Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Diagnostik
– Knochendichtemessung
- [Durch den
Testosteronentzug im Rahmen einer Hormonblockade
(Androgendeprivation) verringert sich unweigerlich die Knochendichte
des Mannes. Bei längerer (mehrjähriger) Therapie drohen
damit eine Osteopenie (Vorstufe zur Osteoporose) und schließlich
eine ausgewachsene Osteoporose (Knochenschwund). Es gehört
nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, dass ein Knochen
verminderter Dichte den im Blutkreislauf herumschwimmenden
Krebszellen ein leichteres Andocken und Heranwachsen zur Metastase
bietet als ein kräftiger Knochen. Vor dem Beginn einer
Androgendeprivation sollte deshalb tunlichst eine
Knochendichtebestimmung stattfinden. Nur bei einer guten
Knochendichte kann nach meiner Überzeugung diese Therapieform
eine Option sein. Bei einer Osteoporose besteht ferner das Risiko
eines spontanen Knochenbruchs. Sporttreiben festigt die Knochen.
-
Für das Bestimmen der Knochendichte
stehen zwei Verfahren zur Verfügung: DEXA (Dual-Energy X-ray
Absorptiometry) und QCT (Quantitative CT bone densiometry). Die
Gelehrten streiten sich, welchem der beiden Verfahren das größere
Vertrauen entgegengebracht werden kann. Der amerikanische Onkologe
und Prostatakrebs-Spezialist sagt "QCT" und begründet
dies wie folgt:
-
"A dexa scan is a stupid study in a
man age 50-55 or older because...
1. most men that age have
calcium deposits in their large blood vessels like the aorta
2.
most men that age have degenerative joint disease (DJD) with
osteoarthritis of the spine and often hips.
3. given 1 & 2,
the dexa reads those findings as "bone density" and thus
you are given false information that gives you a sense of security
when their might be reason for major concern.
-
Übersetzt:
Eine
DEXA-Untersuchung an einem Mann von 50 bis 55 Jahren oder darüber
ist eine blöde Untersuchung, weil...
1. die meisten Männer
dieses Alters in ihren großen Blutgefäßen wie der
Aorta Kalkablagerungen haben,
2. die meisten Männer dieses
Alters degenerative Gelenkerkrankungen haben mit Osteoarthritis der
Wirbelsäule und häufig der Hüften,
3. in
Anbetracht von von 1. und 2. interpretiert DEXA das Vorliegen
solcher Gegebenheiten als "Knochendichte", und
infolgedessen erhalten Sie eine falsche Information, die Sie in
Sicherheit wiegt, wenn Anlass zu größerer Sorge
bestünde." -
Demgegenüber verteidigte das
Forumsmitglied "Urologe" in einem Beitrag vom 21.2.2008
das DEXA-Verfahren wie folgt:
-
"Der grundlegende Unterschied zwischen
DEXA und qCT ist, dass DEXA den gesamten Knochen in einer Linie
misst und qCT ein dreidimensionales Verfahren ist (sich also den
Punkt geringster Dichte 'aussuchen' kann und die Corticalis =
Knochenschale mitgemessen wird).
-
Deshalb misst qCT an der Wirbelsäule
auch grundsätzlich und systembedingt niedrigere Werte. Der
Nachteil von qCT ist: Nur an der Wirbelsäule anwendbar und
ERHEBLICH höhere Strahlenbelastung.
-
Dagegen ist die Strahlung bei DEXA absolut
minimal (sogar eine Schwangere dürfte theoretisch ohne Schutz
daneben stehen) und es sind alle Knochen messbar – auch der so
wichtige Schenkelhals und der Radius (Unterarmknochen).
-
Deswegen ist DEXA die Standardmethode nach
Leitlinien und im Prinzip die sinnvollere Methode (und deswegen
schicke ich nur dann zum qCT, wenn ich "unbedingt" eine
Osteoporose nachweisen will, um danach Zometa auf Kassenkosten
einsetzten zu können)."
-
Aus diesen beiden konträren Ansichten
möge sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden. – Ed]
- Wil schrieb am 29.1.2001:
-
Frühzeitiger Hinweis auf Knochenmetastasen.
DYPD =
Deoxypyridinolin
Osteoblast = Eine Knochen bildende Zelle
Osteoclast = Große Multikern-Zellen die mit Knochenabbau
assoziiert sind.
