Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Diagnostik – Bildgebende Verfahren, allgemein

Dieter wies am 16.5.2007 auf ein Interview mit Prof. Huland vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hin.
Dazu schrieb Schorschel am selben Tag:
Ein ehrlicher Artikel, insbesondere hinsichtlich der Selektion des Patientenguts in Bezug auf die Möglichkeit der nervenerhaltenden OP sowie der Ungeeignetheit der bildgebenden Verfahren beim Prostatakrebs.
Zur Bildgebung sagt Huland in dem Artikel:
"Die bildgebenden Verfahren versagen leider in der Darstellung des Prostatakrebs... Mit der Ultraschalluntersuchung, der Computertomographie und der Nuklearmagnetresonanztherapie kann man lediglich die Größe und die Region der Prostata abbilden. Eine Darstellung des Krebses selbst gelingt erst im fortgeschrittenen Stadium."
Diese Feststellung trifft einer der erfahrendsten Operateure des Landes, der tagtäglich den unmittelbaren Vergleich der (oft bildgebungsbasierten) Einweisungsdiagnosen mit der Realität der postoperativen Pathologie hat - man muss diese Aussage also sehr ernst nehmen.
Mit seiner klaren Aussage weist Huland diejenigen Radiologen in ihre Schranken, die unter z. T. massiver Überschätzung ihrer Verfahren Diagnosen von sich geben und Patienten damit unter oft genug nicht erforderlichen Entscheidungsdruck setzen bzw. durch falsch-negative Diagnosen einen notwendigen Therapiebeginn verhindern. Was Huland sagt, deckt sich mit dem, was mir mehrere niedergelassene und auch Klinik-Urologen ebenso deutlich gesagt haben.
Man sollte m. E. die bildgebenden Verfahren ausschließlich als Ergänzung der klinischen Untersuchungen und in Verbindung mit allen anderen Markern und Werten in die Diagnostik einbeziehen.
Einen Tag später zitierte Schorschel einen Beitrag des Urologen fs:
"Ich habe mehr als eine Handvoll Patienten mit MRT-Befund "Kapselüberschreitung", die sich aus verschiedenen Gründen für die OP entschieden haben und wo histologisch KEINE Kapselüberschreitung im OP-Präparat gefunden wurde.
Die Patienten sind alle (Zufall!?!?!) kurativ operiert – d. h. ich habe bisher bei den Nachsorgen kein PSA gefunden.
Eine MRT allein kann niemals die Entscheidung für oder wider eine Therapie machen – sondern nur im Zusammenführen von PSA, TRUS, Partin- und Kattannomogrammen, Laborwerten und ggf. Zusatzbefunden ( z. B. PAP ...) ergibt sich das Bild für eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen.