Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Angiogenese
und Anti-Angiogenese
- [Ab
einer bestimmten Größe, die mit etwa 4 mm angegeben
wird, benötigt ein Tumor die Zufuhr von Nährstoffen und
damit von Blut, um weiter wachsen zu können. Zu diesem Zweck
sendet er Botenstoffe aus, die bewirken, dass sich von nahe
gelegenen Blutgefäßen her neue Blutgefäße
("Abzweigungen") zu ihm hin entwickeln. Dieses Bilden
neuer Blutgefäße wird als Angiogenese bezeichnet. Dies
sind die einzigen neuen Blutgefäße, die sich im Körper
eines erwachsenen Menschen noch bilden können.
Will man dem
Tumor oder einer Metastase die Nahrungszufuhr abschneiden, so muss
man Mittel und Wege finden, das Bilden neuer Blutgefäße
im Körper grundsätzlich zu unterbinden. Dies ist dann die
Anti-Angiogenese oder Angiogenese-Hemmung.
Eines der bekanntesten
anti-angiogen wirkenden Medikamente ist Thalidomid.
– Ed]
- Gerard
(US) verwies am 27.10.2004 auf die folgende Webseite:
-
http://www.nzz.ch/servlets/ch.nzz.newzz.DruckformatServlet?url=/2004/10/27/ft/article9XXO7.nzzoml
- HWL schrieb am 27.2.2005:
-
In der letzten Zeit sind in den einschlägigen Medien eine
Anzahl von mehr oder weniger fachgerechten Veröffentlichungen
zum Thema der Angionesehemmer (Tumor-Wachstumsverhinderer)
erschienen. Nachfolgend eine (von mir aktualisierte)
Veröffentlichung von Dr. Joachim Drevs, Institut für
Tumorbiologie an der Universität Freiburg, der wegen seiner
bisherigen Forschungsarbeiten gemeinsam mit den Wissenschaftlern von
Schering und Novartis beim Darmkrebsmedikament PTK/ZK internationale
Aufmerksamkeit erhielt.
-
Er wurde bereits am 17.01.2004 in einer Fernsehsendung des WDR von
dem Moderator Frank Elsner mit den seinerzeitigen Ergebnissen der
Tumorforschung ("Gefässblocker-Studie")vorgestellt.
Aus dem Sendebericht geht hervor, dass neben den bisherige
Forschungen neue Untersuchungen zur Hemmung der Gefässneubildung
laufen. Hier werden die Stichworte Endothelin und Selektine genannt
und es wird angemerkt, dass "rasch entsprechende Hemmstoffe für
die Anwendung am Patienten" entwickelt werden sollen, um
dadurch u.a. die Metastasierung eines Carzinoms zu verhindern. In
diesem Zusammenhang wird das "MCP (Modifiziertes Citrus Pektin)
als naturheilkundliches Mittel auf der Basis mittelkettiger Pektine"
erwähnt, mit dem die "Hemmung der Metastasierung von
Tumoren angestrebt" wird. Es ist bekannt, dass u.a. gemeinsam
mit der Universität Giessen in mehreren Krankenhäusern in
Deutschland bereits mit MCP klinische Untersuchungen in Phase III
durchgeführt werden und zwar mit Brustkrebs-Patientinnen und
Prostata-Patienten.
-
Blutversorgung des Tumors soll gehemmt werden
-
Ohne Nährstoffe kein Tumorwachstum
-
Im Rahmen einer weltweiten klinischen Studie (Phase I) war in der
Klinik für Tumorbiologie in Freiburg vier Jahre lang ein neuer
Wirkstoff auf Verträglichkeit überprüft worden, der
das Wachstum von Tumoren hemmen und die Bildung von Metastasen
verhindern sollte. Inzwischen liegen die ersten Ergebnisse dieser im
Auftrag der Pharmafirmen Schering und Novartis durchgeführten
Studie vor. Die abschliessenden Ergebnisse aus Phase III werden im
Mai/Juni 2005 veröffentlicht.