AB = Androgenblockade
HB = Hormonblockade
AB ist für uns identisch mit HB
DHB = AB3 = Dreifache
Hormonblockade
---------------------------------------------------------
Unsere Knochen sind keine leblose Dinge. Die Knochenzellen
werden ständig erneuert. In unserem Alter muss die Aufbau mit
dem Abbau im Gleichgewicht sein. Entzug des Testosterons während
einer Hormonblockade bringt Ungleichgewicht (mehr Abbau als Aufbau).
Somit entsteht Osteopönie (Vorstufe von Osteoporose) und
schließlich Osteoporose. Wie man die Knochendichte misst und
wie man Osteoporose vorbeugen kann, wird ein nächstes Mal Thema
sein. Es reicht vorläufig folgende Punkte festzuhalten:
1. Eine
Androgenblockade-Therapie ohne Knochenerhaltungstherapie ist
GRUNDFALSCH.
2. Bei
besseren Knochen ist die Chance (weitere) Knochenmetastasen zu
entwickeln bedeutend geringer.
3. Außerdem
erhöht Osteoporose das Risiko auf Frakturen, die vor allem bei
Krebspatienten lebensgefährlich sein können.
4. Bei
einer PK-Aktivität in den Knochen wird örtlich der
Knochenmetabolismus erheblich gestört. Es bildet sich örtlich
an der Knocheninnenseite eine Ausstülpung. Es ist diese
Ausstülpung, die bei einem Knochenszintigramm gesehen wird (man
sieht also nicht den Tumor selbst). Jedoch wird in der nahen Umgebung
zu viel Knochen abgebaut. Die entstehende Osteoclasten (Abbauzellen)
scheinen Substanzen auszuscheiden, welche den Metastasen geradezu
auch noch helfen.
5. Knochenabbaustoffe
gelangen in den Urin. Einer davon ist ein Calcium enthaltendes
Mineral, das NUR aus den Knochen kommen kann. Es heißt
Deoxypyridinolin (DYPD).
- Auf der Webseite:
-
http://www.medlab.de/info_aspekte/info34.htm
Pyridinium-Crosslink Deoxypyridinolin können Sie u.a.
lesen:
-
< < Frühzeitiger
Hinweis auf Knochenmetastasen. Bei ossär metastasierenden
Tumoren werden häufig erhöhte DYPD-Werte gemessen. Eine
rasche Therapieentscheidung ist möglich. Der Therapieerfolg
kann innerhalb kürzester Zeit beurteilt werden. > >
-
Der DYPD-Gehalt wird
auf den Kreatiningehalt bezogen. Das Endergebnis kommt dann als nmol
DYPD / mmol Kreatinin. Die normale Obergrenze ist
-
5.4 nmol/mmol bei
Männern
(7.4 nmol/mmol bei Frauen). -
Ich nehme an, dass die
Ärzte mit der DYPD-Bestimmung bei Frauen vertraut sind. Es
würde mich jedoch nicht wundern, wenn ein Arzt noch nie DYPD
bei einem PK-Patienten hat bestimmen lassen.
- Uwe fragte am
12.1.2001:
-
mir
wurde die Prostata entfernt (RP), ich habe Metastasen, PSA 17,4,
aber wo? Wil hat mir erklärt was eine ProstaScint Scan ist.
Hier seine Beschreibung:
-
„Ein ProstaScint Scan, entwickelt von
der Cytogen Corporation, Princeton, NJ 08540-5308. Beruht auf
prostataspezifischer Membran-Antigen- (PSMA) Technologie. Das PSMA
ist ein Protein an der Oberfläche von Prostatazellen, aber sehr
viel mehr an der Oberfläche von Prostata-KREBS-Zellen. Der
Patient kriegt eine Spritze mit "monoklonalen Antikörpern"
die sich mit dem PSMA verbinden. Diese "monoklonalen
Antikörper" sind mit dem radioaktiven Indium 111 markiert.
Die Antikörper sind Zielsucher, das Indium 111 strahlt Gammas.
Der Körper wird mit einem Zähler abgetastet. Es werden 2
Abtastungen (scans) gemacht, eine vor und eine nach der Infusion.
Die Differenz wird ausgewertet. Der erste Scan dauert 60 Minuten.
