Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – DiaPat®-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs

[Das DiaPat-Diagnoseverfahren wird angeboten von der DiaPat GmbH, Mellendorfer Str. 7-9, D-30625 Hannover Tel: 0511/554 744 0.

Der Hersteller sagt auf seiner Web-Präsenz über den Test folgendes:

"Der DiaPat®-PC Test ist ein neuartiger, nicht invasiver Urintest zur Früherkennung von Prostatakrebs. Der Urintest wurde in klinischen Studien validiert und stellt ein zuverlässiges Instrument zur Abklärung von erhöhten PSA-Werten und/oder einer auffälligen digital-rektalen Untersuchung (DRU) dar.

Der DiaPat®-PC Test analysiert 12 Proteine (Eiweißstoffe) im Prostatasekret, welches mit dem Erststrahlurin aus der Prostata gespült wird. Diese sogenannten Biomarker sind krankheitsspezifische Proteine, die nicht durch andere Erkrankungen der Prostata beeinflusst werden. Der Test stellt somit eine wertvolle Ergänzung in der Prostatakrebsdiagnostik dar und ermöglicht die zuverlässige Differenzierung zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen der Prostata."

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Jahr 2010 "den Test gestestet" und schreibt u. a. folgendes:

"Hintergrund und Auftrag

Zur Diagnosesicherung bei erhöhtem PSA-Wert wird bereits ein Urintest kommerziell als Selbstzahlerleistung angeboten. Bei diesem wird zur Abschätzung des Karzinomrisikos eine Proteomanalyse mittels Kapillarelektrophorese gekoppelt mit einer besonderen Technik der Massenspektrometrie (Time of flight – Massenspektrometrie nach Elektrosprayionisierung = ESI-TOF-MS) durchgeführt.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) beauftragte das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) vor diesem Hintergrund, eine systematische Literaturrecherche zu Proteomanalysen für die Diagnosesicherung des Prostata-karzinoms durchzuführen und aufgrund der Ergebnisse zu bewerten, ob die Urinproteomanalyse mit der genannten Technik einen Gewinn an diagnostischer Sicherheit in Bezug auf das Prostatakarzinom erbringt und ob die Technik für eine Anwendung in der klinischen Routine ausreichend validiert ist.

Fazit

Die Urinproteomanalyse mittels Kapillarerelektrophorese gekoppelt mit Massenspektrometrie ist nicht als ausreichend gesichert für den Einsatz in der klinischen Routine bzw. als Selbstzahlerleistung einzustufen. Bei einer weiteren erforderlichen Validierung mit ausreichender Patientenzahl und optimalem Referenzstandard ist ein Vergleich mit Verfahren der Urin- oder Serumproteomanalyse zu erwägen, für die – ebenfalls noch nicht ausreichend validiert – bessere Testgüteparameter vorliegen. Dabei sollte in einem kontrollierten Design geprüft werden, ob insbesondere die Anzahl unnötiger Biopsien durch den Einsatz eines zusätzlichen Tests im Vergleich zum jetzigen Standard der Diagnostik gesenkt werden kann."

Der vollständige Text des Tests ist hier nachzulesen.

Ed]


HWL schrieb am 9.8.2004:

Nachfolgend ein auch für die PCa-Diagnostik gültiger Beitrag.

Test für Frühdiagnostik im Projektstadium

Bisweilen führen Blasenprobleme bei PCa-Patienten zu Schädigungen der Nierenfunktion. Hier bietet die junge Firma DiaPat GmbH & mosaiques diagnostics and thrapeutics AG mit Sitz in Hannover die postalische Abwicklung von Flüssigkeitsproben in speziellen Kühl- und Versandbehältnissen an. Zwei Projektgruppen hochqualifizierter Wissenschaftler und Praktiker entwickelten gemeinsam ein neuartiges Verfahren der Urin-Protein-Analyse (DiaPat®), mit dem sich viele Nierenkrankheiten innerhalb von 30 Minuten feststellen lassen. Eine Gewebeentnahme, hier die Nierenbiopsie, ist damit nicht mehr erforderlich: Der Patient gibt lediglich seine Urinprobe ab oder schickt sie nach Absprache in speziellen Versandbehältnissen ein und muss sich dann nicht mehr einem operativen Eingriff mit zweitägigem Krankenhausaufenthalt unterziehen. Auch ist die Methode sehr genaue und kostengünstig. Die DiaPat GmbH, ein Tochterunternehmen der mosaiques diagnostics and therapeutics AG, führt den Test derzeit schon in die Praxis ein.