-
Ein kritisches Stadium für den Patienten mit einer
Tumorerkrankung ist erreicht, wenn sich Metastasen gebildet haben.
Dann reicht die Behandlung mittels Chirurgie, Strahlentherapie,
Chemotherapie leider oft nicht mehr aus. Die Bemühungen der
Krebsforschung, hier neue Therapiestrategien zu finden, laufen auf
Hochtouren. Als hoffnungsvoller Ansatz kristallisierte sich in den
letzten Jahren die Antiangiogenese heraus. Ihr Ziel ist es, sowohl
das Tumorwachstum als auch die Metastasierung zu hemmen.
-
Grundlage dieses Ansatzes ist die Erkenntnis, dass Krebszellen, um
wachsen und Metastasen bilden zu können, einen Anschluss an das
vorhandene Blutgefäßsystem brauchen, über den sie
sich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Zu diesem Zweck
produzieren sie sogenannte angiogene Faktoren. Diese wirken wie
Signale, mit denen Blutkapillaren, die sich in der Nähe des
Tumors befinden, angelockt werden, um an den Tumor „andocken“
und neue Blutgefäße bilden zu können. So entsteht
eine Art „Versorgungspipeline“ in den Tumor. Dieser
Prozess, Angiogenese genannt, wird für das Fortschreiten der
Krebserkrankung verantwortlich gemacht. Die Angiogenese führt
jedoch nicht nur dazu, dass der Tumor wachsen kann. Über die
neu gebildeten Blutgefäße können die Krebszellen
auch in die Blutbahn eingeschleust werden und Metastasen bilden.
-
Der wichtigste an der Angiogenese beteiligte Wachstumsfaktor ist der
„Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). Dieser wird in
fast allen Tumoren vermehrt produziert und trägt zur Bildung
der neuen, in den Tumor hineinwachsenden Blutgefäße bei.
In Zusammenarbeit mit den Pharmafirmen Schering und Novartis ist es
im Institut für Molekulare Onkologie an der Klinik für
Tumorbiologie der Universität Freiburg gelungen, eine Substanz
zu entwickeln, die in der Lage ist, diese Gefäßneubildung
völlig oder teilweise zu verhindern.
-
Nach den präklinischen Studien wurde dieser Wirkstoff
(PTK787/ZK222584 oder Vatalanib), der das Wachstum von Tumoren und
die Bildung von Metastasen hemmen soll, im Rahmen der weltweiten
klinischen Studie auf Verträglichkeit überprüft. Die
Ergebnisse dieser Untersuchung haben internationale Anerkennung
erfahren, da es mittels innovativer Diagnostik erstmals gelungen
ist, eine biologisch aktive Dosis für einen VEGF Hemmstoff zu
ermitteln. Damit war die Festlegung der optimalen Dosis unabhängig
von Nebenwirkungen möglich.
-
Zusammenfassend lässt sich für Vatalanib festhalten, dass
es sich um eine gut verträgliche Substanz handelt. An
Nebenwirkungen wurden insbesondere Blutdruckerhöhung, Schwindel
und Übelkeit beobachtet. Die Gabe in Form von Tabletten führte
zu ausreichenden Wirkspiegeln in Blut der behandelten Patienten. Bei
der Untersuchung von Vatalanib wurden sehr unterschiedliche
Patienten mit sehr unterschiedlichen Dosierungen behandelt. Schon in
Phase I der Studie konnte bei 44 Prozent der Patienten eine
Krankheitsstabilisierung bis zu 15 Monaten erreicht werden. Bei
zwölf Prozent der Patienten kam es damals zu einer
Teilrückbildung des Tumors. Dass Vatalanib letztlich die
erhoffte Wirkung zeigte, wurde in den Studien der Phase II und III
geklärt und als Ergebnis die Zulassung zur Markteinführung
geplant.