Die Injektion dauert 15 Minuten. Der zweite Scan dauert zwei
Stunden. Man liegt dann in einem Tunnel. Die Methode gibt kaum
falsche negative Diagnosen (wenn da was ist, wird es auch
wahrgenommen).
-
ANWENDUNG:
Bei Entscheidungen über Behandlung (z. B., ist RP sinnvoll
oder nicht. Oder ist nach einer RP doch noch Progression
aufgetreten). Die Methode erkennt KEINE Metastasen in den Knochen,
erkennt jedoch PK (Prostatakrebs) in Lymphknoten. Nützlich bei
Rückfall nach RP.“
-
Danke
an Wil für die Erklärung und Übersetzung aus dem
Englischen, den Rat, das ProstaScint Scan zu machen, hat Wil für
mich bei Herrn Dr. Strum erfragt. Wer weiß, wo in Deutschland
oder Europa diese Methode angewandt wird?
-
Ekkehard antwortete
am 15.1.2001:
-
Hallo
liebe Freunde in Deutschland!
-
In
Österreich bekam ich die Auskunft, ProstaScint ist in
Österreich nicht zugelassen, und damit gibt es in Österreich
diese Methode nicht. Zusätzlich bekam ich die Auskunft, es
könnte mit den monoklonalen Antikörpern zu Problemen
(Allergie) kommen.
-
Uwe schrieb am
27.1.2001:
-
lt. Onkologen Dr.
Stephen Strum LA, USA, sollte ich ein ProstataScint Scan machen, um
Metastasen in meinem Körper zu finden. Wil hat nur eine
Maschine in London gefunden. Alles war wir herausgefunden haben ist,
CT und PET und MRT ist besser! Details als Anlage beigefügt.
Mein Dank an alle, die mir geholfen haben!!!
- Helmut2 schrieb
am 30.1.2005:
-
möchte höflichst
darauf hinweisen, dass, wenn Knochendichtemessung gemacht werden
soll, dann durch qCT = quantitative Computertomographie, diese qCT
wird wohl das genaueste Beleg für eine Osteoperose sein oder
nicht, da die Aufnahmen vom 1. - 4. Lendenwirbel gemacht werden!
-
Die
Knochen-Mineral-Dichte (mg Ca-HA/m) wird mit einem PC
Analyseprogramm Osteo-Vergleich mit Referenzdaten berechnet.
-
Urologe fs sah das
anders und schrieb am selben Tag:
-
ich weiss, dass Strum
das qCT bevorzugt. Ich nehme aber DEXA, meine Gründe:
-
- qCT hat eine
WESENTLICH höhere Strahlenbelastung als DEXA
-
- qCT misst
normalerweise nur die Wirbelsäule
-
- DEXA kann auch
den wichtigen Schenkelhals beurteilen
-
- qCT ist nach
Osteoporoseleitlinie noch nicht anerkannt, DEXA ja.
- JosefP fragte
am 11.3.2005:
-
Bei
mir wurde bisher die Knochendichte am Fersenbein gemessen. Heute
lese ich Im "Naturarzt", dass so eine Messung
"abenteuerlich" sei und als Standard weltweit nur
DXA-Methode gelte (Messung im Lendenwirbelbereich mit geringer
Strahlendosis). Wer weiß über dieses Thema etwas?
-
Helmut2 verwies auf
die vorangegangenen Stellungnahmen und antwortete am selben Tag:
-
hier
gehen die Meinungen auseinander. Eine US-Studie hat ergeben, daß
qCT eindeutig bessere Messungen ergibt als DEXA, aber siehe oben und
entscheide selbst.
-
Urologe fragte an
JosefP gewandt zurück:
-
die
Knochendichtemessung am Fersenbein erfolgt durch Ultraschall, im
Wasserbad. War es bei Ihnen auch so? Die Ultraschallmethode ist SEHR
störanfällig - Wassertemperatur, Platzierung, kleine
Luftblasen – und die Messung ist falsch - eher Glücksspiel.
-
JosefP:
-
Ja, bei mir wurde im
Ultraschallbad gemessen. Würde mich noch für Grenzwerte
bei qCT und DEXA interessieren.