Mosaiques ist ein "Spin-out" der Medizinischen Hochschule Hannover, wurde im Jahr 2000 von Professor Dr. Hermann Haller (Direktor der MHH-Abteilung Nephrologie) und Professor Dr. Dr. Harald Mischak gegründet. Das junge Unternehmen wurde im April 2001 Landessieger beim bundesweiten StartUp-Wettbewerb der Zeitschrift STERN und der Sparkassen. Die Mosaiques erhielt Fördergelder beim Bioprofile-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und vom Land Niedersachsen. Die Firma mosaiques AG und die Abteilung Nephrologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurden am 22. April 2004 mit dem Kooperationspreis (2. Platz) des Landes Niedersachsen 2003 und einem Preisgeld von 15.000 Euro ausgezeichnet.

Neben dem neu entwickelten Biopsieersatz haben mosaiques und DiaPat im vergangenen Jahr eine Früherkennung für die Nierenveränderungen bei der Zuckerkrankheit (Diabetes), der so genannten diabetischen Nephropathie, entwickelt. "Damit gelingt es, etwa fünf bis zehn Jahre früher als mit bisherigen Diagnostikverfahren und vor der Organschädigung die Erkrankung zu erkennen", sagt Professorin Dr. Eva Weissinger, ärztliche Leiterin der mosaiques AG und Mitarbeiterin der MHH-Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie. In der westlichen Welt leiden 200 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit und sind von einem Ausfall der Nieren bedroht. Professorin Dr. Marion Haubitz aus der Abteilung Nephrologie sagt: "Die weltweit einzigartige Proteinerkennungs-Methode hilft bereits jetzt, die Wirkung von Substanzen nachzuweisen und in Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen bessere Medikamente zu entwickeln." Aus den Informationen der Firma ist zu entnehmen, dass sich weitere Diagnostika zur Krankheitsfrüherkennung bereits im fortgeschrittenen Projektstadium befinden, darunter auch zur Diagnose der Multiplen Sklerose, der Schizophrenie und von Alzheimer. Es scheint sich hier um eines der besonders weit fortgeschrittenen Projekte auf dem Gebiet des Technologie-Transfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft und den Markt zu handeln.

Pressemeldung 22.04.2004


WolfgangS fragte am 3.4. und 4.4.2006:

Kennt jemand den DiaPat-Test? Ist das eine seriöse Sache? Würde mich über Aussagen dazu freuen.

Da der Test leider nicht gerade günstig ist, würde ich gerne vorher wissen, ob es sich lohnt ihn zu machen.

Mein Problem ist, dass der PSA-Quotient im Graubereich (0,12) liegt und auch Prostatavolumen zu PSA im Graubereich 18,5 % liegt, also beide tendenziös negativ sind, aber keine konkrete Aussage geben. Die Stanzen (12) haben nichts ergeben. Daher bin ich an diesem Test, wenn er denn etwas taugt, interessiert.

HWL konnte etwas dazu sagen, am 4.4.2006 antwortete er:

Der DiaPat-Test ist mir sehr gut bekannt, da ich selbst an der Realisierung dieses neuen PCa-Früherkennungsverfahrens wesentlich beteiligt war. Die bisherigen Vor-Untersuchungen in Zusammenarbeit mit einer bekannten urologischen Universitätsklinik in Nordrhein-Westfalen hatten zunächst erstaunliche Erfolge gezeigt, sind aber noch nicht abgeschlossen.

