Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Androgenrezeptoren
und Androgenresistenz
- Carola-Elke schrieb am 26.5.2006:
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die größte Angst eines Patienten, der sich auf eine
Hormonblockade als Therapie einlässt, ist die inzwischen des
öfteren angesprochene Androgenresistenz, die bisher
therapeutisch kaum zu managen ist. Das einzige zugelassene
Medikament, das zum Einsatz kommt, ist in Deutschland offiziell
Taxotere.
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Off-Label-Therapien sind immer noch experimentell und langfristig
nicht wirklich überzeugend, wenn man den wenigen
veröffentlichten Zahlen glauben darf. Honvan wurde vom Markt
genommen, weil ein Patent auslief, wenn ich das richtig in
Erinnerung habe?
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Dr. Eichhorn schrieb einmal recht aufgebracht, als ich es für
unzureichend hielt, sich alleine auf Taxotere zu verlassen, zurück:
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http://www.prostatakrebs-bps.de/extern/ehemaligesforum/4473814.html
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Nun verfolge ich das Thema PK seit gut drei Jahren und stelle fest,
dass es in der molekulargenetischen Analyse gewisse
Veröffentlichungen gibt, die ihren Ursprung bereits vor viel
längerer Zeit haben – s. Quellenangaben. Auf der anderen
Seite, was wirksame oder gar kurative Therapien ab der
Androgenresistenz-Phase des PCa angeht, gibt es im Vergleich dazu
kaum Berichte über wesentliche Fortschritte.
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Woran liegt es?
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Ich gebe Winfried absolut Recht, wenn er sich darüber aufregt
und er trotz seiner Bemühungen gerade von den sog. Kapazitäten
auf klinisch-urologischem Gebiet meistens abwertende Stellungnahmen
ihren Kollegen gegenüber erhält, also den Pathologen und
Cytologen, die sich mit den Ursachen der Therapieresistenzen
allgemein beschäftigen.
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Anstatt dass alle Mediziner gemeinsam in einem Boot sitzen und sich
für eine Entwicklung wirksamer Medikamente auf neuestem
wissenschaftlichem Stand der Forschung einsetzen, zeigt leider die
Mehrheit der praktizierenden Urologen und Onkologen auf diesem
Gebiet wenig Interesse.
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Wenn man sich vor Augen führt, dass beinahe jeder zweite Mann
>60 irgendwann in seinem Leben mit der Diagnose "Prostatakrebs"
und inzwischen dank der PSA-Früherkennung in hohem Maße
sehr viel jüngere Männer diese Diagnose gestellt bekommen,
muss man sich ernsthaft fragen, warum in den vergangenen Jahren so
wenig auf pharmakologischem Sektor passierte, obwohl objektiv eine
dringende Nachfrage seitens der Patienten besteht.
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Ich persönlich halte die Zeit für überreif, dass nach
der Einleitung der "PSA-Ära" nun eine neue
"onkologische Ära" hinzukommen sollte.
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Bloss, wie erreicht man das am ehesten?
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Wen es interessiert – es ist oft besser, sich im
Inhaltsverzeichnis die Abschnitte herauszusuchen, die einen direkt
betreffen.
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Links zur Androgenrezeptor-Thematik:
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http://www.kup.at/kup/pdf/1119.pdf
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http://kup.at/kup/pdf/4697.pdf
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http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss...67/pdf/djs.pdf
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und:
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http://diglib.uni-magdeburg.de/Disse.../albroepke.pdf
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Hieraus die Zusammenfassung molekurbiologischen Fragestellungen, die
therapeutisch am besten wie umzusetzen wären:
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"Die Inhibierung der Androgen-Produktion bzw. die Blockade des
AR spielen dabei eine zentrale Rolle, da primäre
Prostatakarzinome in ihrem Wachstum androgenabhängig
sind.