-
Helmut2 hatte
inzwischen etwas gefunden, er schrieb:
-
Du möchtest es
auch genau wissen, wo Du doch so aufgelaufen bist mit Deinem Fußbad,
das dafür bezahlte GELD würde ich mir wieder zurück
holen!
-
Ich habe sie dennoch
gefunden diese US-Studie aber leider ohne Titel Überschrift!
-
Viele Männer
haben zum Zeitpunkt der Prostatakrebsdiagnose einen niedrigen
Testosteron-spiegel. Häufig kann man bei Männern mit
Prostata-Karzinom eine verminderte Knochendichte (Osteoporose)
feststellen. Durch den Entzug der Androgene im Rahmen einer
Androgendeprivationstherapie (ADT) nimmt die Osteoporose zu. Durch
den Knochenabbau im Rahmen einer Osteoporose werden Wachstumshormone
freigesetzt, die den Prostatakrebs stimulieren. Es sollte deshalb
bei allen Prostata-Karzinom-Patienten auf die Knochenintegrität
geachtet werden.
-
Oft wird von
Endokrinologen die sogenannte Dexa-Methode zur Bestimmung der
Knochendichte empfohlen. Es gibt verschiedene Untersuchungen die
jedoch belegen, dass die Knochendichtemessung mit Hilfe des
sogenannten quantitativen CT (Q-CT) der Dexa-Methode überlegen
ist.
-
Z. B. eine Arbeit von
Dr. S. Strum und Dr. Scholz (nicht veröffentlicht)
-
Titel: Die
quantitative Computertomographie (Q-CT) bei Prostatakrebs von Dr.
Stephen Strum und Dr. M. Scholz, Onkologen, Los Angeles.
-
Einführung und
Gegenstand der Untersuchung: Eine zunehmende Zahl von Publikationen
hat sich in der letzten Zeit mit der Bedeutung der feinen
Knochenstrukturen bei Patienten mit Prostata-Karzinom beschäftigt.
Ein Knochenabbau führt zu Osteopenie und Osteoporose. Beide
Diagnosen führen zu klinischen Erkrankungen, Todesfällen
und belasten das Gesundheitswesen mit 327 Mill.$ am Tag. Zusätzlich
wird der Verlust der Knochensubstanz mit dem Freisetzen von
Wachstumsfaktoren aus dem Knochen in Verbindung gebracht; Faktoren
von denen man glaubt, dass sie das Wachstum von Knochenmetastasen
erleichtern und beschleunigen. Smith et al (Cancer 91: 2238, 2001)
untersuchten die Dichte von Knochensalzen mit der Dexa-Methode im
Vergleich zum quantitiven CT bei hormonnaiven (=nicht
hormonbehandelten) Prostata-Karzinom-Patienten. Mit dem Q-CT konnte
in 83% der Fälle eine Osteoporose nachgewiesen werden,
Osteopenie bei 32%. Im Gegensatz dazu hatten nur 5% der Patienten
die mit der Dexa-Methode untersucht wurden eine Osteoporose und 29%
eine Osteopenie. Wir berichten von einer gemeinsam durchgeführten
Studie mit Prostata-Karzinom-Patienten in der beide
Untersuchungsmodalitäten eingesetzt wurden um diese wichtige
Beobachtung von Smith et al weiter zu beleuchten.
-
Methoden: 14 Patienten
aus einer Gemeinschaftspraxis für Prostata-Karzinom-Patienten
wurden ausgewertet. Alle Patienten haben wir sowohl einer
Dexa-Untersuchungsmethode als auch einem Q-CT (Knochendichtemessung)
unterzogen. Von 14 Patienten waren 7 hormonnaiv, 7 hatten vor der
Untersuchung eine ADT (Androgendeprivationstherapie). Da
routinemäßig nur Knochendichtemessungen der LWS mittels
Q-CT gemacht werden haben wir den t-score der LWS von Q-CT und
Dexa-Methode miteinander verglichen. Bei Patienten deren Ergebnis
von Q-CT und Dexa sehr weit auseinander lag, bemühten wir uns
zusätzlich um eine Routineröntgenaufnahme der LWS.
