Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – HistoScanning™

[HistoScanning™ ist ein ultraschallbasiertes Diagnoseverfahren, das im Rahmen einer Biopsie zum verbesserten Erkennen krebsverdächtiger Areale der Prostata mit anschließender gezielter Punktion eingesetzt werden kann.

"Während einer transrektalen Ultraschalluntersuchung wird ein hoch-auflösendes, dreidimensionales (3D) Bild Ihrer Prostata aufgezeichnet. Dazu wird eine Ultraschallsonde von der Größe eines Fingers in Ihr Rektum eingeführt, um möglichst nahe an die Prostata heranzukommen. Die Sonde ist mit einem kleinen externen Motor verbunden, der die Sonde während der 3D-Aufnahme langsam dreht. Dieser Vorgang ist schmerzlos, kann jedoch etwas unangenehm sein. Die Aufnahmen werden von dem Ultraschallsystem an das HistoScanning™-System übertragen. Das HistoScanning™-System besteht aus einem sehr leistungsstarken Computer mit patentierter Software, die speziell zur Identifizierung der “differenzierten” Bereiche in der Prostata entwickelt wurde." (Textauszug aus einem Flyer des Herstellers.

Auf dieser Seite bietet der Hersteller eine Suchfunktion zu Kliniken und Ärzten in Deutschland und anderen Ländern, die das HistoScanning™-Verfahren anbieten.

Hier der vollständige Flyer des Herstellers zum Verfahren.

Ed]


MatthiasL schrieb am 24.2.2012:

Ich kann aus der Praxis von mir selbst und meinem Vater folgende Erfahrungen zu Biopsie mit vorheriger fortschrittlicher Bildgebung (hier: Histoscan) berichten:

- meine erste Biopsie 03/2008 : PSA = 4,0, 12 Stanzen, Ergebnis ohne Befund.

- meine zweite Biopsie 01/2012 : PSA = 5,92 ng/ml; 12 Stanzen, von denen vier in dem Bereich genommen wurden, die vorher vom Histoscan als verändertes Gewebe erkannt wurden, Ergebnis PCa, Gleason-Score 6. Die positiven Stanzen waren genau diejenigen, die den per Histoscan als geweblich verändert eingestuften Bereichen entnommen worden waren, bzw. bei mir mit insgesamt 2 von 12 positiven Stanzen waren es 2 von den 4 in diesem Bereich.

- erste Biopsie meines Vaters Ende 2009 : 12 Stanzen, Ergebnis ohne Befund.

- zweite Biopsie meines Vaters 11/2011 : 12 Stanzen, von denen vier in dem Bereich genommen wurden, die vorher vom Histoscan als verändertes Gewebe erkannt wurden, Ergebnis PCa, Gleasonscore 9 !

Das insgesamt vom Histocscan als verändert eingestufte Gewebe beträgt bei mir 7 % des gesamten Prostatavolumens, bei meinem Vater 10 %.

Leider übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten nicht, wir haben also jeweils 380 Euro dafür berappt.

Das war es mir aber wert, denn wenn man sich überlegt, dass 12 Stanzenzylinder (9 .. 13 mm lang laut Pathalog. Bericht, ca. 1 mm dick, das sind Werte die ich im Internet gefunden habe und die mir anhand von Abbildungen der Apparaturen plausibel erscheinen) ein Volumen von 12 * ca. 10 mm³ = 120 mm³ ergeben, dann sind das bei meiner Prostata von 35 cm³ gerade mal 0,3 % des Gesamtvolumens, d. h. die Wahrscheinlichkeit eines Treffers in einer Prostata mit noch wenig Krebs ist nicht sehr groß und wird meines Erachtens durch die Bildgebung erheblich verbessert.