Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

    Ärzte – Dr. Strum

Dr. F. Eichhorn schrieb am 9.5.2004:
Niemand kann besser erklären warum er ein Buch über Prostatakrebs für Patienten und Angehörige geschrieben hat als Dr. Strum selbst. Ich zitiere sinngemäß aus dem Life Extension Magazin von Juni 2003 S. 50 - 51:
"Es gibt viele tausend wissenschaftliche Artikel über das Prostata-Karzinom. Die Zahl der medizinischen Fachzeitschriften steigt ständig weiter an. Damit verbunden ist eine exponentielle Zunahme von Informationen über diese Krankheit. Die monumentale Herausforderung für den Arzt besteht darin "auf dem Laufenden zu bleiben" um wichtige neue Erkenntnisse möglichst umgehend zur besseren Betreuung seiner Patienten einsetzen zu können. Und das in einem durch bizarre ökonomische Zwänge bestimmten medizinischen Alltag. Das ist das Herz und die Seele einer sogenannten übertragenden Medizin: nämlich das auch anzuwenden was wir gelernt haben, indem wir Forschungsergebnisse sozusagen bis zum Bett unserer Patienten bringen.
Ich weiß aus 40jähriger Erfahrung , einer Zeit in der ich die Evolution der Medizin und die Behandlungsergebnisse von tausenden von Männern beobachten konnte, dass die aktive Mitarbeit des Patienten und seines Partners entscheidend ist für ein optimales Ergebnis.
In der Besten aller Welten sollte auch der Arzt in die Zusammenarbeit mit dem Patienten und seiner Angehörigen mit einbezogen werden. Davon kann man aber leider in aller Regel nicht ausgehen. Stattdessen entfernt sich der Arzt immer weiter vom Patienten und seinen Angehörigen, weil er von den Einschränkungen einer verwalteten Versorgung, überbordenden Kosten und einer zunehmenden Bürokratisierung des Lebens überrollt wird. Unter solchen Umständen muss der geschulte, gut informierte Patient und sein Partner zur Selbstverständlichkeit werden.
Der Zugang zum Internet und zu anderen Informationsquellen könnte dem Konzept der "übertragenden Medizin" eine Überlebenschance geben und hoffentlich den richtigen Stellenwert im Leben vieler Männer und ihrer Familien bekommen. Aus diesem Grund haben D. Pogliano und ich jahrelang an dem Leitfaden zum Thema Prostatakrebs, der Führer für den geschulten Patienten, gearbeitet.
Die Arbeit vieler tausend Ärzte und Wissenschaftler auf der ganzen Welt gibt uns die Möglichkeit die Zahl der Patienten, die am Prostata-Karzinom erkranken und sterben, dramatisch zu reduzieren. Für die Betroffenen ist es von entscheidender Bedeutung, diese Bemühungen Früchte tragen zu lassen, in dem sie sich für eine lebenslange Änderung ihres Lebensstils entscheiden.
Du bist es Dir selbst und Deiner Familie schuldig die notwendigen Schritte zu tun – wenn Du sie noch nicht getan hast. Es kann Dir Dein Leben retten.
Stephen B. Strum, M.D. - Ashland, Oregon 2003"
Dr. Strum ist Onkologe und hat sich seit 20 Jahren auf die Behandlung des Prostata-Karzinom spezialisiert. Er ist Mitbegründer des PCRI (Prostate Cancer Research Institut www.pcri.org) und betreut über das Internet Patienten auf der ganzen Welt. Sein Konzept der Patientenaufklärung und Schulung ist in Amerika sehr erfolgreich. Donna Pogliano ist die Ehefrau eines Prostatakrebs - Patienten und langjährige Mitstreiterin in verschiedenen Internet - Foren und E-Mail Listen. Die Mitgliederzahl von Selbsthilfegruppen steigt rasant an. Jeder Patient der sich hilfesuchend an US TOO - die größte Prostataselbsthilfegruppe in Amerika - wendet, bekommt den Leitfaden zum Thema Prostatakrebs in einem Starterkit zugeschickt.
Der Leitfaden Prostatakrebs ist ganz darauf abgestimmt, dem Patienten Schritt für Schritt über neue Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie des Prostata-Karzinoms zu informieren und zu schulen. Er soll zu einem kompetenten Gesprächspartner für seine behandelnden Ärzte (Urologen, Radiologen, Chirurgen, Onkologen) werden. In dem Buch werden Untersuchungen und Behandlungsmethoden beschrieben die in Deutschland noch relativ unbekannt sind. Ich halte es für durchaus wünschenswert, dass so ein Druck vonseiten der Patienten auf Ärzte, Kostenträger und Politiker ausgeht, damit endlich auch bei uns die Betroffenen eine Versorgung nach neuestem wissenschaftlichen Stand erhalten. Die Politik muss umgehend in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden, damit nicht wie es zurzeit leider der Fall ist dem Arzt die ethische und ökonomische Verantwortung bei Entscheidungen zu neuen Untersuchungen und Behandlungsverfahren aufgebürdet wird (siehe die aktuelle Diskussion um die Off Label-Therapie mit Taxotere). Es gibt in deutscher Sprache kein Buch in dem das Konzept von Dr. Strum beschrieben wird. Es gibt kein in deutscher Sprache geschriebenes Buch das die Fortschritte im Kampf gegen den Prostatakrebs aus verschiedenen Fachdisziplinen wie Pathologie, Strahlentherapie und Onkologie ähnlich übersichtlich zusammenfasst. Besonders wertvoll sind die vielen Tipps im Umgang mit dem Ärztestand und die Anleitungen zur Dokumentation der eigenen Krankengeschichte. Es steht für mich außer Frage, dass die deutsche Übersetzung des Buches von Dr. Strum und D. Pogliano ein großer Gewinn für viele tausend Prostatakrebspatienten und ihrer Angehörigen in Deutschland wäre.