
-
Was ist
eine PET/CT-Untersuchung
-
Dieses
Kombinationsgerät stellt derzeit die modernste Generation
diagnostischer Großgeräte zur funktionellen
hochauflösenden anatomischen und biochemischen Bildgebung des
gesamten Körpers dar. Durch diesen neuesten Ansatz der
funktionellen Bildgebung können z.B. anatomisch kleinste
Manifestationen bösartiger Tumore nachgewiesen werden (mittels
der Positronen-Emissions-Tomographie, PET) und anatomisch korrekt
und präzise lokalisiert werden (mittels der
Mehrzeilen-Spiral-Computertomographie). Als besonderen Vorteil der
PET/CT-Untersuchung bei Patienten mit Prostatakarzinom ist die
routinemäßige Untersuchung des gesamten Körpers in
einem Untersuchungsvorgang, die Vermeidung von Doppel-und
Mehrfachuntersuchungen sowie die Reduzierung des Zeitaufwands des
diagnostischen Ablaufes auf ca. 30 Minuten Untersuchungs- und ca. 60
Minuten Befundungs-/Auswertezeit zu sehen.
-
Warum
wird als Marker (Tracer) Cholin verwendet, was ist Cholin ?
-
Cholin ist
eine auch eine Vorstufe der Zellmembranphospholipide.
-
Cholin wird
im gesamten Darm aufgenommen (resorbiert) und gelangt dann
selbständig oder mit Hilfe von Trägerstoffen (z. B.
Lecithin) ins Blut und zur Leber. Aus Eiweißbausteinen, die in
pflanzlicher Kost nur geringfügig vorkommen, wird es auch vom
Stoffwechsel selbst hergestellt. So leiden strenge Vegetarier, die
auf Eier, Milch und Milchprodukte verzichten, möglicherweise an
Cholinmangel, insbesondere dann, wenn Sie unter Stress stehen.
-
Man geht von
einem Verbrauch bis zu 4 Gramm Cholin pro Tag aus, bei erhöhtem
Stress bis zu 6 Gramm, wobei etwa ein Fünftel oder ein Viertel
durch die Nahrungsaufnahme beigesteuert wird.
-
Die Aufnahme
von Cholin in den menschlichen Körper wird beeinträchtigt
durch die Aufnahme von Zucker, Alkohol, Tee, erleichtert durch die
Einnahme von Folsäure, Inositol, B12,Vitamin-B12-Komplex.
Cholin kommt auch in Bierhefe, Eigelb und Weizenkeimen vor.
-
Bei vielen
Karzinomen stellt die Glukoseaufnahme ein Maß für die
Malignität dar. Dies ist jedoch bei den meisten
Prostatakarzinomen sehr niedrig und deswegen wenig hilfreich.
Hingegen ist aus kernspinspektroskopischen Untersuchungen bekannt,
dass die Konzentration von Cholin in den Prostatakarzinomzellen, die
im Vergleich zu Normalzellen deutlich gesteigert ist. Deshalb kann
das Prostatakarzinom mit bildgebender Diagnostik unter Zuhilfenahme
der C-11-Cholin-PET/CT-Untersuchung gut dargestellt werden.
-
In dem
letzten Jahren wurde in verschiedenen Tumoren ein hoher Gehalt an
Phosphorylcholin gefunden, der in gesunden Gewebe meist unterhalb
der Nachweisgrenze liegt. Vor kurzem ist durch das Verfahren der
31P-Magnetischen Resonanz Spektroskopie entdeckt worden, dass in
vielen Tumoren und auch im Prostatakarzinom eine erhöhte
Aufnahme von Cholin in den Zellen stattfindet, um so die erhöhte
Synthese der Phosphatidylcholin, ein wichtiges
Zellmembran-Phospholipid sicherzustellen. Zusätzlich ist die
Gesamtkonzentration von Cholin (Cho) und Kreatin (Cr) erhöht.
Studien an Patienten haben diese Ergebnisse bestätigt und es
konnte gezeigt werden, dass ein 3-fach erhöhtes
(CH0+Cr)/Cit-Verhältnis als sicherer Indikator für das
Vorliegen eines tumorösen Gewebes gewertet werden kann.