-
Inzwischen hat die präklinischen Forschung weitere Fortschritte
gemacht. In der Klinik für Tumorbiologie starteten zwei neue
Studien mit weiterentwickelten VEGF Inhibitoren der Firmen Böhringer
Ingelheim und AstraZeneca. In diesem Rahmen werden zum einen wieder
die optimale Dosierung und die Verträglichkeit ermittelt, zum
anderen die Verteilung des Medikaments im Blut. Wie alle Studien
unterliegt auch diese der Kontrolle der Ethik Kommission.
- Jörg(O) fragte am 11.3.2006:
-
in unserem Forum wurde darauf hingewiesen,
dass die Metastasen sehr viel schneller wachsen (explodieren)
würden, wenn die Muttertumor entfernt wird. Meine Frage an
Euch: wo kann ich das nachlesen und gibt es darüber Studien?
-
WinfriedW meinte am selben Tag:
-
Zitat:
-
... dass die Metastasen sehr viel schneller
wachsen (explodieren) würden, wenn die Muttertumor entfernt
wird.
-
Wohlweislich im Tierversuch (Labormäuse)!
-
Zitat:
-
... wo kann ich das nachlesen ...
-
Hier: http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/tad_neu.zip
-
Zitat:
-
... gibt es darüber Studien?
-
Nein!
-
Kann man glauben, muss man nicht.
-
Dem widersprach Ralf am selben Tag:
-
Zitat:
-
... gibt es darüber Studien?
-
Nein!
-
Falsch. In Boston forscht seit Jahrzehnten Dr.
Judah Folkman auf dem Gebiet. Ich habe jetzt etwas in Angriff
genommen, was ich schon seit langem als Projekt vor mir her schiebe,
nämlich die einschlägigen (acht) Videoclips zu übersetzen,
die es über diese Forschung gibt. Die erste
Übersetzung mit zu dem Thema
relevanten Aussagen liegt jetzt bei den KISP-Texten, alles weitere
dort im Kopftext.
-
Zitat:
-
Kann man glauben, muss man nicht.
-
Richtig.
-
Am 15.3.2006 ergänzte Ralf:
-
die Übersetzung der Untertitel zu den
acht Videoclips, die ich vor einigen Tagen ankündigte, ist
fertig und liegt bei den KISP-Texten
(www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/CancerWarriors.pdf,
19 Seiten, 254 KB). Es geht um die Entdeckung der Angiogenese
(Gefäßneubildung bei Metastasen), die Suche nach einem
Mittel, das diesen unerwünschten Prozess hemmt, die klinische
Erprobung dieses Mittels, die Wiederentdeckung von Thalidomid und
noch einiges andere mehr. Ich finde diesen Einblick, wie Forschung
funktioniert und warum manches dabei so lange dauert, ganz spannend
und hoffe, dass einige von Euch meine "kleine Übersetzung
zwischendurch" auch interessant finden.
-
Es ist halt ein kleiner Blick über den
Tellerrand.
-
Schorschel schrieb am selben Tag:
-
Herzlichen Dank für die Übersetzungen!
Ich finde das Thema höchst interessant!
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Eine Frage: Du schreibst von "Gefäßneubildung
bei Metastasen". Gilt das Ganze nicht auch beim Primärtumor?
Ich frage, weil beim TRUS mit Farbdoppler ja die "pathologische
Gefäßtätigkeit" farblich visualisiert wird, d.
h. Gefäßaktivitäten, die bei einer gesunden Prostata
nicht vorhanden wären.
-
Müssten Angiogenese-Hemmer dann nicht
auch das Wachstum des Primärtumors verlangsamen, indem sie
diese pathologische Gefäßtätigkeit unterbinden oder
hemmen? Oder mache ich da einen Gedankenfehler?
-
Für mich und für andere Mitstreiter,
die wir – hoffentlich – noch ohne Metastasen sind, wäre
das wichtig zu wissen! Danke für Aufklärung!
-
Ralf meinte:
-
nach meinem Verständnis hat der
Muttertumor das gar nicht nötig. Er bildet sich ja in einem
warmen Nest, in gut durchblutetem Gewebe, und braucht keine neuen
Blutgefäße. Anders sieht es bei den Metastasen aus. Die
fangen als einzelne Krebszellen oder vielleicht kleine Zellklumpen
klein an, siedeln sich irgendwo an und müssen nun sehen, dass
sie sich an die Nährstoffversorgung und Abfallabfuhr
anschließen, um weiter wachsen zu können.
-
Ich habe auch schon ein- oder zweimal
geschrieben, dass die Sache mit dem antiangiogenen Cocktail mehr
miss- als richtig verstanden wird. Wirkstoffe wie Thalidomid,
Celebrex und Co. sollen die Blutgefäßneubildung (eben die
Angiogenese) hemmen, sie können nicht bereits vorhandene
Blutgefäße wieder rückbilden, und der Muttertumor
ist eh gut versorgt. Dehalb kann sich ihre Wirkung nicht in einem
PSA-Rückgang bemerkbar machen, sondern im besten Fall indirekt,
in einem Verlangsamen oder sogar Stillstand des PSA-Anstiegs.
-
Ich bin angesichts der Tatsache, dass die
Clips ja von 2001 sind, auch gefragt worden, ob es auf dem Gebiet
der Angiogeneseforschung seitdem etwas Neues gibt. Wenn man bei
Google z. B. "Folkman" und "Endostatin" eingibt,
werden 131 Fundstellen angezeigt (demnächst wahrscheinlich 132,
wenn Google den Text bei KISP entdeckt). Der erste,
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/pza/2004-17/pharm1.htm,
stammt immerhin von 2004 (die weiteren habe ich mir in der Kürze
der Zeit noch nicht angeschaut).
-
Und ich denke, dass angesichts der
vorangegangenen vierzig Jahre Forschung, bevor etwas dabei
herauskam, vier Jahre nur eine kurze Zeit ist. Der Bericht führt
uns eindrucksvoll vor Augen, ein wie mühsames Geschäft
diese Forschung war und ist, und dass die Forscher außer dem
richtigen Riecher auch eine Portion Glück brauchen, um
weiterzukommen. Auch Studien und deren Auswertung brauchen ihre
Zeit.
-
Es kann wahrscheinlich zum heutigen zeitpunkt
auch noch niemand sagen, ob die Antiangiogenetika wie Endostatin und
Angiostatin (die Rede ist von annähernd 20 solcher Stoffe, die
man bis 2001 gefunden hatte) bei allen soliden Tumoren gleich gut,
oder ob sie eher spezifisch wirken.
- HWL schrieb am
28.3.2006:
-
In einem Interview zum Thema „Krebs als
chronische Krankheit“ hatte Prof. Dr. Dieter Marmé,
Direktor des Instituts für Molekulare Onkologie, Klinik für
Tumorbiologie an der Uni Freiburg, kürzlich eine interessante
These vertreten. Es ging dabei um die Chancen einer neuen
Tumorbehandlung, die auf dem letzten Krebskongress in Berlin für
wesentliche Aufmerksamkeit sorgte.
-
Nach seinen Aussagen sind die hier relevanten
Angionesehemmer gegen Darm- und Nierenzellkrebs bereits auf dem
Markt oder stehen kurz vor der Zulassung. Entsprechende Wirkstoffe
gegen Brustkrebs, Leberkrebs und Lungenkrebs würden zur Zeit in
Phase III getestet. Man will letztlich alle soliden Tumore, die
Metastasen bilden und stark durchblutet sind mit angepassten
Angionesehemmern behandeln. Die verschiedenen neuen Wirkstoffe
hemmen das Wachstum der Gefäße, die den Tumor mit
Nährstoffen versorgen, wobei die Blutgefäße
praktisch „verkümmern“. Leider seien diese
Angionesehemmer allein noch nicht genügend wirksam, um das
Tumorwachstum zu stoppen, sodaß man immer noch eine auf den
vorhandenen Tumor abgestimmte Kombination mit herkömmlichen
Therapieformen benötigt, abhängig von Art und Schwere der
Erkrankung. Die bisherigen Test wurden an Patienten mit sehr
aggressiven Tumoren und Metastasen durchgeführt und führten
zur Aussage, dass der Erfolg der Behandlung umso größer
sei, je früher man damit beginne. Ziel ist es, den Krebs durch
die neuen Wirkstoffe in eine chronische, behandelbare Erkrankung zu
verwandeln.