-
Ergebnisse: Mit der
Q-CT-Technik hatten 14 von 14 (= 100 %) der untersuchten
Patienten entweder eine Osteopenie oder eine Osteoporose nach den
Definitionen der WHO. Von den 14 Patienten hatten 7 (= 50 %)
eine Osteoporose und 7 (= 50 %) hatte eine Osteopenie. Mit
der Dexa-Methode hatten von den gleichen Patienten 55 % weder
Osteopenie noch Osteoporose. Von 14 Patienten hatten mit der
Dexa-Methode 1 (= 5 %) Osteoporose, 7 hatten Osteopenie.
Der durchschnittliche t-score der LWS im Q-CT war -2,65. Der
durchschnittliche t-score der LWS mit der Dexa-Methode war -1,1. Bei
4 Patienten, deren t-score von Q-CT und Dexa-Methode mehr als 2
Standartabweichungen auseinander lagen, konnten wir zusätzliche
Routineleeraufnahmen der LWS von 2 Patienten bekommen. Diese zeigten
mittelgradige bis ausgeprägte degenerative
Gelenksveränderungen.
-
Schlussfolgerungen:
Das Q-CT ist der Dexa-Methode zur Beurteilung der Knochendichte bei
Patienten mit Prostata-Karzinom im mittlerem oder höherem Alter
überlegen. Die Dexa-Methode, die als sogenannter goldener
Standart in der Knochendichtemessung angesehen wird, wird
signifikant durch entzündliche Gelenksveränderungen und
Gefäßverkalkungen beeinflußt und „normalisiert"
so die aktuelle Knochendichte. Wegen der überragenden Bedeutung
der Knochenintegrität im natürlichen Verlauf der
Prostatakrebserkrankung sollte die quantitative Computertomographie
(Q-CT) zur Bestimmung der Knochendichte die bevorzugte
Untersuchungsmethode sein.
- Carola-Elke
fragte am 10.3.2007:
-
Verschiedentlich
wurde im Forum die Meinung vertreten, dass zur Knochendichtemessung
bei Verdacht auf Osteoporose eine Untersuchung des Status mittels
"Q-CT" die beste sei.
-
Da
ein betroffener gesetzlich Versicherter PK-Patient durch eine eher
ablehnende Haltung seiner Ärzteschaft verunsichert ist, wüsste
ich gerne, ob diese Q-CT-Untersuchung eine anerkannte Kassenleistung
ist und mit welcher Begründung ein PK-Patient im Alter von bald
Mitte 60 Jahren mit chronischen Rückenbeschwerden eine
Überweisung zum Q-CT von welchem seiner Ärzte erhalten
kann. Degenerative Knochenbrüche, die eine solche Untersuchung
problemloser rechtfertigen würden, sind in seiner Vorgeschichte
nicht bekannt.
-
Der
Patient ist wegen seines PK vor ca. drei Jahren 3D-konformal
bestrahlt worden, und sein PSA-Wert hat sich inzwischen um die
1,5 ng/ml eingependelt.
-
Anlass
zur Frage bieten vermutlich degenerative Rückenbeschwerden und
eine Vorladung des Versorgungsamtes, das bereits drei Jahre nach der
durchgeführten Bestrahlungstherapie den damals zuerkannten GdB
einer erneuten medizinischen Überprüfung unterziehen
möchte.
-
Für
den arbeitslosen Kassenpatienten beutet dies, dass er neuere
medizinische Unterlagen vorlegen muss, die seinen bisherigen GdB
bestätigen könnten, denn sein allgemeines Befinden ist
außerdem durch weitere internistische und orthopädische
Erkrankungen stark reduziert.
-
Die
Informationen zur Messung der Knochendichte aus dem KISP sind uns
bekannt. Es wäre sehr hilfreich, wenn jemand von Euch
weiterführende aussagekräftige, bzw. praxisbezogene
Antworten geben könnte.
-
Urologe fs
antwortete am selben Tag:
-
Knochendichtemessung
ist NUR Kassenleistung, wenn eine pathologische Fraktur bekannt ist.
Dann wird die DEXA bezahlt. Die qCT in keinem Fall.
-
das
qCT bestimmt die Dichte nur in der Wirbelsäule und dort ist sie
aus technischen Gründen auch genauer als die DEXA - hat aber
eine erheblich höhere Strahlenbelastung zur Folge.
-
Die
DEXA kann jeden Knochen messen (auch den wichtigen Schenkelhals und
den Radius = Armknochen), der u. U. gefährdet ist.
