Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Quotient des freien zum Gesamt-PSA

[Das Gesamt-PSA im Körper setzt sich aus meh­reren Untertypen ("Isoformen") zusammen, deren wichtigste das sog. "freie PSA" (fPSA) und das "gebun­dene (oder kom­plexierte, engl. „complexed“, cPSA) PSA" sind. Beide zusam­men erge­ben das Gesamt-PSA (engl. „total PSA“, tPSA), das bei einer PSA-Bestimmung an­gegeben wird:
tPSA = cPSA + fPSA
Das Verhältnis von freiem PSA (fPSA) zum Gesamt-PSA (tPSA), der PSA-Quotient PSAQ, ist ebenfalls ein wichtiger pro­gnostischer Faktor, die Formel lautet:
Liegt der PSA-Quotient unter 15 %, so kann dies ein Hinweis auf bösartiges Geschehen sein, liegt es darüber, kann eher Entwarnung gege­ben werden. Die An­gabe des Grenzwertes von 15 % schwankt ein wenig, und es gibt natürlich auch hier eine gewisse Grauzone. Zu beachten:
Der PSA-Quotient ist nur relevant, wenn das Gesamt-PSA im Serum zwischen 4 und 10 ng/ml liegt.
Dies ist ein Auszug aus der Schrift „Bei mir wurde Prostatakrebs festgestellt – was nun?“, die hier als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.
Ed]
Susanne 211 fragte am 17.11.2008:
Ich heisse Susanne, mein Mann hat schon das dritte Mal einen Harnverhalt und ist katheterisiert worden, anfangs tippte man auf Prostatitis, jeztt seit Freitag erzählt uns der Urologe, ihn macht dieser sogenannte Quotient misstrauisch. Alles unter 10 deutet auf einen bösartigen Tumor hin.
Weis hier jemand Bescheid, ist es wirklich so? Mein Mann ist fix und fertig, wurde heute eben das 3. Mal katheterisiert in sechs Wochen wegen Harnverhalt.
Einen Termin zur Biopsie ist erst am 2.12. ambulant in der Praxis.
Angeblich darf er ihn nicht wegen so einer Biopsie in die Klinik einweisen zwecks Gesundheitsreform.
Wir leben in Bayern, weiss jemand Rat zwecks Quotienten bzw. geht uns nicht wertvolle Zeit verloren wenn wir bis zum 2.12. warten müssen?
Schorschel antwortete am selben Tag:
PSA-Quotient = 7 heißt nicht, dass Dein Mann zwangsläufig Prostatakrebs hat.
Wurde der Verdacht auf Prostatitis ausgeräumt? Hat Dein Mann eine Antibiotika-Therapie erhalten? Solange die Prostatits noch da ist, kann man den Quotienten nicht sinnvoll interpretieren. Wenn die Prosta allerdings auskuriert ist bzw. die Prostatits gar nicht vorhanden war, dann wären die 7 % ein Indiz für Prostatakrebs.
Wie hoch ist der PSA-Wert Deines Mannes? Gibt es schon Werte aus früheren Jahren? Wie alt ist Dein Mann?
Eine Biopsie kann durchaus sinnvoll sein, sofern keine Prostatitis mehr vorliegt. Sie wird in den meisten Fällen auch ambulant durchgeführt.
Der 2.12. ist nicht mehr weit weg; macht Euch wegen der zwei Wochen keine großen Gedanken. Und selbst wenn bei Deinem Mann PK festgestellt werden sollte, gibt es noch sehr viele Therapiemöglichkeiten einschließlich der Möglichkeit, den Krebs völlig zu beseitigen. Also macht Euch im Moment nicht verrückt!!! Dazu gibt es keinen Grund.
Ludwig schrieb:
Wenn man nur den Quotienten (freies PSA zu Gesamt-PSA) betrachtet, gilt im Normalfall folgendes:
Hoher Wert ( z. B um die 20 %) bedeutet sehr wahrscheinlich "nur" gutartige Prostatavergrösserung,
niedriger Wert ( z. B um die 10 % oder weniger) bedeutet sehr wahrscheinlich Prostatakrebs oder Prostataentzündung.
Das heisst, den Quotienten erniedrigen kann die Prostatitis auch.
Der niedrige Quotient allein ist also wenig aussagefähig, man muss schon zur Gesamtsituation mehr Wissen zusammentragen.