-
Da in dem Interview davon gesprochen wird,
dass man derzeit die Wirkung auf Brustkrebs in Phase III prüfe,
der Brustkrebs aber nach meiner Kenntnis sich in vieler Hinsicht wie
der Prostatakrebs verhält, werde ich Herrn Prof. Marmé
zu dieser Frage anschreiben und von seiner Antwort berichten.
-
Quelle: FOCUS Nr. 13, 27.03.2006, Seite 100
- Günter Feick
schrieb am 19.5.2006:
-
anbei Auszüge von der nationalen
Versammlung der American Association for Cancer Research (AACR) zum
Thema Antiangiogenese und Prostatakrebs. Nur den kleineren Teil habe
ich übersetzt. Die gesamten Notizen zu diesem Teil des
Kongresse, geschrieben von Jim Waldenfels, zum Schluss dieser
Information.
-
Auszug aus Jim Waldenfels' Notizen -
-
Dr. Rakesh Jain, Harvard Medical School,
informierte unsere Gruppe über das Schließen einer
Wissenslücke bezüglich der Antiangiogenese und den
Wirkungsweg von Medikamenten im Patienten. Dr. Jain ist an Harvard
ein Kollege von Dr. Folkman, dem "Vater" der
Antiangiogenese.
-
Originalnotizen von Jim Waldenfels:
-
The news about progress with
anti-angiogenesis, discussed briefly earlier, was most encouraging.
We learned that tumors cannot grow larger than a beebe without a
blood supply. Until recently the news about anti-angiogenesis
therapy was discouraging. Dr. Judah Folkman’s theory,
published in 1971, just did not seem to be panning out in practice.
There was no proof of effectiveness of anti-angiogenesis therapy for
decades. However, during this time of great skepticism, in 2004 the
first success in a clinical trial was published, and now, with the
FDA approving anti-angiogenesis drugs at a rapid pace, the cancer
community has become excited about this therapy. Lots of work is
being done, with 130 clinical trials in progress involving 25 tumor
types. When Dr. Folkman published his theory in 1971, there were two
other publications on anti-angiogenesis. Through 2002 that total had
risen to 16,804. Current research includes using anti-angiogenesis
in an adjuvant role, in contrast to its previous use in late-stage
disease. The company producing the anti-angiogenesis drug Avastin
cannot hire people quickly enough to run the trials it would like.
Clearly there is a need to monitor side effects, but if there is a
problem, the therapy can be adjusted.
-
Dr. Jain made the surprising statement that it
appears anti-angiogenesis drugs may work by making the tumor’s
blood supply system work better, thereby increasing the blood
supply, but also enabling more effective drug delivery to the tumor!
It’s not as contradictory as it looks at first. Apparently the
blood vessels in the tumor are disorganized and chaotic; Dr. Jain
showed us photos that demonstrated this. With “judicious”
use, the anti-angiogenesis drugs seem to winnow the vessels, leaving
stronger but fewer vessels in the end. Dr. Jain used the analogy of
a city with highly disorganized highways. The anti-angiogenesis drug
is like an engineering/construction team that replaces the old
system with a modern, efficient system. With the more efficient
blood vessel system in the tumor, drugs can be delivered at smaller
doses and still be effective. He also noted that tumors are more
aggressive if they are short of oxygen, a state known as hypoxia. A
better blood supply can supply more oxygen, theoretically reducing
hypoxia and thereby reducing aggressiveness, and he speculated that
even hyperbaric treatment might be more effective in conjunction
with anti-angiogenesis used to improve delivery of blood to the
tumor. He also noted that radiation is more effective if you can
reduce hypoxia. He concluded with a caution that anti-angiogenesis
drugs alone will not work as they do not kill all the blood vessels.