Durch die Antiandrogentherapie kommt es zur Apoptose der
androgenabhängigen Prostatazellen (Isaacs et al., 1994; Tang et
al., 1997). -
Die hormonelle Androgenentzugstherapie erfolgt mit Agonisten des
Luteinisierungshormon-Releasing-Hormons (LHRH), die Blockierung der
Funktion des AR entweder durch steroidale (Crypteronacetat) oder
nichtsteroidale (Hydroxyflutamid oder Bicalutamid) Verbindungen.
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Andere Therapieformen gehen von einer Hemmung der 5α-Reduktase,
die das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt, mit
Finasterid aus.
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Nachsorge-Untersuchungen zeigen jedoch bei vielen Patienten (etwa
80 %) nach einigen Monaten bis Jahren der zunächst
erfolgreichen Antiandrogentherapie einen erneuten Anstieg der
PSA-Konzentration im Serum (Petrylak, 1999). Bei diesen Patienten
kam es im Laufe der Antiandrogentherapie zu einer erneuten
Progression oder Metastasierung der Erkrankung.
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Etwa 25 % der Patienten zeigen bereits primär kein
Ansprechen auf die Antiandrogentherapie (Konety und Getzenberg,
1997).
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Bei diesen hormonrefraktären Prostatakarzinomen kann eine
zytostatische Chemotherapie angewandt werden. Die Effektivität
dieser Behandlungsform ist jedoch gering und weist eine maximale
Ansprechrate von 30% auf (Wirth, 1990).
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Fünf unterschiedliche Pathomechanismen, die zu einem
androgenunabhängigen Prostatakarzinom führen können,
kommen in Frage (Feldman und Feldman, 2001):
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a) Der hypersensitive Mechanismus beruht auf einer Amplifikation des
AR-Genlokus (Visakorpi et al., 1995) oder auf einer verstärkten
Umwandlung von Testosteron in das aktivere Dihydrotestosteron
(Makridakis et al., 1997).
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b) Auf Grund von Mutationen des AR-Gens kann der AR auch durch
andere Steroidhormone oder Nicht-Steroide wie Hydroxyflutamid
aktiviert werden (Buchanan et al., 2001).
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Ebenfalls können auch veränderte Co-Faktoren des AR zu
einem Prostatawachstum, auch bei niedrigen Androgenkonzentrationen,
führen (Gregory et al., 2001).
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c) Eine dritte Möglichkeit des androgenunabhängigen
Wachstums von Prostatakarzinomen ergibt sich aus der Aktivierung von
Rezeptor-Tyrosin-Kinasen, die wiederum über den Proteinkinase
B- oder den MAP-Kinase-Signalweg zur Phosphorylierung des AR führen.
Der AR wird somit bei diesem Mechanismus unabhängig von einem
Liganden aktiviert (Culig et al., 1994; Graff et al., 2000).
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d) Ein vierter Mechanismus könnte darin bestehen, dass
androgenunabhängige Signalwege aktiviert werden. Das Protein
BCL2 (B-cell lymphoma 2), welches die Apoptose blockiert, ist ein
Kandidat für diesen Mechanismus. BCL2 wird in
androgenunabhängigen Prostatakarzinomen häufig exprimiert,
dagegen in den normalen sekretorischen Zellen der Prostata nicht
(McDonald et al., 1992).
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e) Schließlich postulierte Isaacs (1999) eine mögliche
fünfte Theorie, bei der eine Subpopulation androgenunabhängiger
Zellen bereits vor der Therapie vorhanden sein soll.
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Das Prostataepithel entwickelt sich aus einer Stammzellpopulation,
die sich permanent unter dem Einfluss von Wachstumsfaktoren,
unabhängig von Androgenen teilt und aus der sich die
Basalzellen bilden (Bonkhoff und Remberger, 1996).
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Durch eine Antiandrogentherapie würden also alle
androgenabhängigen Zellen entfernt, nur die Stammzellen bleiben
übrig und würden weiter proliferieren."
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