Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

    Ärzte – Prof. Dr. Klaus Maar

[Prof. Dr. Klaus Maar ist Verfasser der drei Bücher
Rebell gegen den Krebs – Grundlagen der biologischen Krebstherapie – Die andere Krebstherapie,
Die Wahrheit über Prostatakrebs – Neue Wege in Behandlung und Vorsorge (2008),
Hoffnung gegen Krebs,
in denen er zur Behandlung diverser Krebsentitäten eine „biologische Intensivtherapie“ propagiert. Ulrich schrieb am 26.6.2006 mehr dazu (siehe weiter unten). – Ed]
Harrüt fragte am 26.6.2006:
Hat schon jemand Erfahrungen mit der biologischen Intensivtherapie von Prof. Maar gemacht? Nach OP und Hormonblockade und ansteigendem PSA mit Knochenmetastasen steht mir wahrscheinlich nach der Schulmedizin eine Chemotherapie bevor. Prof. Maar befürwortet dies in seinem neuesten Buch nicht. Ich bin ziemlich verunsichert im Moment.
Ulrich antwortete am selben Tag:
Ich habe selbst keine Erfahrungen mit der Therapie nach Klaus Maar.
Klaus Maar: Rebell gegen den Krebs
Biologische Intensivtherapie – neue Hoffnung für Patienten? - 22,90 Euro.
Prof. Maar setzt bei seiner Therapie auf durchweg anerkannte und bekannte Prinzipien. Doch die Kombination der verschiedenen Therapiemodule und die Intensität, mit der er sie anwendet, sind in dieser Form einmalig. Die nachfolgend beschriebenen Bausteine werden von vielen Patienten auch begleitend oder nach Chemotherapien genutzt.
Mistel: auch von vielen Schulmedizinern anerkannt. Die positive Wirkung von Mistelextrakten (Abtöten der Krebszellen und Aktivierung des Immunsystems durch die Erhöhung der Leukozyten) ist ein wichtiger Bestandteil der Biologischen Intensivtherapie. Allerdings verabreicht Prof. Maar sie nicht, wie sonst in der Naturmedizin üblich, subkutan, sondern in hoher Dosierung intravenös, um so auch die Mikrometastasen zu erreichen und zu zerstören. Verträglichkeitstests gehen der Behandlung natürlich voraus.
Leber- und Milzpeptide: Stärkung der Abwehrzellen. Als Dragees oder in Form von Injektionen werden Peptide (Eiweißstoffe) tierischer Herkunft eingesetzt. Diese verstärken die Tätigkeit der Abwehrzellen im Immunsystem und forcieren u. a. den Abbau von Zellgiften. Milzpeptide aktivieren das Immunsystem und Leberpeptide mindern die quälenden Nebenwirkungen der Chemotherapie.
Thymus: Training für das Immunsystem. Die Thymusdrüse ist ein für den Laien nahezu unbekanntes Organ. Dabei erfüllt dieses "Trainingslager für das Immunsystem" eine immens wichtige Rolle, denn dort werden die Lymphozyten, also die Spezialisten des Immunsystems, "aufgezogen" und "ausgebildet". Prof. Maar injiziert Thymusextrakt, der die Aktivitäten der Abwehrzellen unterstützt und für das Gleichgewicht der verschiedenen Zellen des Immunsystems sorgt, was für die Gesamtwirkung von essentieller Bedeutung ist.
Enzyme: verhindern Metastasierung und demaskieren Tumorzellen. Enzyme (Eiweiße) sind für den Stoffwechsel unentbehrlich. Ihre Wirkung auf Krebszellen wird seit über 100 Jahren erforscht, aber erst seit wenigen Jahren gibt es für den Einsatz eine gesicherte wissenschaftliche Basis. Hierin wird unter anderem belegt, dass zum Beispiel das Enzym Bromelain die "Anziehungsmoleküle“ blockiert und somit die Ausweitung der Krebszellen be- und sogar verhindern kann. Demaskierung: Tumorzellen "tarnen" sich vor dem Immunsystem durch die übermäßige Bildung von Fibrin (körpereigener Klebstoff, der Blutgerinnung bewirkt). Enzyme unterstützen den Abbau des Fibrins und machen somit den Weg frei für die natürlich Bekämpfung durch das Immunsystem.
