Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Dihydrotestosteron (DHT)

[Dihydrotesteron (DHT) gehört zu den C-19-Steroiden und wird durch das Enzym 5-alpha-Reduktase aus Testosteron synthetisiert. Testosteron ist nur ein Prohormon für zwei Hormone: Durch 5-alpha-Reduktion entsteht biologisch hoch aktives DHT und durch Aromatisierung von Testosteron Estradiol (Östradiol). DHT ist ein reines Androgen, da es nicht zu Estradiol aromatisiert werden kann. Kleine Mengen DHT werden bei Männern auch direkt in den Hoden gebildet; bei der Frau entsteht DHT aus Testosteron und Androstendion. Nur 1 % des DHT zirkuliert frei, der überwiegende Teil ist fest an SHBG gebunden. DHT wird durch Reduktion zu 17-Ketosterioiden inaktiviert und über den Urin ausgeschieden.

Dihydrotestosteron ist die erst in den Zielzellen gebildete Wirkform des Testosterons. Entwicklung und Funktion von Prostata und Bläschendrüsen, Körperbehaarung männlichen Typs, Bartwuchs, die Funktion der Talgdrüsen aber auch die Abnahme der Kopfbehaarung bei genetischer Disposition sind Prozesse, die vom DHT gesteuert werden.

Über den Referenzbereich des DHT im Blut gibt es unterschiedliche Angaben:

* Frauen (20-81 J.): 23,0 – 192 pg/ml
* Männer (20-87 J.): 310 – 1463 pg/ml (nach einer anderen Angabe 16 – 110 ng/dl = 160 – 1.100 pg/ml)

Alle vorstehenden Angaben nach http://www.endokrinologikum.com/index.php?cccpage=ae_diagnostik_anabasis_hormone_detail&set_z_anabasis_hormone=21

Hinzuzufügen ist, dass das DHT die Lieblingsnahrung unseres Krebses ist, zumindest, solange er hormonabhängig ist. DHT feuert den Krebs fünf- bis zehnmal so stark an wie Testosteron. Für manche Ärzte gehört deswegen das Verabreichen eines 5alpha-Reduktasehemmers (Proscar®, Avodart®) zu den Standardmaßnahmen bei einer Androgendeprivationstherapie, andere Ärzte halten dies für vollkommen unnötig oder sogar sinnlos.

Ed]