-
Ebenso kann
mit radioaktiv markiertem Cholin (Kohlenstoff-11, Halbwertszeit 20
Minuten, reiner Positronenstrahler) anhand der
C-11-Cholinspeicherung im Prostatakarzinom der Primärtumor
nachgewiesen und anatomisch präzise lokalisiert werden. Somit
kann mittels PET/CT der gesamte Körper in weniger als 30
Minuten mit C-11 Cholin untersucht werden; Diese Untersuchung ist
zugleich auch sehr gut zur Stadieneinteilung und zur Suche von
Tochtergeschwülsten (Metastasen) geeignet.
-
Um die
logistischen Nachteile der kurzen Halbwertszeit von C-11 (20
Minuten) zu vermeiden, hat die Ulmer Arbeitsgruppe seit Juni 2003
F-18-Fluorethylcholin entwickelt. Erste vergleichende Untersuchungen
von F-18-Fluorethylcholin und C-11 Cholin zeigen eine sehr ähnliche
Bioverteilung beider Radiopharmaka und vergleichbare diagnostische
Aussagekraft.
-
Patientenvorbereitung,
Untersuchungsvorgang und Befunderhebung
-
Voraussetzungen:
-
Nüchtern
in den letzten 12 Stunden vor Untersuchungsbeginn
-
Zeitspanne
zwischen Stanze (wenn durchgeführt) und PET/CT: >5 Wochen
-
Bitte
bringen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Befunde mit:
Diese könnten sein: PSA-Wert im Blut (auch
Verlaufsuntersuchungen), Laborbefunde, Ergebnis der
Ultraschalluntersuchungen des Körpers und/oder Ergebnisse der
rektalen Ultraschalluntersuchung, CT oder MR-Befund,
Ganzkörperskelettszintigraphie, urologischer Fachbefund.
-
Nach einem
Einführungsgespräch wird über einen venösen
peripheren Zugang (Infusionsnadel) die radioaktive Substanz in eine
Armvene appliziert. Nach einer kurzen Wartezeit wird sodann die
PET/CT-Untersuchung durchgeführt. Die CT-Untersuchung mit
nicht-ionischem Kontrastmittel, das über die Injektionsnadel in
Ihren Körper fließt, um alle Organe, Venen, Arterien und
Lymphknoten darzustellen. Sie bleiben auf dem Untersuchungstisch
liegen und anschließend wird die PET-Untersuchung durchgeführt
(Dauer: ca. 40 Minuten). Nach dieser Zeit wird Ihre Untersuchung von
einem Hochleistungsrechner ausgewertet und ärztlich befundet.
-
Nebenwirkungen
und Risiken: Mögliche Komplikationen betreffen die venöse
Punktion (Hämatombildung). Allergische Reaktionen oder
pharmakologische Wirkungen sind von dem radioaktiven Arzneimittel
Cholin nicht zu erwarten und werden bisher auch nicht beobachtet, da
es sich um eine dem körpereigenen Cholin sehr ähnlichen
Substanz handelt und außerdem nur Spurenmengen (im Bereich von
Picogramm) als minimaler Bruchteil der normalen Cholinkonzentration
(20 mg -100 mg) im Blut appliziert werden.
-
Es werden
ca. 1000 MBq C-11 Cholin oder 370 MBq 18F-Fluorethylcholin
appliziert, um den gesamten Körper in ausreichender Qualität
zu untersuchen.
-
Die
Strahlenexposition entspricht einer effektiven Äquivalentdosis
von 7 mSv. Die PET/CT-Untersuchung als solche geht mit einer
Strahlenexposition von 23,5 mSv einher. Dieser Wert ermittelt sich
aus der ansonsten in der Routine-Diagnostik durchgeführten
CT-Ganzkörper-Untersuchung, wobei sich der
Untersuchungsabschnitt vom Hals bis einschließlich in die
Leistenregion erstreckt.
-
Die
CT-Untersuchung erfolgt im Rahmen der Routinediagnostik. Die
technischen Untersuchungsparameter (140 kV, 160 mAS,
4-Zeilen-Spiral-CT) entsprechen der medizinischen
Standarduntersuchung, in der auch routinemäßig die Gabe
eines nicht-ionischen Kontrastmittels im Rahmen der CT-Untersuchung
mittels computergesteuerter, adaptierter Bolustechnik vorgesehen
ist."