Karzinomcocktail: Prof. Maar entwickelte eine spezielle Mischfusion aus Mistelextrakt, Leberpeptiden, Magnesium, Eisen, Selen oder Vitamin C, deren Bestandteile sich gegenseitig unterstützen und verstärken.
Hyperthermie: Abtötung von Krebszellen. Die Hyperthermie (Überwärmung) wird am ganzen Körper oder lokal angewandt. Sie beruht auf den Erkenntnissen, dass Tumorzellen durch Überwärmung abgetötet werden können. Die Hyperthermie wird nie als Monotherapie angewandt, sondern in Kombination mit anderen unterstützenden Maßnahmen. Besonders bei der Behandlung von Prostatakarzinomen wurden mit der Methode sehr gute Ergebnisse erzielt. Einige der eingesetzten Geräte wurden von Herrn Prof. Maar entwickelt.
Kolon-Hydrotherapie: Entgiftung. Eine Spülung des Dickdarms entfernt abgelagerte Rückstände und Giftstoffe. Dies ist ein wichtiger Entgiftungs- und Reinigungsprozess zur Vorbereitung auf die Biologische Intensivtherapie.
Antioxidantien: Kampf gegen schädigende freie Radikale. Enzyme, die den Vitaminen A, C und E, Mineralien und Spurenelementen helfen, freie Radikale einzudämmen und unschädlich zu machen. Epidemiologische Studien bestätigen, dass Menschen mit niedrigem antioxidativem Potential häufiger an Krebs erkranken. Prof. Maar verabreicht deshalb zum Beispiel Selen und Vitamin C.
Ozontherapie: natürliche Entgiftung. Ozoneinläufe unterstützen die entgiftende Wirkung über die großen Schleimhäute des Darms.
Ernährungsberatung: Längst nicht allen Patienten ist bewusst, wie wichtig eine ausgewogene, ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung und ein gesundes Maß an Bewegung nicht nur präventiv sondern auch während der Behandlung sind. Deshalb wird die Therapie durch eine individuelle Ernährungsberatung ergänzt.
Die Therapie von Klaus Maar umfasst einen ganzen Strauß von therapeutischen Einzelmaßnahmen - allerdings wird gesagt: begleitend oder nach einer Chemotherapie.
Möglicherweise haben ja andere Forenteilnehmer, wenn schon nicht mit der Therapie von Klaus Maar, so doch mit einigen der Elemente Erfahrungen, die sie dir, lieber Harrüt, mitteilen können.
Genauere Angaben zu deiner Krebserkrankung in deinem Profil habe ich nicht finden können. Solche Angaben sind immer hilfreich, wenn man Rat geben soll.
Über den Autor des Buches:
Professor Dr. med. Klaus Maar
1945: in Mainz geboren
1965-1971: Medizinstudium in Mainz und Lausanne (Schweiz), Ärztliche Prüfung und Erteilung der Approbation
1971-1973: Medizinalassistent in Mainz und an der Universitätsklinik in Hamburg/Eppendorf und den Städtischen Kliniken Ludwigsburg
1972: Promotion zum Dr. med. bei Prof. Kümmerle in Mainz
1973: Wehrdienst im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz
1978: Annerkennung zum Facharzt der Urologie, Mitglied der Deutschen und Europäischen Gesellschaft für Urologie
1978: Habilitation über Hormon-Nierenkarzinom-Rezeptoren, Erteilung der Lehrbefugnis
1978: Leitender Oberarzt an der Universitätsklinik Düsseldorf
1979: Aufnahme in das Verzeichnis "Who is who in medicine"
1983: Kommissarischer Direktor der Urologischen Universitätsklinik Düsseldorf
1985-1991: Urologische Praxis in Krefeld
1991: Erhalt der zusätzlichen Bezeichnung "Naturheilverfahren" durch die Ärztekammer Nordrhein-Westfalen
1991-1998: Biologisch-onkologische Praxis in Düsseldorf
1998-2000: Biologisches Krebszentrum in Bielefeld
seit 2000: Verlegung des Biologischen Krebszentrums nach Düsseldorf, Tagesklinik
Ich finde es klingt interessant. Wenn Du dazu neue Erkenntnisse hast, würde ich mich freuen, wenn Du diese für uns alle ins Forum stellst.
