Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Knochendichtemessung

[Durch den Testosteronentzug im Rahmen einer Hormonblockade (Androgendeprivation) verringert sich unweigerlich die Knochendichte des Mannes. Bei längerer (mehrjähriger) Therapie drohen damit eine Osteopenie (Vorstufe zur Osteoporose) und schließlich eine ausgewachsene Osteoporose (Knochenschwund). Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, dass ein Knochen verminderter Dichte den im Blutkreislauf herumschwimmenden Krebszellen ein leichteres Andocken und Heranwachsen zur Metastase bietet als ein kräftiger Knochen. Vor dem Beginn einer Androgendeprivation sollte deshalb tunlichst eine Knochendichtebestimmung stattfinden. Nur bei einer guten Knochendichte kann nach meiner Überzeugung diese Therapieform eine Option sein. Bei einer Osteoporose besteht ferner das Risiko eines spontanen Knochenbruchs. Sporttreiben festigt die Knochen.
Für das Bestimmen der Knochendichte stehen zwei Verfahren zur Verfügung: DEXA (Dual-Energy X-ray Absorptiometry) und QCT (Quantitative CT bone densiometry). Die Gelehrten streiten sich, welchem der beiden Verfahren das größere Vertrauen entgegengebracht werden kann. Der amerikanische Onkologe und Prostatakrebs-Spezialist sagt "QCT" und begründet dies wie folgt:
"A dexa scan is a stupid study in a man age 50-55 or older because...
1. most men that age have calcium deposits in their large blood vessels like the aorta
2. most men that age have degenerative joint disease (DJD) with osteoarthritis of the spine and often hips.
3. given 1 & 2, the dexa reads those findings as "bone density" and thus you are given false information that gives you a sense of security when their might be reason for major concern.
Übersetzt:
Eine DEXA-Untersuchung an einem Mann von 50 bis 55 Jahren oder darüber ist eine blöde Untersuchung, weil...
1. die meisten Männer dieses Alters in ihren großen Blutgefäßen wie der Aorta Kalkablagerungen haben,
2. die meisten Männer dieses Alters degenerative Gelenkerkrankungen haben mit Osteoarthritis der Wirbelsäule und häufig der Hüften,
3. in Anbetracht von von 1. und 2. interpretiert DEXA das Vorliegen solcher Gegebenheiten als "Knochendichte", und infolgedessen erhalten Sie eine falsche Information, die Sie in Sicherheit wiegt, wenn Anlass zu größerer Sorge bestünde."
Demgegenüber verteidigte das Forumsmitglied "Urologe" in einem Beitrag vom 21.2.2008 das DEXA-Verfahren wie folgt:
"Der grundlegende Unterschied zwischen DEXA und qCT ist, dass DEXA den gesamten Knochen in einer Linie misst und qCT ein dreidimensionales Verfahren ist (sich also den Punkt geringster Dichte 'aussuchen' kann und die Corticalis = Knochenschale mitgemessen wird).
Deshalb misst qCT an der Wirbelsäule auch grundsätzlich und systembedingt niedrigere Werte. Der Nachteil von qCT ist: Nur an der Wirbelsäule anwendbar und ERHEBLICH höhere Strahlenbelastung.
Dagegen ist die Strahlung bei DEXA absolut minimal (sogar eine Schwangere dürfte theoretisch ohne Schutz daneben stehen) und es sind alle Knochen messbar – auch der so wichtige Schenkelhals und der Radius (Unterarmknochen).
Deswegen ist DEXA die Standardmethode nach Leitlinien und im Prinzip die sinnvollere Methode (und deswegen schicke ich nur dann zum qCT, wenn ich "unbedingt" eine Osteoporose nachweisen will, um danach Zometa auf Kassenkosten einsetzten zu können)."
Aus diesen beiden konträren Ansichten möge sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden. – Ed]

Wil schrieb am 29.1.2001:
Frühzeitiger Hinweis auf Knochenmetastasen.

DYPD = Deoxypyridinolin
Osteoblast = Eine Knochen bildende Zelle
Osteoclast = Große Multikern-Zellen die mit Knochenabbau assoziiert sind.
AB = Androgenblockade
HB = Hormonblockade
AB ist für uns identisch mit HB
DHB = AB3 = Dreifache Hormonblockade
---------------------------------------------------------
Unsere Knochen sind keine leblose Dinge. Die Knochenzellen werden ständig erneuert. In unserem Alter muss die Aufbau mit dem Abbau im Gleichgewicht sein. Entzug des Testosterons während einer Hormonblockade bringt Ungleichgewicht (mehr Abbau als Aufbau). Somit entsteht Osteopönie (Vorstufe von Osteoporose) und schließlich Osteoporose. Wie man die Knochendichte misst und wie man Osteoporose vorbeugen kann, wird ein nächstes Mal Thema sein. Es reicht vorläufig folgende Punkte festzuhalten:

1. Eine Androgenblockade-Therapie ohne Knochenerhaltungstherapie ist GRUNDFALSCH.

2. Bei besseren Knochen ist die Chance (weitere) Knochenmetastasen zu entwickeln bedeutend geringer.

3. Außerdem erhöht Osteoporose das Risiko auf Frakturen, die vor allem bei Krebspatienten lebensgefährlich sein können.

4. Bei einer PK-Aktivität in den Knochen wird örtlich der Knochenmetabolismus erheblich gestört. Es bildet sich örtlich an der Knocheninnenseite eine Ausstülpung. Es ist diese Ausstülpung, die bei einem Knochenszintigramm gesehen wird (man sieht also nicht den Tumor selbst). Jedoch wird in der nahen Umgebung zu viel Knochen abgebaut. Die entstehende Osteoclasten (Abbauzellen) scheinen Substanzen auszuscheiden, welche den Metastasen geradezu auch noch helfen.

5. Knochenabbaustoffe gelangen in den Urin. Einer davon ist ein Calcium enthaltendes Mineral, das NUR aus den Knochen kommen kann. Es heißt Deoxypyridinolin (DYPD).

Auf der Webseite:
http://www.medlab.de/info_aspekte/info34.htm Pyridinium-Crosslink Deoxypyridinolin können Sie u.a. lesen:
< < Frühzeitiger Hinweis auf Knochenmetastasen. Bei ossär metastasierenden Tumoren werden häufig erhöhte DYPD-Werte gemessen. Eine rasche Therapieentscheidung ist möglich. Der Therapieerfolg kann innerhalb kürzester Zeit beurteilt werden. > >
Der DYPD-Gehalt wird auf den Kreatiningehalt bezogen. Das Endergebnis kommt dann als nmol DYPD / mmol Kreatinin. Die normale Obergrenze ist
5.4 nmol/mmol bei Männern
(7.4 nmol/mmol bei Frauen).
Ich nehme an, dass die Ärzte mit der DYPD-Bestimmung bei Frauen vertraut sind. Es würde mich jedoch nicht wundern, wenn ein Arzt noch nie DYPD bei einem PK-Patienten hat bestimmen lassen.