-
Werner
lieferte am selben Tag die folgende Zusatzinformation:
-
Neben der
Uniklinik Ulm gibt es eine weitere Adresse im süddeutschen
Raum, wo die Cholin-Pet gemacht wird. Für Interessenten:
-
Dr. med
Bernhard Hoerr, Zehntgasse 1
73207 Plochingen,Tel.: 07153 82130. -
Die Praxis ist auch über
Email (praxis@hoerr-pet.de)
erreichbar.
- Winni
schrieb am 10.9.2003:
-
für
alle, die sich für die Kosten einer Untersuchung mittels eines
C-11-Cholin-PET/CT interessieren: 2100,- Euro für Selbstzahler.
- Am
22.6.2004 schrieb Winni:
-
ich habe mir mal wieder
die Internetseiten www.nucmed-ulm.de
angesehen. Die Seiten sind überarbeitet worden. Von C11-Cholin
als Tracer einer PET in Verbindung mit einer PCa-Untersuchung ist
dort nicht mehr die Rede!!
-
[Wichtig
erscheint mir auf der neuen Seite der Satz "Der Stellenwert
der PET bei weiteren häufigen Krebsarten wie z. B.
Brustkrebs oder auch Prostata-Krebs wird derzeit durch ein
interdisziplinäres Gutachtergremium geprüft." –
Ed]
[Unter der angegebenen URL tut sich derzeit (Dez. 2004) eine
Seite von Nokia mit Informationen über Handys auf. Nokia hat
nun mit Nuklearmedizin in Ulm herzlich wenig zu tun. Ich werde die
weitere Entwicklung beobachten und den vorstehenden Link ggf.
löschen. – Ed]
- Horst
MUC sandte am 21.10.2004 den folgenden Berich:
-
Informationsdienst
Wissenschaft – idw – Pressemitteilung
Deutsche
Gesellschaft für Nuklearmedizin, 21.10.2004 -
PET/CT:
Neue DGN-Patientenbroschüre / Einweihung der PET/CT an der MH
Hannover
-
Die neue
Patientenbroschüre zur PET/CT der Deutschen Gesellschaft für
Nuklearmedizin (DGN) e.V. ist ab sofort erhältlich. Das achte
PET/CT-Gerät in Deutschland wird am 29. Oktober 2004 an der
Medizinischen Hochschule Hannover eingeweiht.
-
Eine
sichere Diagnostik ist Voraussetzung für eine erfolgreiche
Therapie. Ein klarer Befund gibt sowohl Ärzten als auch
Patienten Sicherheit bei der Planung der weiteren
Behandlungsschritte. Die PET/CT, eine Kombination der Positronen
Emissions Tomographie (PET) mit der Computertomographie (CT), bietet
neue Möglichkeiten für die bildgebende Diagnostik,
beispielsweise bei Krebserkrankungen. Um Betroffene und
Interessierte über die Funktionsweise sowie die diagnostischen
Möglichkeiten der PET/CT zu informieren, hat die DGN eine
Zusatzbroschüre zu ihrer bereits in dritter Auflage
erschienenen PET-Broschüre
(http://www.nuklearmedizin.de/pat_info/broschuren.php)
erstellt. Verständlich und anschaulich wird darin erklärt,
wie die PET/CT funktioniert - unterstützt von Uhu Leonardo. Die
Broschüre steht auf der Homepage der DGN zum Download zur
Verfügung
(http://www.nuklearmedizin.de/pat_info/broschuren.php).
Sie kann außerdem bei unten stehender Adresse angefordert
werden (bis zu drei Exemplaren kostenlos).
-
Die
PET/CT ist ein neues Verfahren und wird erst an wenigen
nuklearmedizinischen Institutionen in Deutschland durchgeführt.
Das nunmehr achte Gerät wird am 29. Oktober 2004 an der
Medizinischen Hochschule Hannover mit einem Symposium zum Thema
"Multimodale Bildgebung – Chancen für schonende
Heilverfahren" eingeweiht. Veranstalter ist Prof. Dr. Wolfram
H. Knapp, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin der MH
Hannover und Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Nuklearmedizin. Die herausragende Bedeutung kombinierter,
multimodaler bildgebender Verfahren, die in der Lage sind,
Körperstrukturen und -funktionen in ihrer Beziehung zueinander
darzustellen, wird aus Sicht verschiedener Disziplinen dargestellt.