Einzige Veröffentlichung findet man in "Electrophoresis" vom 26.Juli 2005: Theodorescu D, Fliser D, Semjonow A et al.: "Pilot study of capillary electrophoresis coupled to mass spectrometry as a tool to define potential prostate cancer biomarkers in urine".

Diese ersten Pilot-Versuche ergaben eine sehr hohe Empfindlichkeit (92%) und Spezifität (96%). Zweck ist vorrangig die klare Feststellung, ob ein PCa vorliegt oder nicht. In dieser Hinsicht könnte er ein klarer und sicherer Test zur Früherkennung von PCa ohne die Notwendigkeit von Biopsien sein.

Die genannte Veröffentlichung schließt mit dem Satz: "....diese frühe Pilotstudie gibt Hinweise darauf, dass CE-MS (d.i. capillary electrophoresis - mass spectrometry) von Urin weitere Forschungsarbeiten rechtfertigt als ein Werkzeug, das mutmaßliche Hinweise auf PCa identifizieren kann".

Aus meiner Sicht (und ohne Gewähr) ist das PCa-Bestimmungsverfahren der DiaPat zur Beantwortung der Fragen von WolfgangS geeignet.

Mich interessieren die Ergebnisse.

Am 13.4.2006 schrieb WolfgangS:

HANNOVER – Bei der DiaPat-Proteomanalyse handelt es sich um eine neue, nicht invasive in-vitro-Diagnostik. DiaPat basiert auf der Identifizierung von über 1500 Proteinen im Patientenurin.

Für Prostata- und Blasenkrebs-Diagnostik ist DiaPat geeignet – so das neue Label von DiaPat, eine vom Nephrologen Hermann Haller und dem Chemiker Harald Mischak von der MHH (Medizinische Hochschule Hannover) entwickelte Proteom-Diagnose. Vom Patienten wird lediglich eine Urinprobe benötigt. DiaPat-Proteomanalysen aus Patientenurin können zur Früherkennung chronischer oder diabetischer Nierenerkrankungen sowie neu zur Diagnose von Prostata- und Bla-senkrebs beitragen. Bei DiaPat handelt es sich um eine nicht invasive, patentierte, chemische Laboranalysetechnik für Körperflüssigkeiten wie Urin, Blut oder Liquor auf Basis von über 1000 im Labor identifizierten Proteinen.

Nun konnte Mischak die Indikationen dieses Diagnosetests auf Prostata- und Blasenkrebs erweitern. Der Patient muss, wie bei der Diagnose von Nierenerkrankungen, lediglich in der Arztpraxis seinen Urin abgeben. Nach Ankunft der kryo-konservierten Probe im DiaPat-Labor in Hannover werden daraus bis zu 1500 verschiedene Proteine identifiziert und in einem DiaPat aufgezeichnet. Nach der Trennung in der Kapillarelektrophorese (CE) werden die Proteine elektrisch geladen und im Hochvakuum des Massenspektrometers vermessen. Dies ermöglicht ihre spezielle Identifizierung und Registrierung. Innerhalb von zirka 60 Minuten wird online das jeweilige Proteinprofil erstellt. Durch Software-Abgleich mit einer Vielzahl gespeicherter Proteinprofile gesunder und kranker Patienten (Dia-Pat = diagnostisches Pattern) liefert es den jeweiligen Befund.

Bis zu fünf Jahre vor Ausbruch einer Erkrankung, erläutert Mischak, kann die Erkrankung auch ohne Manifestation klinischer Symptome aufgrund der Proteomanalyse im Labor erkannt werden.

© Urologische Nachrichten Köln

Das Interessante daran ist der letzte Absatz. Wenn das wahr ist...........

Der Test kostet (Einführungspreis) bis 30.04.2006 282,- €, ab dem 01.05.2006 445,- €. Schau im Internet (Google) unter "DiaPat" da findest Du eine Beschreibung, die Adresse und Telefonnummer.

Die Kasse zahlt den Test nicht / Einzelfallentscheidung vorbehalten.