Michael schrieb einen Tag später:
Ich selbst war nach neiner schlimmen Diagnose beim Dr. Maar zur Beratung, nachdem ich ihn bei einem "Vortrag" erlebt hatte. Nach diesem Vortrag sprach ich ihn an, wobei er mir sehr viel Hoffnung gemacht hatte (seine Worte zu mir: seien Sie nicht so verzweifelt!) und mir riet, einen Beratungstermin telefonisch bei ihm einzuholen (natürlich rein privat). Ich bekam dann auch sehr schnell einen Termin, den ich dann auch mit meiner Frau wahrnahm. Was dann folgte, war für mich fast ein Horror. Nachdem meine Frau und ich vor Maars Schreibtisch Platz nahmen, wurde der Herr Dr. öfter angerufen, wobei er immer dann aufstand und sich wenigstens zum Telefonieren entfernte. Dann saß er wieder vor uns, hat kurz seine Therapie erklärt und musste wieder ins Nebenzimmer, wo einer seiner Patienten seine hochkonzentrierte Misteltinktur bekam. Nun saß er wieder vor uns und ich stellte ein oder zwei Fragen, sofort kam Dr. Maars Antwort, er würde die Behandlung bei mir sowieso ablehnen, weil ich selbst daran nicht glauben würde und ich seine Behandlungsmethoden in Zweifel ziehen würde. Er reichte uns die Hand und geleitete uns zum Ausgang. Ich war ziemlich schockiert, da ich mir keiner Schuld bewusst war. Ein paar Tage später kam dann die Rechnung nach GOÄ (ich bin Kassenpat.), die allerdings einen ganz normalen Steigerungssatz enthielt. Ich möchte mich hier jedes Kommentars enthalten.
[Michael starb am 18.10.2008 – Ed]
Ebenfalls am 27.6.2006 schrieb kalloc:
ich empfehle das Studium seiner Homepage http://www.dr-maar.com/, insbesondere des Veröffentlichungsverzeichnisses. Es listet 95 Publikationen in anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften auf, die letzte stammt von 1984. Deim Durchlesen ist mir KEINE, die sich mit Prostatakrebs befasst, aufgefallen. Seitdem wird in "Fachblättern" wie Echo der Frau, TINA, Esotera, Forum der Medizin u.a.m. "publiziert". Hier ist als Titel Priv. Doz. angegeben, während das Buch mit dem werbewirksameren Professorentitel beworben wird. Akademisch sicher ein kleiner, werbetechnisch ein großer Unterschied. Bei selbsternannten Rebellen sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen.
Ebenso Oscar 47:
ich kann Michael vollumfänglich zustimmen. Prof. Maar rechnet nach der GOÄ Ziffer 34 ab. Beim Steigerungssatz von 3,5 sind das knapp über 60. Ich glaube es ist ein Einmannbetrieb (zumindest habe ich keine Helferinnen gesehen) und als Tagesklinik kann ich die Räumlichkeiten auch nicht bezeichnen. Mache Dir ein eigenes Bild. Mir hat er Behandlungskosten von über 12.000.- € genannt die man weitgehend einer GKV nicht anlasten kann. Für dieses Geld würde ich lieber nach Bad Aibling gehen.

Franken1962 fragte am 10.7.2013:
Wieso wird eigentlich der Prof. Maar hier nicht besprochen oder nur sehr wenig? Hat hier jemand persönliche Erfahrung mit dem Konzept?
Ralf antwortete am selben Tag:
Schalte den gesunden Menschenverstand ein,
lies seine Bücher,
frage nach seinen Preisen,
dann weißt Du's.
Am 11.7.2013 antwortete helmut.a.g.:
Prof. Dr. Maar ist höchst unseriös, ich hatte ihn in meinen "Anfängen nach alternativen Antikrebstherapien" - 2010 - konsultiert. Das Gespräch dauerte ca. 10 Min., dann bin ich gegangen. Seine Praxis, nunja, zu vergleichen eher mit einer "Hinterhofwerkstatt."
Ein "Rebell" ist er schon, (allerdings nicht gegen den Krebs) sondern nur auf dem Gebiet des Preis-Leistungs-Verhältnisses zu seinen Gunsten. Er verlangt in etwa ca. 10.000.- €, für was, nun ja.....