-
Die
Strahlenbelastung dabei ist so gering, dass die MTA ohne Schutz
direkt daneben stehen darf!
-
Die
Kosten unterscheiden sich nur unwesentlich - 40 bis 50 Euro für
eine Untersuchung.
-
Wenn
ich denke, was hier im Forum sonst an Nebentherapien (MCP,
Granatapfel ... ) ausgegeben wird, wäre es viel sinnvoller,
wenn sich JEDER mit PK und HT einer Knochendichte-Bestimmung
unterziehen würde – mit ggf. entsprechender Konsequenz
einer Therapie. Kontrolle frühestens nach ein bis zwei Jahren.
-
Osteoporosebehandlung
ist für mich in der PK-Behandlung essentiell, der
osteoporotische Knochen schüttet Wachstumsfaktoren (VEGF,
IGF-1...) aus, die vor allem die hormonunabhängigen PK-Anteile
zum Wachsen anregen!
-
Und Helmut.2
schrieb:
-
Normalerweise
muss man die Knochendichte selbst bezahlen, es ist so wie fs hier
schreibt Aber es gibt eine Ausnahme! Wenn man einen oder mehrere
Knochenbrüche, sprich Frakturen hatte, nur dann übernimmt
die Kasse die Kosten.
-
Da
ich das Pech hatte, am 19.09.04 einen Oberarmkopffraktur zu
erleiden, bekomme ich jetzt wenigsten die Knochendichtemessung von
der Kasse bezahlt.
-
Ich
habe immer darauf bestanden, dass die Messung mit qCT durchgeführt
wird und die Ärzte, die eine Überweisung ausstellen,
hätten es natürlich mit DEXA durchführen lassen
wollen, ich habe mich durchgesetzt.
-
Als
ich das erstemal, das war am 28.01.2004, meine Knochendichtemessung
hatte, wurde es in der Klinik Bad Reichhall durchgeführt, in
einer Gemeinschaftspraxis in der Klinik.
-
Das
war vor meinem Unfall, da kostete die qCT-Messung – auf der
Rechnung stand "Osteodensitometrie mittels CT" –
sage und schreibe 31,48 €. Ich glaube, billiger hätte
ich es nirgends bekommen können.
- AchimS schrieb am 29.1.2008:
-
Als ich im Dez. 2005 meine DHB
begann, war ich mir bewusst, dass es notwendig ist, die
Knochendichte festzustellen und engmaschig zu beobachten. Ich habe
das in Anlehnung an meinen Orthopäden gemacht, der regelmäßige
Dexa-Scans verordnete und eine Calcium-Vitamin-D3-Medikation
verschrieb. In verschiedenen Publikationen, z. B. bei Dr.
Strum, wird zwar betont, dass ein qCT wesentlich genauere Ergebnisse
liefern würde, aber mein Orthopäde wollte davon nichts
wissen und war der Ansicht, Dexa sei vollkommen ausreichend.
-
Hier sind die gemessenen Dexa-Werte:
-
Dichte in g/cm²
L2 bis L4 und Schenkelhals links
Datum
Dichte T-Wert Z-Wert Dichte T-Wert Z-Wert -
24.11.05 1,13 +0,12 +0,75 1,00
-0,10 +1,52
14.03.06 1,12 +0,06 +0,69 0,97 -0,39 +1,24
20.07.06
1,11 +0,02 +0,66 1,02 +0,06 +1,70
08.12.06 1,07 -0,21 +0,43 0,96
-0,44 +1,22 -
Nun, ein Jahr nach Ende der DHB, ließ ich doch mal ein qCT
machen, weil der Röntgenarzt sagte, er könne es bei der
Auswertung vergleichbar zu den Dexa-Werten machen.
-
Das Ergebnis hat mich doch sehr überrascht. Während unter
der DHB der T-Score nur geringe Schwankungen aufwies und im normalen
Bereich lag, ergab diese Messung einen signifikanten Abfall in den
Osteopenie-Bereich, hart an der Grenze zur Osteoporose.
-
Für den Lendenwirbelbereich L2 bis L4 wurde angegeben:
-
Dichte in mg/cm³
-
Datum Dichte T-Wert Z-Wert
-
25.01.08 107,0 -2,2 -0,6
-
Ab einem T-Wert von -2,5 ist von einer Osteoporose auszugehen.