-
Übersetzung:
-
Die bereits vorher kurz diskutierten
Neuigkeiten zum Fortschritt bei der Anti-Angiogenese waren höchst
ermutigend. Wir erfuhren, dass Tumore ohne Blutzufuhr nicht größer
als ein "beebe" [unbekannter Ausdruck – Anm. d.
Übers.] werden können.
Bis vor kurzem waren die Nachrichten zu anti-angiogenen Therapien
entmutigend. Dr. Judah Folkmans 1971 publizierte Theorie schien in
der Praxis nicht gut zu laufen. Es gab jahrzehntelang keinen Beleg
für die Wirksamkeit antiangiogener Therapien. Allerdings wurde
in dieser Zeit großer Skepsis, 2004, über den ersten
Erfolg in einer klinischen Studie berichtet, da die FDA in schnellem
Tempo anti-angiogene Medikamenten zulässt, ereifert sich die
Krebsgemeinde über diese Therapie. Es wird viel Arbeit
hineingesteckt, mit 130 laufenden klinischen Versuchen an 25
Tumorarten. Als Dr. Folkman 1971 seine Theorie veröffentlichte,
gab es zwei weitere Veröffentlichungen zur Antiangiogenese. Im
Laufe des Jahres 2002 stieg diese Gesamtzahl auf 16.804. Gegenwärtig
wird unter anderem an Antiangiogenese in einer adjuvanten Rolle
geforscht, anders als ihre bisherige Anwendung im Spätstadium.
Die Firma, die das antiangiogene Medikament Avastin herstellt, kann
gar nicht schnell genug Leute einstellen, um die Versuche
durchzuführen, die sie gerne machen würde. Sicher mus man
die Nebenwirkungen im Auge behalten, aber wenn da ein Problem
besteht, kann die Behandlung angepasst werden.
-
Dr. Jain traf die überraschende
Feststellung, dass es scheint als wirkten antiangiogene Medikamente,
indem sie das System der Blutversorgung des Tumors verbesserten,
dabei die Blutversorgung erhöhen, aber auch eine wirksamere
Medikamentenzufuhr zum Tumor ermöglichten! Das ist nicht so
widersprüchlich, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Offensichtlich sind die Blutgefäße im Tumor
desorganisiert und chaotisch. Dr. Jain zeigte hierzu Aufnahmen, die
dies demonstrierten. Bei "vernünftiger" Anwendung
scheinen Antiangiogenese fördernde Medikamente die Blutgefäße
auseinanderzusortieren und stärkere, aber weniger Gefäße
zu hinterlassen. Dr. Jain benutzte die Analogie einer Großstadt
mit hochgradig desorganisierten Schnellstraßen. Das
antiangiogene Medikament ist wie ein Bautrupp, der das alte System
durch ein modernes, effizientes System ersetzt. Durch das
effizientere Blutgefäßsystem im Tumor können
Medikamente in geringeren Dosen zugeführt werden und trotzdem
wirksam sein. Er stellte ebenfalls fest, dass Tumorzellen bei
Sauerstoffknappheit aggressiver sind, einem Zustand, der als Hypoxie
bekannt ist. Eine bessere Durchblutung kann mehr Sauerstoff
heranführen, theoretisch die Hypoxie und damit auch die
Aggessivität vermindern, und er spekulierte, dass sogar eine
Überdruckbehandlung in Verbindung mit Antiangiogenese wirksamer
sein könne, wenn sie eingesetzt wird, um die Blutzufuhr des
Tumors zu erhöhen. Er stellte auch fest, dass Bestrahlung
besser wirkt, wenn man die Hypoxie vermindern kann. Er beschloss mit
einer Warnung, dass antiangiogene Medikamente allein nicht
funktioieren würden, da sie nicht alle Blutgefäße
abtöteten.
-
[Übersetzung durch den Editor]