Uwe fragte am 12.1.2001:
mir wurde die Prostata entfernt (RP), ich habe Metastasen, PSA 17,4, aber wo? Wil hat mir erklärt was eine ProstaScint Scan ist. Hier seine Beschreibung:
„Ein ProstaScint Scan, entwickelt von der Cytogen Corporation, Princeton, NJ 08540-5308. Beruht auf prostataspezifischer Membran-Antigen- (PSMA) Technologie. Das PSMA ist ein Protein an der Oberfläche von Prostatazellen, aber sehr viel mehr an der Oberfläche von Prostata-KREBS-Zellen. Der Patient kriegt eine Spritze mit "monoklonalen Antikörpern" die sich mit dem PSMA verbinden. Diese "monoklonalen Antikörper" sind mit dem radioaktiven Indium 111 markiert. Die Antikörper sind Zielsucher, das Indium 111 strahlt Gammas. Der Körper wird mit einem Zähler abgetastet. Es werden 2 Abtastungen (scans) gemacht, eine vor und eine nach der Infusion. Die Differenz wird ausgewertet. Der erste Scan dauert 60 Minuten. Die Injektion dauert 15 Minuten. Der zweite Scan dauert zwei Stunden. Man liegt dann in einem Tunnel. Die Methode gibt kaum falsche negative Diagnosen (wenn da was ist, wird es auch wahrgenommen).
ANWENDUNG: Bei Entscheidungen über Behandlung (z. B., ist RP sinnvoll oder nicht. Oder ist nach einer RP doch noch Progression aufgetreten). Die Methode erkennt KEINE Metastasen in den Knochen, erkennt jedoch PK (Prostatakrebs) in Lymphknoten. Nützlich bei Rückfall nach RP.“
Danke an Wil für die Erklärung und Übersetzung aus dem Englischen, den Rat, das ProstaScint Scan zu machen, hat Wil für mich bei Herrn Dr. Strum erfragt. Wer weiß, wo in Deutschland oder Europa diese Methode angewandt wird?
Ekkehard antwortete am 15.1.2001:
Hallo liebe Freunde in Deutschland!
In Österreich bekam ich die Auskunft, ProstaScint ist in Österreich nicht zugelassen, und damit gibt es in Österreich diese Methode nicht. Zusätzlich bekam ich die Auskunft, es könnte mit den monoklonalen Antikörpern zu Problemen (Allergie) kommen.
Uwe schrieb am 27.1.2001:
lt. Onkologen Dr. Stephen Strum LA, USA, sollte ich ein ProstataScint Scan machen, um Metastasen in meinem Körper zu finden. Wil hat nur eine Maschine in London gefunden. Alles war wir herausgefunden haben ist, CT und PET und MRT ist besser! Details als Anlage beigefügt. Mein Dank an alle, die mir geholfen haben!!!

Helmut2 schrieb am 30.1.2005:
möchte höflichst darauf hinweisen, dass, wenn Knochendichtemessung gemacht werden soll, dann durch qCT = quantitative Computertomographie, diese qCT wird wohl das genaueste Beleg für eine Osteoperose sein oder nicht, da die Aufnahmen vom 1. - 4. Lendenwirbel gemacht werden!
Die Knochen-Mineral-Dichte (mg Ca-HA/m) wird mit einem PC Analyseprogramm Osteo-Vergleich mit Referenzdaten berechnet.
Urologe fs sah das anders und schrieb am selben Tag:
ich weiss, dass Strum das qCT bevorzugt. Ich nehme aber DEXA, meine Gründe:
- qCT hat eine WESENTLICH höhere Strahlenbelastung als DEXA
- qCT misst normalerweise nur die Wirbelsäule
- DEXA kann auch den wichtigen Schenkelhals beurteilen
- qCT ist nach Osteoporoseleitlinie noch nicht anerkannt, DEXA ja.