Weitere Informationen zum Symposium finden Sie im
Veranstaltungskalender der DGN unter
http://www.nuklearmedizin.de/aktuelles/event/veranstaltungen.php.
-
Die PET/CT
ist eine Weiterentwicklung der seit Jahren erfolgreich eingesetzten
PET. Ihre Vorteile lassen sich am Beispiel der Krebsdiagnostik
anschaulich erläutern: Die PET macht Krebszellen sichtbar,
indem sie sich den stark erhöhten Stoffwechsel dieser
entarteten Zellen zunutze macht. In ihnen reichern sich spezifische,
radioaktiv markierte Moleküle an. In der PET-Aufnahme werden
diese Zellbereiche als leuchtend helle Flecken dargestellt, die sich
deutlich gegen die dunkleren Bereiche mit normalem Stoffwechsel
abheben. Morphologische Strukturen jedoch werden von der PET kaum
abgebildet, so dass auffällige Zellbereiche schlecht
lokalisierbar sein können. Deshalb wird bei der PET/CT in einer
einzigen Untersuchung quasi gleichzeitig eine CT-Aufnahme erstellt,
die morphologische Strukturen des Körpers exakt darstellt. Die
PET- und die CT-Aufnahme werden dann so miteinander kombiniert, dass
die PET-Aufnahme mit der CT-Körper-"Landkarte"
hinterlegt ist und so eine exakte Zuordnung des auffälligen
Bereichs möglich ist. In vielen Fällen können unklare
Befunde durch die PET/CT abgeklärt werden. Die Kombination
zweier Verfahren in einer Untersuchung ist nicht zuletzt deshalb von
Vorteil, weil den Betroffenen eine weitere Untersuchung erspart
bleibt. Die PET/CT – per se ein interdisziplinäres
Verfahren (Nuklearmedizin, Radiologie) – ist ein gutes
Beispiel dafür, wie sehr schwer kranke Patienten von einer
guten Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte profitieren.
-
Zu dieser Mitteilung
existieren Bilder im WWW. Siehe
http://idw-online.de/public/zeige_bild?imgid=11825.
Uhu Leonardo erklärt die PET/CT.
-
Weitere Informationen
finden Sie unter:
http://www.nuklearmedizin.de/pat_info/broschuren.php,
http://www.nuklearmedizin.de/aktuelles/event/veranstaltungen.php.
- M.S.
hatte am 17.12.2004 gefragt, wo von Essen aus gesehen wohl die
nächste PET-Diagnostik durchgeführt wird. Am 18.12.2004
konnte HWL ihm einen Hinweis geben:
-
Die zum Raum
Essen nächstgelegene Cholin-PET-CT-Anlage steht in der
Universität Münster, Urologische Abteilung.
Nicht-privat-versicherte Patienten müssen einen Tag stationär
im Hause bleiben, sonst muss der Patient selbst zahlen. Es ist eine
stationäre Einweisung vom Hausarzt erforderlich.
-
Sofern der
Grund für die Untersuchung und die Terminwünsche angegeben
werden, kann ich gern über einen mir bekannten Oberarzt der
Klinik organisatorisch helfen.
-
Und ein
Gast gab am selben Tag den folgenden Tipp:
-
ein PET/CT
gibt es auch in Stuttgart im Katharinenhospital. Kontrastmittel sind
dort Cholin-C11 oder auch Fluor 18.
-
Die
Telefon Nr. des PET Centers Stuttgart:
0711/278-4300 oder
0711/278-4360,
Fax.Nr.: 0711/278-4309 oder
0711/278-4369.Otto fragte am 8.6.2005:
-
PET/CT
schafft Klarheit und ist nebenbei eine der beschwerdefreiesten
Untersuchungsmethode, so ein namhafter Spezialist in einem seiner
Aufsätze.
-
Meine Frage
in diesem Zusammenhang ist: Muss/sollte einer PET/CT stets eine
Biopsie vorhergehen? Wer hat Erfahrung mit einer
PET/CT-Untersuchung?
-
Urologe fs
antwortete postwendend:
-
PET/CT ist,
richtig eingesetzt, sicher eine sinnvolle diagnostische Massnahme,
aber mit 700-1200 € auch eine der teuersten (eine Biopsie
"kostet" die Krankenkasse 17,38 €).