-
Nun soll ich also innerhalb eines Jahres von "normal" in
"hochgradige Osteopenie" abgefallen sein, obwohl der
Testosteron-Wert sich nach der DHB wieder gut erholt hat und ich die
zusätzliche Calcium-Zufuhr noch bis Mitte 2007 fortgeführt
habe. Da scheint die Frage berechtigt, ob so ein Abfall möglich
ist, oder ob die Dexa-Werte aus dem Jahr zuvor tatsächlich
unbrauchbar waren und eine Konstanz vorgetäuscht haben, die
nicht vorhanden war.
-
HansiB schrieb dazu am selben Tag:
-
Ich empfehle immer die QCT Messung, man stellt die Osteoporose
früher fest. Das machen die Orthopäden nicht. Bei mir hat
sich trotz Zometa + Vit D3 unter beinahe drei Jahre Hormonblockade,
ich habe sie ja abgesetzt, die Osteoporose von einem auf nächste
Jahr verschlechtert.
-
Durch ein erhöhtes Testosteron wird der Wert nicht besser. Viel
laufen, viel Sport, viel Sonne, entsprechende Ernährung ist da
notwendig.
-
Am 20.2.2008 schrieb AchimS:
-
Das Thema Knochendichtemessung hat mich weiter beschäftigt und
ich habe in einer anderen Röntgenpraxis, die noch ein
Dexa-Gerät hat, eine Kontrollmessung machen lassen. Nun kann
ich mit allen Zahlen in der Bandbreite von "normal" bis
"hochgradige Osteopenie" aufwarten.
-
Ich habe bei dem Arztgespräch gelernt, dass man bei der
Dexa-Messung die Sklerose-Bereiche, also die Bereiche mit erhöhtem
Verschleiß und damit vorgegaukelter höherer Knochendichte
ausblenden kann, um zu realistischeren Werten zu kommen. Die
Kontrollmessung ergab im Lendenwirbelbereich ohne Ausblendung der
Sklerose-Bereiche eine geringfügig verschlechterte
Knochendichte gegenüber Vorjahresmessung, aber noch oberhalb
des Osteopeniebereiches und mit 102,3 % oberhalb der
Altersreferenz.
-
Mit Ausblendung der Sklerose-Bereiche lagen die Werte immer noch
oberhalb des Osteopenie-Bereiches, aber mit 92,5 % unterhalb
der Altersreferenz. Im Schenkelhalsbereich ergaben sich ohne
Ausblendung der Sklerosezonen Werte im Normalbereich, bei
Ausblendung der Sklerosezonen eine geringgradige Osteopenie.
-
Der Röntgenarzt vermutet bei seinen qCT-Kollegen
Umrechnungsfehler bei der Umsetzung der qCT-Ergebnisse in die
Dexa-Werte und hält seine Dexa-Werte für realistisch und
glaubwürdig.
-
Ich werde es dabei bewenden lassen und mein lange gehegtes Vorurteil
über die Unfähigkeit von Medizinern, mit hochwertigen,
exakten Geräten exakte vergleichbare Messungen durchzuführen,
weiter pflegen.
-
Urologe schrieb dazu am 21.2.2008:
-
Der grundelegende Unterschied zwischen DEXA und qCT ist, dass DEXA
den gesamten Knochen in einer Linie misst und qCT ein
dreidimensionales Verfahren ist (sich also den Punkt geringster
Dichte "aussuchen" kann und die Corticalis = Knochenschale
mitgemessen wird). Deshalb misst qCT an der Wirbelsäule auch
grundsätzlich und systembedingt niedrigere Werte.
-
Der Nachteil von qCT ist: Nur an der Wirbelsäule anwendbar und
ERHEBLICH höhere Strahlenbelastung. Dagegen ist die Strahlung
bei DEXA absolut minimal (sogar eine Schwangere dürfte
theoretisch ohne Schutz daneben stehen) und es sind alle Knochen
messbar – auch der so wichtige Schenkelhals und der Radius
(Unterarmknochen).
-
Deswegen ist DEXA die Standardmethode nach Leitlinien und im Prinzip
die sinnvollere Methode (und deswegen schicke ich nur dann zum qCT,
wenn ich "unbedingt" eine Osteoporose nachweisen will, um
danach Zometa auf Kassenkosten einsetzten zu können).