Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Diagnostik
– Lebensalter bei der Krebsdiagnose
- Ralf
II schrieb am 26.3.2003:
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Mein Name ist Ralf, bin 44 Jahre
alt und vor 7 Wochen an einem PK operiert worden (also
Totalentfernung mittels Bauchschnitt). Tumorstadium nach OP: T2c N0
M0 - Gleason 6 (3+3) G2. Schnittränder waren nicht befallen,
Lymphknoten auch nicht. PSA vor der OP 8,9 - 4 Wochen nach der OP
kleiner als 0,1.
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(Diagnose: keinerlei Beschwerden,
Zufallsbefund bei einem grossen Blutbild: erhöhtes PSA - Knoten
nicht tastbar, beim TRUS nicht sichtbar - erst durch Biopsie waren 4
von 7 Proben PK-positiv.)
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Es wird mir nun zu keiner weiteren
Therapie geraten. (Außer mein postoperatives Lymphödem in
der linken Leiste mittels Lymphdrainage behandeln zu lassen und
Beckenbodengymnastik um wieder ganz "trocken" zu werden).
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Mir macht es allerdings Sorgen,
dass ich für PK noch so relativ "jung" bin -
jedenfalls kam dass bei den Ärzten im Krankenhaus und danach in
der Rehamassnahme auch immer so rüber. In der Rehaklinik war
dann der nächstältere PK-Patient 52 Jahre alt; die
meistens allerdings zwischen 60 und 70 Jahren alt.
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Irgendwie stehe ich jetzt etwas
ratlos da... - ist es wirklich so aussergewöhnlich mit 44
Jahren ein PK zu haben oder gibt es hier im Forum auch noch
Mitbetroffene, die ähnlich "jung" wie ich an PK
erkrankt waren??
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Bodo antwortete am selben Tag:
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mir ging es genauso. Bin auch mit
44J an PC erkrankt und im vorigen Jahr operiert worden. Das kenne
ich, dass alle etwas ungläubig gucken.
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Und Ralf I schrieb:
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Ich stoße gerade zufällig
auf eine Aussage von Dr. Leibowitz, da sagt er:

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"Und wenn man Studien an
Autopsien macht, dann haben 27 Prozent aller Männer in den
30ern schon Prostatakrebs, und 34 Prozent in den 40ern haben
Prostatakrebs, und wenn man ihn sich bei den Männern in den
40ern ansieht, dann ist er bei mehr als der Hälfte der Männer
multifokal - an mehr als einer Stelle in der Prostata!"
-
Dr. Strum weist in seinem "Primer
on Prostate Cancer" darauf hin, dass Männer bei familiärer
Vorbelastung (Prostatakrebs bei nahen männlichen, Brustkrebs
bei nahen weiblichen Verwandten) ab 35 zur jährlichen
Vorsorgeuntersuchung (PSA-Messung!) gehen sollten. Unter diesen
Umständen kann die Erkrankung sich also schon sehr früh
manifestieren. Sicher waren die meisten von uns schon in etwas
weiter vorangeschrittenem Alter (ich war 56½, als bei mir der
Krebs festgestellt wurde), aber dass es so wenige Männer in den
40ern mit PK gibt, liegt wahrscheinlich eher daran, dass
a) kaum
einer von ihnen auf den Gedanken kommt, zur Vorsorgeuntersuchung zu
gehen,
b) kaum einer ihrer Ärzte auf die Idee kommt, bei
ihnen mal das PSA zu messen, sonst wäre ihr Anteil in der
PK-Gemeinde bestimmt höher. -
[Ich habe
hier die betreffende Vortragsfolie von Dr. Leibowitz in Übersetzung
beigefügt. - Ed]
- Walter
schrieb am 17.4.2003 unter dem Betreff "Prostatakrebs trifft
junge Männer härter":
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Auszug aus
Medical Tribune vom 17.04.2003
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Hoch
aggressiv, kaum Heilungschance - Prostatakrebs trifft junge Männer
härter
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Dortmund.
Wenn junge Patienten an einem Prostatakarzinom erkranken, bestehen
meist keine Heilungschancen mehr. Denn in der Regel sind die Tumoren
zum Zeitpunkt der Diagnose schon lokal fortgeschritten oder
metastasiert.
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Während
die meisten Männer mit Prostatakarzinom heute kurativ behandelt
werden können, haben gerade die jungen Patienten unter ihnen
eine ausgesprochen schlechte Prognose. Urologen vom Klinikum
Dortmund beschreiben einen solchen Fall in der Zeitschrift "Aktuelle
Urologie".
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Der
38-jährige stellte sich mit druckschmerzhaft geschwollenen
Lymphknoten in der rechten Leiste, einer Hydrocele testis und einem
auswärts bestimmten PSA von 113 ng/ml vor. In der Klinik
wurde ein PSA von 149 ng/ml sowie ein LDH von 341 U/l
gemessen, alle anderen Laborparameter inklusive der alkalischen
Phosphatase lagen im Normbereich. Die rektodigitale Untersuchung
ergab einen unauffälligen Befund.
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In der
transrektalen Sonographie zeigte sich allerdings eine inhomogene
Prostata bei intakter Kapsel. Und im Knochenszintigramm fielen
multiple Metastasen im Kreuzbein, in den beiden Hüftpfannen und
in einer Rippe auf.
-
In einer
Sitzung führten die Urologen eine Hydrocelenresektion, die
Extirpation des mit einer Makrometastase befallenen
Leistenlymphknotens sowie ultraschallgesteuerte transrektale
Prostatastanzbiopsien durch. Die Histologie ergab ein invasives,
pluriformes Adenokarzinom der Prostata. Noch während des
Klinikaufenthalts wurde eine antiandrogene Therapie mit Bicalutamid
eingeleitet.