-
Eine
großflächige Anwendung derart teuerer Untersuchungen ist
nicht bezahlbar, und es ist auch nicht sinnvoll, das Pferd am
Schwanze aufzuzäumen. Deswegen sollte die Untersuchung
speziellen Fragestellungen vorbehalten bleiben.
- Hans
fragte am 3.4.2006:
-
bei
PET-Untersuchungen wird als Trägersubstanz Cholin 11 verwendet.
Jetzt habe ich erfahren, dass an unserer Klinik Cholin 18 eingesetzt
wird. Wer hat Erkenntnisse darüber, ob die beiden
Trägersubstanzen hinsichtlich der Aussagefähigkeit bei
PCA-Erkrankungen gleichwertig sind?
-
Dieter V
antwortete am selben Tag:
-
die
Unterscheidung ist: C11-Cholin und F18-Cholin. Cholin ist der
Trägerstoff, der mit den radioaktiven Teilchen C11 bzw. F18
beladen ist. Diese Masse wird in die Venen infudiert. Das Cholin
wird von den Krebszellen verstärkt aufgenommen, so dass damit
auch die radioaktiven Teilchen zu den Krebszellen geführt
werden. Dadurch wird an den "Krebsstellen" auch eine lokal
stärkere Strahlung bewirkt.
-
Beim PET
wird diese Strahlung gescannt, d. h. aufgezeichnet, wenn der
Sanner über den Körper wandert. Durch das PET kann man
also die Krebsstellen erkennen (genau genommen Cholin-aktive
Areale). Beim CT im gleichen Durchgang werden die Körperstrukturen
aufgezeichnet. Wichtig ist, dass das CT im gleichen Durchgang
aufgezeichnet wird, da man dann bei der Verbindung (Fusion) der
Bilder eine geringere Abweichungen hat als bei getrennten
Aufzeichnungen PET und CT. Durch die Zusammenführung der PET-
und der CT-Bilder kann man dann recht gut sehen, wo die Krebsstellen
liegen.
-
Kohlenstoff
(C) hat normalerweise 12 Elektronen, bei C11 wurde ein Elektron
weggeschossen, dadurch ist es radioaktiv. F18 steht für Fluor
mit 18 Elektronen, ist auch radioaktiv.
-
Entscheidend
ist beim Prostatakarzinom die Verwendung von Cholin als Trägerstoff,
da andere Stoffe (FDG) sich auch stark in der Blase ansammeln und
dadurch das Gebiet um die Prostata stark überstrahlen, so dass
man in der Prostata nicht mehr viel sehen kann.
-
Ob man als
radioaktive Stoffe nun C11 verwendet oder F18, dürfte m. E.
nicht der wesentliche Unterschied sein.
-
Ich vermute,
dass F18 eine längere Halbwertszeit hat gegenüber C11. C11
hat nach ca. 20 Minuten nur noch die halbe strahlungsstärke
(Halbwertszeit 20 Min). Eine längere Halbwertszeit ist da eher
positiv für das Verfahren.
-
Bisher hat
man mit Cholin nur C11 verwenden können, ich vermute also, dass
es sich beim F18-Cholin um eine Weiterentwicklung handelt.
-
Dazu schrieb Heinz Kurt am 5.4.2006:
-
Es ist richtig, dass mit F18 die logistischen Nachteile der kürzeren
Halbwertzeit von C-11 vermieden werden, so dass auch die
Untersuchungszeit ausgedehnt werden kann, wärend die
diagnostische Aussagekraft vergleichbar ist. Ich hatte eine
Untersuchung mit C11 machen lassen und die mir jetzt mit F-18
angebotene vorerst zurückgestellt, da ich z. Zt. nicht
eine Stunde regungslos liegen könnte. Es gibt allerdings die
Möglichkeit, Beruhigungs- und Schmerzmittel einzusetzen.
- HarriS schrieb am 1.9.2006:
-
hier ein informativer LINK zum Thema Diagnostik via PET. Es kann
eine ausreichend informative Broschüre herunter geladen werden:
-
http://www.nuklearmedizin.de/pat_info/broschuren.php
- Knut schrieb am 2..9.2006 diesen
Erfahrungsbericht zum PET/CT:
-
Pet-Cholin – Ein Erfahrungsbericht
-
Ich möchte über meine Erfahrung mit diesem relativ neuem
Diagnostikverfahren berichten, und es gleich vorweg nehmen, dass
diese in jeder Beziehung sehr positiv waren.