JosefP fragte am 11.3.2005:
Bei mir wurde bisher die Knochendichte am Fersenbein gemessen. Heute lese ich Im "Naturarzt", dass so eine Messung "abenteuerlich" sei und als Standard weltweit nur DXA-Methode gelte (Messung im Lendenwirbelbereich mit geringer Strahlendosis). Wer weiß über dieses Thema etwas?
Helmut2 verwies auf die vorangegangenen Stellungnahmen und antwortete am selben Tag:
hier gehen die Meinungen auseinander. Eine US-Studie hat ergeben, daß qCT eindeutig bessere Messungen ergibt als DEXA, aber siehe oben und entscheide selbst.
Urologe fragte an JosefP gewandt zurück:
die Knochendichtemessung am Fersenbein erfolgt durch Ultraschall, im Wasserbad. War es bei Ihnen auch so? Die Ultraschallmethode ist SEHR störanfällig - Wassertemperatur, Platzierung, kleine Luftblasen – und die Messung ist falsch - eher Glücksspiel.
JosefP:
Ja, bei mir wurde im Ultraschallbad gemessen. Würde mich noch für Grenzwerte bei qCT und DEXA interessieren.
Helmut2 hatte inzwischen etwas gefunden, er schrieb:
Du möchtest es auch genau wissen, wo Du doch so aufgelaufen bist mit Deinem Fußbad, das dafür bezahlte GELD würde ich mir wieder zurück holen!
Ich habe sie dennoch gefunden diese US-Studie aber leider ohne Titel Überschrift!
Viele Männer haben zum Zeitpunkt der Prostatakrebsdiagnose einen niedrigen Testosteron-spiegel. Häufig kann man bei Männern mit Prostata-Karzinom eine verminderte Knochendichte (Osteoporose) feststellen. Durch den Entzug der Androgene im Rahmen einer Androgendeprivationstherapie (ADT) nimmt die Osteoporose zu. Durch den Knochenabbau im Rahmen einer Osteoporose werden Wachstumshormone freigesetzt, die den Prostatakrebs stimulieren. Es sollte deshalb bei allen Prostata-Karzinom-Patienten auf die Knochenintegrität geachtet werden.
Oft wird von Endokrinologen die sogenannte Dexa-Methode zur Bestimmung der Knochendichte empfohlen. Es gibt verschiedene Untersuchungen die jedoch belegen, dass die Knochendichtemessung mit Hilfe des sogenannten quantitativen CT (Q-CT) der Dexa-Methode überlegen ist.
Z. B. eine Arbeit von Dr. S. Strum und Dr. Scholz (nicht veröffentlicht)
Titel: Die quantitative Computertomographie (Q-CT) bei Prostatakrebs von Dr. Stephen Strum und Dr. M. Scholz, Onkologen, Los Angeles.
Einführung und Gegenstand der Untersuchung: Eine zunehmende Zahl von Publikationen hat sich in der letzten Zeit mit der Bedeutung der feinen Knochenstrukturen bei Patienten mit Prostata-Karzinom beschäftigt. Ein Knochenabbau führt zu Osteopenie und Osteoporose. Beide Diagnosen führen zu klinischen Erkrankungen, Todesfällen und belasten das Gesundheitswesen mit 327 Mill.$ am Tag. Zusätzlich wird der Verlust der Knochensubstanz mit dem Freisetzen von Wachstumsfaktoren aus dem Knochen in Verbindung gebracht; Faktoren von denen man glaubt, dass sie das Wachstum von Knochenmetastasen erleichtern und beschleunigen. Smith et al (Cancer 91: 2238, 2001) untersuchten die Dichte von Knochensalzen mit der Dexa-Methode im Vergleich zum quantitiven CT bei hormonnaiven (=nicht hormonbehandelten) Prostata-Karzinom-Patienten. Mit dem Q-CT konnte in 83% der Fälle eine Osteoporose nachgewiesen werden, Osteopenie bei 32%. Im Gegensatz dazu hatten nur 5% der Patienten die mit der Dexa-Methode untersucht wurden eine Osteoporose und 29% eine Osteopenie. Wir berichten von einer gemeinsam durchgeführten Studie mit Prostata-Karzinom-Patienten in der beide Untersuchungsmodalitäten eingesetzt wurden um diese wichtige Beobachtung von Smith et al weiter zu beleuchten.
Methoden: 14 Patienten aus einer Gemeinschaftspraxis für Prostata-Karzinom-Patienten wurden ausgewertet. Alle Patienten haben wir sowohl einer Dexa-Untersuchungsmethode als auch einem Q-CT (Knochendichtemessung) unterzogen. Von 14 Patienten waren 7 hormonnaiv, 7 hatten vor der Untersuchung eine ADT (Androgendeprivationstherapie). Da routinemäßig nur Knochendichtemessungen der LWS mittels Q-CT gemacht werden haben wir den t-score der LWS von Q-CT und Dexa-Methode miteinander verglichen. Bei Patienten deren Ergebnis von Q-CT und Dexa sehr weit auseinander lag, bemühten wir uns zusätzlich um eine Routineröntgenaufnahme der LWS.
Ergebnisse: Mit der Q-CT-Technik hatten 14 von 14 (= 100 %) der untersuchten Patienten entweder eine Osteopenie oder eine Osteoporose nach den Definitionen der WHO. Von den 14 Patienten hatten 7 (= 50 %) eine Osteoporose und 7 (= 50 %) hatte eine Osteopenie. Mit der Dexa-Methode hatten von den gleichen Patienten 55 % weder Osteopenie noch Osteoporose. Von 14 Patienten hatten mit der Dexa-Methode 1 (= 5 %) Osteoporose, 7 hatten Osteopenie. Der durchschnittliche t-score der LWS im Q-CT war -2,65. Der durchschnittliche t-score der LWS mit der Dexa-Methode war -1,1. Bei 4 Patienten, deren t-score von Q-CT und Dexa-Methode mehr als 2 Standartabweichungen auseinander lagen, konnten wir zusätzliche Routineleeraufnahmen der LWS von 2 Patienten bekommen. Diese zeigten mittelgradige bis ausgeprägte degenerative Gelenksveränderungen.
Schlussfolgerungen: Das Q-CT ist der Dexa-Methode zur Beurteilung der Knochendichte bei Patienten mit Prostata-Karzinom im mittlerem oder höherem Alter überlegen. Die Dexa-Methode, die als sogenannter goldener Standart in der Knochendichtemessung angesehen wird, wird signifikant durch entzündliche Gelenksveränderungen und Gefäßverkalkungen beeinflußt und „normalisiert" so die aktuelle Knochendichte. Wegen der überragenden Bedeutung der Knochenintegrität im natürlichen Verlauf der Prostatakrebserkrankung sollte die quantitative Computertomographie (Q-CT) zur Bestimmung der Knochendichte die bevorzugte Untersuchungsmethode sein.