-
Prostatakarzinome
bei jungen Patienten weisen offensichtlich ein anderes biologisches
Verhalten auf als bei älteren Männern, so die Autoren.
Meist besteht keine Aussicht auf Heilung, wie auch in diesem Fall.
Die erste Palliativmaßnahme besteht im Androgenentzug, während
eine Chemotherapie nur begrenzte Erfolge beschert. Von großer
Bedeutung ist die adäquate Schmerztherapie, um den meist
aktiven Patienten die Bewegungsfreiheit möglichst lange zu
erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
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Soweit
dieser Artikel. Junge Männer sollten sich daher nicht der
Schulmedizin verschreiben, sondern ihre Chance mit OEK
[Öl-Eiweiß-Kur nach Frau Dr.
Budwig. - Ed] und STT [selektive
Tumortherapie – Ed] wahrnehmen.
- Hugo
fragte am 12.7.2003:
-
mein Vater
starb an Prostatkrebs mit 64 Jahren, nachdem er bei ihm mit 60
entdeckt worden war. Ich bin 42 und gehe alle 3-4 Monate den
PSA-Test machen. Die Werte steigen stetig an: Zuletzt 1.8, 2.1, 2.7,
3.1 (aktuell). In drei Monaten muss ich wieder messen gehen; der
Arzt bereitete mich auf den Fall vor, wenn der Wert wieder höher
sein wird: Eine Punktion der Prostata sei angezeigt (eine Sitzung
mit 2 x 4 Punktionen). Je nach Resultat wäre dann die
Entfernung der gesamten Prostata angezeigt, meinte er vor 3 Tagen.
-
Gibt es
Alternativen, Medikamente, dich ich bis zur nächsten Kontrolle
einnehmen kann, damit ich das Steigen des PSA-Wertes bremsen kann?
Wie sehr hat die Häufigkeit und Heftigkeit des
Geschlechtsverkehr einen Einfluss auf diesen Wert?
-
Kann die
Punktion die Entzündung in der Prostata nicht erst recht
beschleunigen (reizen?), wie sicher ist es, dass man mit dieser
Punktion erfährt, was für das Steigen des PSA-Wertes
verantwortlich ist? Was sind die Erfahrungen/Lehrmeinungen
betreffend die Aussage, dass man ggf. die Prostata ganz entfernen
müsse? Was wären die Konsequenzen für mich mit 42
Jahren, nach dieser Entfernung?
-
Christine
R. antwortete am selben Tag:
-
Zur besseren
Durchblutung und Senkung des PSA hat der Urologe meinem Mann ALNA
verschrieben.Allerdings wird es im Regelfall bei einer vergrösserten
Prostata als sog. Rezeptorenblocker verordnet. Bei meinem Mann war
allerdings (gottlob) die Biospie bei deutlich erhöhtem PSA
negativ.
-
Ebenso
Ludwig:
-
PSA-Verdoppelungszeiten
unter 10 Jahre mit kontinuierlichem Anstieg des PSA - und bei dir
ist das so, wenn die Werte maximal aus halbjährlichen Messungen
stammen - sind immer krebsverdächtig.
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In deinem
Alter liegt eine gesunde, normal grosse Prostata bei PSA 1,2 bis
1,5.
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Bei
Prostataentzündung hüpfen die Werte normalerweise wie ein
Tennisball rauf und runter.
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Ich würde
eine Woche mal auf Sex verzichten, dann PSA und freies PSA messen
lassen. Nicht drei Monate warten.
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Vor allem
jetzt nicht mit Medikamenten die PSA-Synthese beeinflussen, dass
geht medikamentös ganz einfach, ändert aber auf die
Schnelle bei Krebs gar nichts.
-
PSA ist wie
eine Tacho im Auto.
-
Ein
kurzfristiges Festhalten der Tachonadel ändert an der
Geschwindigkeit des Autos überhaupt nichts. Man betrügt
nur sich selbst und hat keine einigermaßen zuverlässige
Messmethode mehr.
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Erst saubere
Diagnose - dann saubere Therapie.
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Und Uwe:
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zweifelsohne
solltest Du Deinen PSA weiterhin so vorbildlich beobachten lassen
wie bisher.
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Dabei muss
man sich im klaren sein, dass nur etwa die Hälfte aller Fälle
von PSA-Erhöhungen auf ein chronisches Leiden wie gutartiges
Adenom, Prostatitis oder PK zurückzuführen sind.
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Deshalb
keine Entwarnung, aber realistische Wachsamkeit.
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Denn was
viele schon wussten oder ahnten, wurde in einer kürzlichen
US-Studie bestätigt (Anlage):
-
selbst große
PSA-Schwankungen sind in rund der Hälfte der Fälle nicht
chronisch und regulieren sich wieder von selbst.
-
Anlage:
-
ARD-Text vom
30.06.03:
-
Prostatakrebs
und Blutwerte
-
Die bislang
als Anzeichen für Prostatakrebs geltenden erhöhten
Blutwerte werden häufig überschätzt.
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Eine Studie
von US-Krebsforschern belege, dass der Wert des
Prostata-spezifischen Antigens (PSA) großen Schwankungen
unterliege, berichtet die "Ärztliche Praxis".
-
In rund der
Hälfte der untersuchten Fälle regulierten sich die Werte
im Laufe der Zeit von selbst. Das habe die Untersuchung der
Blutproben von 972 Männern im Alter zwischen 35 und 89 Jahren
belegt.