-
Um meine Begeisterung für PET-Cholin zu verstehen, muss ich
meine Krankheitsvorgeschichte erläutern.
-
März 2004 hatte ich plötzlich Wasser in beiden
Unterbeinen. Die Blutuntersuchung beim Hausarzt in Spanien (ich lebe
in Spanien) ergab deutlich zu geringen Anteil rote Blutkörperchen,
zu niedriger Eisen- und Eiweißspiegel. Nun begannen die
Untersuchungen: Urin- und Stuhlprobe, US von Blase, Nieren und
Prostata, CT vom Unterbauch dann weiter in Deutschland Überprüfung
des Lymphsystems, Herz- und Leberkontrolle mit diversen
Blutuntersuchungen. Alle Befunde waren negativ. Bei der Prostata
hieß es jeweils vergrößert dem Alter entsprechend,
aber Gewebe homogen, keine Auffälligkeiten.
-
Ende August 04 hatte ich wieder einmal ein intensives Gespräch
mit meinem Hausarzt über mein Problem und dabei wurde auch noch
einmal die Prostata angesprochen, und wir stellten fest, dass bei
den vielen Blutuntersuchungen nie der PSA-Wert bestimmt wurde. Von
früheren – vor 2000 – Routineuntersuchungen in
Deutschland wusste ich, dass dieser immer zwischen 1,5 und 1,8 ng/ml
lag.
-
Das Ergebnis im September 04 ergab einen PSA = 6,49. Der
konsultierte deutsche Urologe in Spanien schlug dann zur Absicherung
eine Stanzbiopsie vor, die im November 04 mit 10 Stanzen von ihm
durchgeführt wurde. Der histopathologische Befund war negativ
und somit für mich großes Aufatmen. Übrigens das
Wasser in den Unterbeinen war auch verschwunden und ist bis heute
nicht mehr aufgetreten.
-
Der nächste PSA in Mai 05 war 7,5 und in August 05 dann 8,4, so
dass ich bei dem selben Urologen Ende August eine zweite Biopsie mit
12 Stanzen durchführen ließ, bei der ich mir dann noch
eine schwere Sepsis einhandelte. Der pathologische Befund war wieder
negativ mit dem Hinweis, dass eine schwere Prostatitis vorliegen
würde.
-
Der nächste PSA vom Dezember 05 war 13,1. Der starke Anstieg
wurde auch auf die Sepsis zurückgeführt, und ich nahm dann
vier Wochen Antibiotikum. Der PSA war dann, am 10.1.06 gemessen,
10,3 und das freie PSA – zum ersten Mal gemessen –
kleiner als 5 %, was natürlich schon sehr bedenklich war.
-
Mein Urologe in Spanien schlug Schälung der Prostata vor, um
mehr Gewebe für die pathologische Untersuchung zu haben. In der
Uniklinik Heidelberg wurde eine Sättigungsbiopsie vorgeschlagen
mit 35–40 Stanzen unter Narkose, und ich vereinbarte einen
Termin zur Durchführung. Mein Hausarzt in Spanien riet mir dann
von der Sättigungsbiopsie dringend ab und meinte, dass nach so
vielen Stanzen meine Prostata ein Schweizer Käse wäre und
sicherlich erhebliche Probleme mit Vernarbungen, unter Umständen
dann eine chronische Prostatitis auftreten könnten. Er schlug
eine PET-Untersuchung vor und meinte, damit könnte man alles
finden. Ich suchte mir dann im Internet die Adressen in Deutschland
heraus, und meine Frau machte dann die telefonische Kontaktaufnahme
und fand heraus, dass in meinem Fall wohl nur über ein
PET-Cholin eine sichere Diagnose möglich wäre, und diese
Anlage im süddeutschen Raum nur im Klinikum München Rechts
der Isar und in der Universitätsklinik Ulm vorhanden wäre.