Carola-Elke fragte am 10.3.2007:
Verschiedentlich wurde im Forum die Meinung vertreten, dass zur Knochendichtemessung bei Verdacht auf Osteoporose eine Untersuchung des Status mittels "Q-CT" die beste sei.
Da ein betroffener gesetzlich Versicherter PK-Patient durch eine eher ablehnende Haltung seiner Ärzteschaft verunsichert ist, wüsste ich gerne, ob diese Q-CT-Untersuchung eine anerkannte Kassenleistung ist und mit welcher Begründung ein PK-Patient im Alter von bald Mitte 60 Jahren mit chronischen Rückenbeschwerden eine Überweisung zum Q-CT von welchem seiner Ärzte erhalten kann. Degenerative Knochenbrüche, die eine solche Untersuchung problemloser rechtfertigen würden, sind in seiner Vorgeschichte nicht bekannt.
Der Patient ist wegen seines PK vor ca. drei Jahren 3D-konformal bestrahlt worden, und sein PSA-Wert hat sich inzwischen um die 1,5 ng/ml eingependelt.
Anlass zur Frage bieten vermutlich degenerative Rückenbeschwerden und eine Vorladung des Versorgungsamtes, das bereits drei Jahre nach der durchgeführten Bestrahlungstherapie den damals zuerkannten GdB einer erneuten medizinischen Überprüfung unterziehen möchte.
Für den arbeitslosen Kassenpatienten beutet dies, dass er neuere medizinische Unterlagen vorlegen muss, die seinen bisherigen GdB bestätigen könnten, denn sein allgemeines Befinden ist außerdem durch weitere internistische und orthopädische Erkrankungen stark reduziert.
Die Informationen zur Messung der Knochendichte aus dem KISP sind uns bekannt. Es wäre sehr hilfreich, wenn jemand von Euch weiterführende aussagekräftige, bzw. praxisbezogene Antworten geben könnte.
Urologe fs antwortete am selben Tag:
Knochendichtemessung ist NUR Kassenleistung, wenn eine pathologische Fraktur bekannt ist. Dann wird die DEXA bezahlt. Die qCT in keinem Fall.
das qCT bestimmt die Dichte nur in der Wirbelsäule und dort ist sie aus technischen Gründen auch genauer als die DEXA - hat aber eine erheblich höhere Strahlenbelastung zur Folge.
Die DEXA kann jeden Knochen messen (auch den wichtigen Schenkelhals und den Radius = Armknochen), der u. U. gefährdet ist.
Die Strahlenbelastung dabei ist so gering, dass die MTA ohne Schutz direkt daneben stehen darf!
Die Kosten unterscheiden sich nur unwesentlich - 40 bis 50 Euro für eine Untersuchung.
Wenn ich denke, was hier im Forum sonst an Nebentherapien (MCP, Granatapfel ... ) ausgegeben wird, wäre es viel sinnvoller, wenn sich JEDER mit PK und HT einer Knochendichte-Bestimmung unterziehen würde – mit ggf. entsprechender Konsequenz einer Therapie. Kontrolle frühestens nach ein bis zwei Jahren.
Osteoporosebehandlung ist für mich in der PK-Behandlung essentiell, der osteoporotische Knochen schüttet Wachstumsfaktoren (VEGF, IGF-1...) aus, die vor allem die hormonunabhängigen PK-Anteile zum Wachsen anregen!
Und Helmut.2 schrieb:
Normalerweise muss man die Knochendichte selbst bezahlen, es ist so wie fs hier schreibt Aber es gibt eine Ausnahme! Wenn man einen oder mehrere Knochenbrüche, sprich Frakturen hatte, nur dann übernimmt die Kasse die Kosten.
Da ich das Pech hatte, am 19.09.04 einen Oberarmkopffraktur zu erleiden, bekomme ich jetzt wenigsten die Knochendichtemessung von der Kasse bezahlt.
Ich habe immer darauf bestanden, dass die Messung mit qCT durchgeführt wird und die Ärzte, die eine Überweisung ausstellen, hätten es natürlich mit DEXA durchführen lassen wollen, ich habe mich durchgesetzt.
Als ich das erstemal, das war am 28.01.2004, meine Knochendichtemessung hatte, wurde es in der Klinik Bad Reichhall durchgeführt, in einer Gemeinschaftspraxis in der Klinik.
Das war vor meinem Unfall, da kostete die qCT-Messung – auf der Rechnung stand "Osteodensitometrie mittels CT" – sage und schreibe 31,48 €. Ich glaube, billiger hätte ich es nirgends bekommen können.

AchimS schrieb am 29.1.2008:
Als ich im Dez. 2005 meine DHB begann, war ich mir bewusst, dass es notwendig ist, die Knochendichte festzustellen und engmaschig zu beobachten. Ich habe das in Anlehnung an meinen Orthopäden gemacht, der regelmäßige Dexa-Scans verordnete und eine Calcium-Vitamin-D3-Medikation verschrieb. In verschiedenen Publikationen, z. B. bei Dr. Strum, wird zwar betont, dass ein qCT wesentlich genauere Ergebnisse liefern würde, aber mein Orthopäde wollte davon nichts wissen und war der Ansicht, Dexa sei vollkommen ausreichend.
Hier sind die gemessenen Dexa-Werte:
Dichte in g/cm²
L2 bis L4 und Schenkelhals links
Datum Dichte T-Wert Z-Wert Dichte T-Wert Z-Wert
24.11.05 1,13 +0,12 +0,75 1,00 -0,10 +1,52
14.03.06 1,12 +0,06 +0,69 0,97 -0,39 +1,24
20.07.06 1,11 +0,02 +0,66 1,02 +0,06 +1,70
08.12.06 1,07 -0,21 +0,43 0,96 -0,44 +1,22
Nun, ein Jahr nach Ende der DHB, ließ ich doch mal ein qCT machen, weil der Röntgenarzt sagte, er könne es bei der Auswertung vergleichbar zu den Dexa-Werten machen.
Das Ergebnis hat mich doch sehr überrascht. Während unter der DHB der T-Score nur geringe Schwankungen aufwies und im normalen Bereich lag, ergab diese Messung einen signifikanten Abfall in den Osteopenie-Bereich, hart an der Grenze zur Osteoporose.
Für den Lendenwirbelbereich L2 bis L4 wurde angegeben:
Dichte in mg/cm³
Datum Dichte T-Wert Z-Wert
25.01.08 107,0 -2,2 -0,6
Ab einem T-Wert von -2,5 ist von einer Osteoporose auszugehen.
Nun soll ich also innerhalb eines Jahres von "normal" in "hochgradige Osteopenie" abgefallen sein, obwohl der Testosteron-Wert sich nach der DHB wieder gut erholt hat und ich die zusätzliche Calcium-Zufuhr noch bis Mitte 2007 fortgeführt habe. Da scheint die Frage berechtigt, ob so ein Abfall möglich ist, oder ob die Dexa-Werte aus dem Jahr zuvor tatsächlich unbrauchbar waren und eine Konstanz vorgetäuscht haben, die nicht vorhanden war.
HansiB schrieb dazu am selben Tag:
Ich empfehle immer die QCT Messung, man stellt die Osteoporose früher fest. Das machen die Orthopäden nicht. Bei mir hat sich trotz Zometa + Vit D3 unter beinahe drei Jahre Hormonblockade, ich habe sie ja abgesetzt, die Osteoporose von einem auf nächste Jahr verschlechtert.
Durch ein erhöhtes Testosteron wird der Wert nicht besser. Viel laufen, viel Sport, viel Sonne, entsprechende Ernährung ist da notwendig.
Am 20.2.2008 schrieb AchimS:
Das Thema Knochendichtemessung hat mich weiter beschäftigt und ich habe in einer anderen Röntgenpraxis, die noch ein Dexa-Gerät hat, eine Kontrollmessung machen lassen. Nun kann ich mit allen Zahlen in der Bandbreite von "normal" bis "hochgradige Osteopenie" aufwarten.
Ich habe bei dem Arztgespräch gelernt, dass man bei der Dexa-Messung die Sklerose-Bereiche, also die Bereiche mit erhöhtem Verschleiß und damit vorgegaukelter höherer Knochendichte ausblenden kann, um zu realistischeren Werten zu kommen. Die Kontrollmessung ergab im Lendenwirbelbereich ohne Ausblendung der Sklerose-Bereiche eine geringfügig verschlechterte Knochendichte gegenüber Vorjahresmessung, aber noch oberhalb des Osteopeniebereiches und mit 102,3 % oberhalb der Altersreferenz.
Mit Ausblendung der Sklerose-Bereiche lagen die Werte immer noch oberhalb des Osteopenie-Bereiches, aber mit 92,5 % unterhalb der Altersreferenz. Im Schenkelhalsbereich ergaben sich ohne Ausblendung der Sklerosezonen Werte im Normalbereich, bei Ausblendung der Sklerosezonen eine geringgradige Osteopenie.
Der Röntgenarzt vermutet bei seinen qCT-Kollegen Umrechnungsfehler bei der Umsetzung der qCT-Ergebnisse in die Dexa-Werte und hält seine Dexa-Werte für realistisch und glaubwürdig.
Ich werde es dabei bewenden lassen und mein lange gehegtes Vorurteil über die Unfähigkeit von Medizinern, mit hochwertigen, exakten Geräten exakte vergleichbare Messungen durchzuführen, weiter pflegen.
Urologe schrieb dazu am 21.2.2008:
Der grundelegende Unterschied zwischen DEXA und qCT ist, dass DEXA den gesamten Knochen in einer Linie misst und qCT ein dreidimensionales Verfahren ist (sich also den Punkt geringster Dichte "aussuchen" kann und die Corticalis = Knochenschale mitgemessen wird). Deshalb misst qCT an der Wirbelsäule auch grundsätzlich und systembedingt niedrigere Werte.
Der Nachteil von qCT ist: Nur an der Wirbelsäule anwendbar und ERHEBLICH höhere Strahlenbelastung. Dagegen ist die Strahlung bei DEXA absolut minimal (sogar eine Schwangere dürfte theoretisch ohne Schutz daneben stehen) und es sind alle Knochen messbar – auch der so wichtige Schenkelhals und der Radius (Unterarmknochen).
Deswegen ist DEXA die Standardmethode nach Leitlinien und im Prinzip die sinnvollere Methode (und deswegen schicke ich nur dann zum qCT, wenn ich "unbedingt" eine Osteoporose nachweisen will, um danach Zometa auf Kassenkosten einsetzten zu können).