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Am 26.4.06 hatte ich dann einen Untersuchungstermin in Ulm. Die
PET-Cholin Anlage ist eine moderne offene Anlage mit einem etwas
engeren zylindrischen Teil von etwa 50 cm Länge und öffnet
sich dann nach beiden Seiten stark konisch, so dass keine Platzangst
wegen Beengung aufkommt. Man liegt bequem auf einem Schlitten, der
von der Anlage gesteuert hin- und herfährt, und die
Untersuchung dauert etwa 20 Minuten. Vorher bekommt man an der
Hand eine Kanüle angelegt, um während der Untersuchung die
Kontrastflüssigkeit einzuleiten bzw. vorher das radioaktive
Cholin einzugeben, das sich dann vorrangig im Gewebe des
Prostatakarzinoms anreichern soll.
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Eine Stunde nach der Untersuchung erfolgte dann die
Ergebnisbesprechung beim Professor. Anhand von DIN-A3-Farbausdrucken
erläuterte er die Ergebnisse und zeigte, dass in der Prostata
zwei Stellen mit Cholinanreicherung waren, die voraussichtlich
Karzinome sind. Er meinte aber, dass wir uns nicht große
Sorgen machen müssten, da dies heilbar wäre. Meine Frau
und ich wollten schon etwas erleichtert aufstehen und uns
verabschieden, da kam dann vom Professor, aber wir haben noch
weitere Entdeckungen gemacht, die sehr bedenklich sind. Er zeigte
dann auf weiteren Farbausdrucken einen großen Knoten im
Bauchraum, in der rechten Armachsel und am Hals. Es wurde dann noch
vormittags am Lymphknoten in der rechten Achsel eine
Feinnadelbiopsie durchgeführt. Nachmittags erhielt ich
telefonisch das Ergebnis mit Verdacht auf ein indolentes Lymphom.
Der Arzt sagte aber, dass die Probe nicht ausreichend ist, um eine
verbindliche Diagnose zu stellen, und schlug vor, am nächsten
Tag eine Rückenmarkpunktion zu machen. Ich sagte zu und war
dann erst einmal im Internet beschäftigt, mich über
Lymphome und deren Konsequenzen zu informieren. Die Prostata war nun
Nebenschauplatz geworden.
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Am nächsten Morgen erfolgte die Punktion mit Flüssigkeit-
und Knochenentnahme. Nachmittags erhielt ich dann telefonisch das
Ergebnis: negativ - alles normal, wobei sich dies auf die
Untersuchung der Flüssigkeit bezog, die im eigenen
Abteilungslabor durchgeführt wurde. Das Material zur
Knochenmarkhistologie wurde an die Pathologie gegeben, wobei man mir
schon sagte, dass das Ergebnis voraussichtlich auch negativ sein
wird, da, wenn in der Flüssigkeit nichts gefunden wird,
erfahrungsgemäß auch im Knochenmark nichts vorliegt. So
war es dann auch, und es wurde der 7.6.06 als Termin in der
Chirurgie für die Lymphknotenentnahme rechts axillär
vereinbart, um genügend Material für eine Diagnose zur
Verfügung zu haben.
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Da es sicherlich von Interesse ist, gebe ich nun nachstehend den
Befundbericht des Universitätsklinikum Ulm Abteilung
Nuklearmedizin im Originaltext wieder (Eine CD über alle
PET-Aufnahmen habe ich auch erhalten):
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"Wir berichten über die C-11-Cholin-PET/CT-Untersuchung,
die wir bei Ihnen am 26.4.06 durchgeführt haben.
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Klinische Angaben:
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Erhöhte PSA-Werte, zuletzt 9,5 ng/ml im Vorfeld zweimal
negative Stanze, zuletzt am 30.8.05 bei einem damaligen PSA-Wert von
13,5 ng/ml. Nach antibiotischer Therapie geringgradiger Abfall
auf den zuletzt gemessenen Wert von 9,5 ng/ml. Cholin-PET/CT
mit der Frage V.a. Prostatakarzinom.
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Technik:
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I. v. Applikation von 1051 MBq C-11-Cholin. Ca. 10 Minuten später
statische Aufnahmen/Multi-Slice-Spiral-CT i.v. KM vom Hals bis zur
Leiste mit dem GE PET/CT. Gemessene Transmission. Iterative
Rekonstruktion.
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Befund:
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1. Intraprostatisch im mittleren Drittel rechts peripher bei 11 Uhr
fokale Cholin-Anreicherung, weiter cranial links bei 1 bis 2 Uhr,
ebenfalls in der Peripherie gelegene fokale Cholin-Mehrspeicherung.
Die Samenblasen stellen sich unauffällig dar.
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2. Kein Nachweis pathologisch vergrößerter oder
pathologisch Cholin-anreichender pelviner L.K.
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3. Mesenterial gelegener großer, intensiv Cholin-speichender
LK (32 x 21 mm), axillär rechts ein weiterer
(16 x 30 mm) sowie ein kleinerer LK (max. 15 mm),
auch hier mit fokaler Cholinanreicherung. Hoch cervikal rechtsseitig
retromandibulär zentral hypodenser, ebenfalls intensiv
Cholin-mehrspeichernder LK, nicht ganz im Untersuchungsfeld gelegen
(31 x 20 mm).
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4. Im Knochenfenster kein Nachweis osteoblastischer oder
osteolytischer Prozesse.
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5. Im Lungenfenster in der Nähe des Interlobs rechts kleine
Verdichtung (10 mm), drüber hinaus kein Nachweis
intrapulmonaler Rundherde, Infiltrate und Ergüsse.
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Zusammenfassende Beurteilung:
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1. Befund vereinbar mit lokal begrenztem Prostata-Karzinom.
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2. Pathologisch vergrößerte und pathologisch
Cholin-anreichernde LK cervikal, rechts axillär sowie
mesenterial. Eine noch am selben Tag durchgeführte
Feinnadel-Aspirationszytologie in der Inneren Medizin III im Hause
brachte den zytologischen V. a. indolentes malignes
Non-Hodghin-Lymphom, z. B. follikuläres Lymphom Grad I."
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Soweit der Bericht in seinem Medizin-Deutsch, aber ich meine, dass
dieser am besten wiedergibt, welche Möglichkeiten dies
Diagnoseverfahren bietet.
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Nun noch kurz der weitere Verlauf:
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Am 7.6.06 wurde der axilläre Knoten in der Universitätsklinik
entnommen. Ich hatte aber meinen Nebenschauplatz Prostata nicht aus
den Augen verloren und mir für den Einlieferungstag einen
Termin in der Urologie geben lassen. Der Professor sagte mir gleich,
dass bei meiner Daten/Befundlage ich mit einem Prostata-Karzinom
rechnen muss, und es wurde dann gleich ein Stanztermin frühmorgens
7:15 Uhr – ich wurde terminlich eingeschoben – für
den 8.6.06 festgelegt. Der ausführende Arzt hatte sich die
PET-CD von der Abteilung Nuklearmedizin besorgt und führte über
die Aufnahmen und Rektal-Sonografie dann gezielt die Stanzen durch,
und zwar 11 x.
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Der Befund war:
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Prostatakarzinom im Stadium T2c GIIb N0 M0 Gleason Score 3 + 4 = 7
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Ich habe dann noch eine Zweitmeinung bei Prof. Bonkhoff eingeholt,
die mit Gleason Score 4 + 3 = 7 noch etwas
ungünstiger ausfiel. Das Ergebnis der DNA-Analyse steht noch
aus.
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Als Therapie habe ich mich für eine DHB entschieden, und diese
am 28.7.06 begonnen.
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Der Befund vom Lymphknoten war negativ. Es konnte kein Nachweis auf
ein malignes Lymphom gebracht werden, und es wurden auch keine
Mikrometastasen vom Prostatakarzinom gefunden.
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Zusammenfassung:
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Bei erhöhten PSA-Werten und sonst keinen weiteren
Auffälligkeiten an der Prostata kann mit dem PET-Cholin mit
hoher Wahrscheinlichkeit von 80 % nachgewiesen werden, ob ein
Prostatakarzinom vorliegt und gegebenenfalls schon weitere Bereiche
betroffen sind. Mit dem Ergebnis ist dann eine gezielte Stanzbiopsie
durchführbar mit dann voraussichtlich mehreren positiven
Stanzen, die eine aussagefähige Diagnose erlauben.
- Günter Feick schrieb am 17.12.2006 auf
eine entsprechende Bemerkung:
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Die Nachweisgrenze bei PET C-11 Cholin ist nicht der
2-mm-Bereich, sondern sie ist erreicht bei 5 mm. Gut zu merken
ist die Faustregel, ab 5 ng/ml PSA und 5 mm Größe
der Metastase zeigt PET-C-11-Cholin an.
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